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Online-Planungsleitfaden unterstützt BIPV-Projekte in den frühen Leistungsphasen nach HOAI

(04.06.2026) Ein webbasierter Leitfaden will Planer bei der Auswahl geeigneter Lösungen für die Integration von Photovoltaik in Dächer und Fassaden unterstützen und stellt dafür 15 technisch, ökonomisch und architektonisch vorteilhafte Konstruktionsprinzipien bereit. Die standardisierten Konstruktionsprinzipien für bauwerkintegrierte Photovoltaik (BIPV) sollen das Einbeziehen von PV in architektonische Entwürfe erleichtern und eine technische Umsetzbarkeit gewährleisten, die alle normativen und bauordnungsrechtlichen Anforderungen erfüllt. Hersteller, Design und gestalterische Umsetzung der gewählten BIPV-Lösung bleiben dabei flexibel.

Screenshot des Bauart-Konfigurators im BIPV-Leitfaden. Die Fassaden-Normallösung C-Sond-BR-01 fand z.B. in einem Entwurf von Wulf Architekten für die Universität Mannheim Verwendung. (Bild: Fraunhofer ISE) 

Planer können mithilfe des Leitfadens unter bipv-planung.de die passende BIPV-Lösung in den frühen Planungsphasen nach der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) identifizieren. Die standardisierten Lösungen lassen sich für den Entscheidungsprozess frühzeitig visualisieren und im Projektverlauf weiter ausarbeiten.

Als Grundlage des Planungsleitfadens dienen standardisierte BIPV-Anwendungen, welche im Forschungsprojekt „SolarEnvelopeCenter” durch ein Konsortium aus Forschung, Architektur, Fassadenplanung und Solarwirtschaft entwickelt wurden. Das dreijährige Verbundprojekt wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) gefördert. Projektpartner sind das Fraunhofer ISE, das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), Drees & Sommer SE, Wulf Architekten sowie IBC SOLAR AG und die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie Landesverband Berlin Brandenburg (DGS).

Das Projekt „UnIT Neubau eines IT- und Rechenzentrums für die Universität Mannheim” soll mit einer BIPV-Fassade ausgestattet werden. (Bild: Wulf Architekten) 

Der Leitfaden verfügt über eine Eingabemaske, in der die aktuelle Leistungsphase sowie die gewünschte Einbaukategorie angegeben werden. Anschließend lassen sich in einem Online-Konfigurator die projektspezifischen Parameter anpassen, woraufhin das Tool passende BIPV-Normallösungen ausgibt. Diese weisen gewisse Freiheiten bei der Systembilanz und im Moduldesign auf, etwa hinsichtlich Vorder- und Rückseitenglastyp, Glasdicken, Modulabmessungen, Zelltechnologie und -belegung sowie Einkapselungsmaterialien.

„Für jedes dieser fünfzehn Konstruktionsprinzipien gibt es ausreichend Produkte auf dem Markt – aufwendige Spezialfertigungen sind so im Realisierungsfall nicht nötig”, erklärt Dr. Frank Ensslen, Leiter des Projekts und Bauingenieur am Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE.

Mock-Up eines BIPV-Elements als Teil der Fassade. (Bild: Wulf Architekten) 

Die DGS Berlin Brandenburg bietet Weiterbildungsmaßnahmen zum Thema BIPV für Solarfachkräfte, Installateure, Planer, Energieberater und Architekten an. In den Seminaren wird auch der Umgang mit dem neuen Webtool vermittelt.

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