ZVDH fordert verlässliche Rahmenbedingungen für den Ausbau erneuerbarer Energien
(03.06.2026) Der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) kritisiert die von der Bundesregierung geplanten Einschränkungen beim Ausbau erneuerbarer Energien. Vor dem Hintergrund gestiegener Öl- und Gaspreise sowie des erforderlichen Netzausbaus sieht der Verband die Gefahr, dass die Energiewende verlangsamt wird. „Die geplanten Regulierungen gefährden nicht nur die Energiewende, sondern belasten auch Mieter und Eigentümer unnötig.” Statt zusätzlicher Einschränkungen seien Investitionen in technische Infrastruktur, weniger Bürokratie und verlässliche Rahmenbedingungen notwendig.
Mieterstrom als Potenzial für den PV-Ausbau
Nach Einschätzung des ZVDH kann der Ausbau von Photovoltaikanlagen auf Mehrfamilienhäusern einen wichtigen Beitrag leisten, um die für die Energiewende erforderlichen Zubauraten zu erreichen. Insbesondere Mieterstrommodelle könnten die lokale Erzeugung und Nutzung von Solarstrom stärken.
„Viele Vermieter würden ihren Mietern gern günstigen PV-Strom bieten, aber die bürokratischen und technischen Hürden sind für die Gebäudeeigentümer zu hoch und rechnen sich oft nicht. Hier wünschen wir uns einfache Mieterstromlösungen”, sagt ZVDH-Hauptgeschäftsführer Ulrich Marx. Als mögliche Maßnahmen nennt der Verband vereinfachte Abrechnungsmodelle, weniger steuerliche Pflichten für Vermieter, die Förderung intelligenter Messsysteme sowie wirtschaftliche Anreize bei der Einspeisung von Solarstrom.
„Einfache Abrechnung aus einer Hand, Entschlacken der steuerlichen Pflichten für Vermieter, Förderung intelligenter Zählertechnologien und wirtschaftliche Anreize für Einspeisevergütungen bei Vermietung schaffen.” Nach Auffassung des ZVDH können Mieterstrommodelle sowohl zur Senkung von Energiekosten als auch zur Stabilisierung der Stromnetze beitragen. „Statt den Ausbau zu bremsen, sollten wir Anreize schaffen, damit mehr Vermieter und Eigentümer in PV-Anlagen investieren”, wünscht sich Ulrich Marx. Das Modell müsse künftig stärker verbreitet werden, um vorhandene Potenziale besser zu nutzen.
Analyse sieht großes Potenzial auf Mehrfamilienhäusern
Eine Analyse des Energiewende-Projekts Ariadne kommt zu dem Ergebnis, dass auf Dächern von Mehrfamilienhäusern Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von bis zu 60,4 GW installiert werden könnten. Dies entspräche rund 28 % des bis 2030 vorgesehenen zusätzlichen Solarzubaus nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz. Der Rekordzubau von 16,2 GW im Jahr 2024 wurde dagegen überwiegend durch Anlagen auf Ein- und Zweifamilienhäusern sowie Freiflächenanlagen erreicht.
Netzausbau und Smart-Meter als zentrale Voraussetzungen
Der ZVDH verweist außerdem auf die Bedeutung leistungsfähiger Stromnetze und intelligenter Messsysteme. Aus Sicht des Verbands sind diese Voraussetzungen notwendig, um den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien zu ermöglichen. „Die Politik muss endlich die Weichen stellen, damit der Ausbau der erneuerbaren Energien nicht an veralteten Strukturen scheitert. Statt den Ausbau der Erneuerbaren Energien zu forcieren, werden Hürden aufgebaut, die die Energiewende gefährden. Gerade in Zeiten hoher Öl- und Gaspreise müssen wir alle Möglichkeiten nutzen, um erneuerbare Energien auszubauen – und das beginnt auf unseren Dächern.”
Ergänzend betont Ulrich Marx, dass die Klimaziele nur durch das Zusammenspiel von energetischer Sanierung und erneuerbarer Energieerzeugung erreicht werden können.
Taskforce Gebäudetechnik sieht Klärungsbedarf
Die Taskforce Gebäudetechnik hat zudem ein Positionspapier zu den Eckpunkten des geplanten Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG) veröffentlicht. Darin werden unter anderem offene Fragen zur Förderlandschaft nach 2029, zur Verfügbarkeit von Grüngas sowie zur Vereinbarkeit geplanter Änderungen mit den Vorgaben der EU-Gebäuderichtlinie thematisiert.
Das Positionspapier ist unter zdh.de/themen-und-positionen abrufbar.
siehe auch für zusätzliche Informationen:
- Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks e.V. (ZVDH)
- Zentralverband des Deutschen Handwerks e.V. (ZDH)
- Taskforce Gebäudetechnik (via ZDH)
ausgewählte weitere Meldungen:
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- Bundeskabinett verabschiedet StromVKG (13.05.2026)
siehe zudem:
- Gebäudeautomation und E-Mobilitär bei Baulinks
- Literatur / Bücher zum Thema Gebäudetechnik bei Baubuch

