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Industrieländer übertreffen 100-Mrd.-Dollar-Klimafinanzierungsziel zum dritten Mal in Folge

(03.06.2026) Die Industrieländer haben ihre Klimafinanzierung für Entwicklungsländer erneut gesteigert: Laut aktuellen OECD-Daten wurden 2023 insgesamt 132,8 Mrd. US-Dollar bereitgestellt, 2024 stieg das Volumen weiter auf 136,7 Mrd. Das im Rahmen der UNFCCC vereinbarte Jahresziel von 100 Mrd. Dollar, ursprünglich für 2020 angesetzt und später bis 2025 verlängert, wurde damit zum dritten Mal in Folge übertroffen. Erstmals wurde es 2022 mit 115,9 Mrd. US-Dollar erreicht.

Die Lücke in der Zeitreihe der privaten Finanzierung im Jahr 2015 ist auf die Einführung verbesserter Messmethoden zurückzuführen. Infolgedessen sind die privaten Mittelflüsse für den Zeitraum 2016 - 2024 nicht direkt mit denen der Jahre 2013–2014 vergleichbar. (Quelle: OECD 2026, Climate Finance Provided and Mobilised by Developed Countries in 2013 - 2024.) 

Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth kommentiert den aktuellen OECD-Bericht zum Stand der Internationalen Klimafinanzierung wie folgt: „Die neuen OECD-Zahlen zeigen: Die internationale Klimafinanzierung bewegt sich weiter in die richtige Richtung. Dass die Industriestaaten das 100-Mrd.-Ziel inzwischen deutlich übertreffen, ist ein wichtiges Signal an die besonders verletzlichen Staaten. Zugleich machen die Zahlen deutlich, dass öffentliche Mittel allein nicht ausreichen werden. Entscheidend ist jetzt, deutlich mehr private Investitionen für Klimaschutz und Klimaanpassung zu mobilisieren. Private Finanzgeber und internationale Kapitalmärkte müssen ihrer Verantwortung gerecht werden und stärker in resiliente Infrastruktur, erneuerbare Energien und nachhaltige Entwicklung investieren. Gerade nach der gestrigen Entscheidung der UN-Generalversammlung, die die Staaten erneut zu entschlossenem Klimaschutz verpflichtet, ist das ein wichtiges Signal. Klar ist aber auch: Die Finanzierung muss fair erfolgen. Der hohe Anteil an Krediten belastet viele besonders betroffene Länder zusätzlich. Das macht klar wie wichtig weiterhin Zuschüsse und gut-balancierte Finanzierungsinstrumente sind, damit Klimaschutz und Klimaanpassung nicht an fehlenden Mitteln scheitern.”

Mitigation dominiert, private Mittel legen stark zu

Die Minderungsfinanzierung zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen (Mitigation) machte weiterhin knapp zwei Drittel der gesamten Klimafinanzierung aus. Parallel dazu stiegen die mobilisierten privaten Mittel 2024 um 33 % auf 30,5 Mrd. Dollar an, das stärkste Wachstum seit 2016, getrieben vor allem durch multilaterale Entwicklungsbanken. Die Anpassungsfinanzierung (Adaptation) wuchs zwar weiter, jedoch merklich langsamer. Ihr Anteil lag 2023 und 2024 bei einem Viertel des Gesamtvolumens, nach einem Höchststand von einem Drittel im Jahr 2020. Damit das Glasgow-Ziel einer Verdopplung der Anpassungsfinanzierung bis 2025 gegenüber 2019 noch erreicht wird, wären im laufenden Jahr mehr als 5 Mrd. Dollar zusätzlich erforderlich.

Wenig Mittel für einkommensschwache Länder

Die Mittel flossen überwiegend in Länder mit mittlerem Einkommen. Einkommensschwache Länder erhielten 2023 lediglich 8,4 Mrd. US-Dollar, 2024 etwas mehr mit 9,6 Mrd. Der Höchststand von 11,1 Mrd. aus dem Jahr 2022 wurde damit bislang nicht wieder erreicht.

Neues Klimafinanzierungsziel ab 2026

Die OECD wird das 100-Milliarden-Ziel weiterverfolgen und 2027 einen Abschlussbericht vorlegen. Für den Zeitraum 2026 bis 2035 haben die UNFCCC-Staaten ein neues Klimafinanzierungsziel (NCQG) beschlossen; eine erste Fortschrittsbewertung ist für 2028 geplant.

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