co2online-Heizkostenprognose 2026: Fossile Heizungen verursachen langfristig höhere Kosten
(08.06.2026) co2online hat die langfristigen Kosten verschiedener Heizsysteme für ein durchschnittliches Einfamilienhaus bis zum Jahr 2045 berechnet. Das Ergebnis: Die Heizkosten von Gas- und Ölheizungen deutlich über denen von Wärmepumpen.
Grundlage der Analyse sind Daten des Heizspiegels und des Umweltbundesamtes. Berücksichtigt wurden unter anderem steigende CO₂-Preise, Netzentgelte sowie gesetzlich vorgesehene Beimischungen von Biomethan, Wasserstoff und Bio-Heizöl. Diese Vorgaben, häufig als „Bio-Treppe” bezeichnet, führen zu zusätzlichen Kosten bei fossilen Heizsystemen.
Tanja Loitz, Geschäftsführerin von co2online: „Zu oft liegt bei der Heizungswahl der Fokus auf den Anschaffungskosten. Entscheidender sind die Gesamtkosten über die Lebensdauer. Unsere Berechnung zeigt, dass fossile Heizungen für Haushalte zur Kostenfalle werden. Davor schützt auch keine Bio-Treppe.”
Wärmepumpen schneiden im Kostenvergleich günstiger ab
Nach Angaben von co2online belaufen sich die Heizkosten einer Luft-Wasser-Wärmepumpe im Zeitraum von 2026 bis 2045 auf rund 24.500 Euro. Für eine Gasheizung werden etwa 55.600 Euro veranschlagt, für eine Ölheizung rund 67.200 Euro.
Werden die vorgesehenen Beimischungen berücksichtigt, steigen die Kosten weiter. Für eine Gasheizung mit Biomethan werden rund 65.100 Euro kalkuliert, mit Wasserstoff etwa 66.500 Euro. Für Bio-Heizöl liegen laut co2online derzeit keine belastbaren Langfristdaten vor. Das Unternehmen geht jedoch von zusätzlichen Mehrkosten gegenüber konventionellem Heizöl aus. Im Vergleich zu einer Wärmepumpe ergeben sich somit je nach Heizsystem Mehrkosten von etwa 31.000 bis 42.000 Euro über einen Zeitraum von 20 Jahren.
Darüber hinaus weist co2online darauf hin, dass bestehende Heizungsanlagen nicht in jedem Fall für höhere Beimischungsquoten ausgelegt sind. Mögliche Anpassungen oder Nachrüstungen können zusätzliche Investitionen erforderlich machen.
Effizienz wirkt sich auf Betriebskosten aus
Ein wesentlicher Grund für die niedrigeren Kosten von Wärmepumpen liegt in ihrer Effizienz. Sie erzeugen aus einer Kilowattstunde Strom im Durchschnitt mehrere Kilowattstunden Wärme. Zudem fällt auf Strom kein CO₂-Preis an.
Auch Fernwärme weist in der Prognose vergleichsweise stabile Kosten auf. Pelletheizungen bleiben günstiger als Öl- und Gasheizungen, liegen langfristig jedoch ebenfalls über den Kosten einer Wärmepumpe.
Unsicherheit bremst Investitionsentscheidungen
„Die aktuellen Gesetzesüberlegungen verstärken die Unsicherheiten bei Hauseigentümerinnen und Hauseigentümern. Das Resultat: Entscheidungsstress”, so Tanja Loitz. „Dabei stehen ausgereifte technische und wirtschaftliche Lösungen zur Verfügung, die uns unabhängig von Energieimporten machen und zudem wirklich klimafreundlich sind.”
Zur Unterstützung von Eigentümern bietet co2online einen Online-ModernisierungsCheck an, mit dem sich künftige Heizkosten, Einsparpotenziale und die Wirtschaftlichkeit von Modernisierungsmaßnahmen individuell berechnen lassen.
Verbrauch und Kosten prüfen
Unter Baulinks.de/energiesparen können Verbraucher ihren Heizenergieverbrauch und ihre Heizkosten prüfen und individuelle Spartipps von co2online erhalten.
siehe auch für zusätzliche Informationen:
ausgewählte weitere Meldungen:
- Richtlinie VDI 4645 E - Heizungsanlagen mit elektrisch betriebenen Wärmepumpen (11.05.2026)
- Gebäudemodernisierungsgesetz 2026: Stimmen aus der Wirtschaft (27.02.2026)
- Initiative co2online veröffentlicht ersten Stromspiegel für Photovoltaik (24.02.2026)
- Betriebskostenspiegel für das Abrechnungsjahr 2024 (13.01.2026)
- Fraunhofer IEG entwickelt Großwärmepumpen-Infoportal für Hessen (18.09.2025)
siehe zudem:
- Wärmepumpen im alternative Energien- und im Wärmetechnik-Magazin bei Baulinks.de
- Literatur / Bücher über Wärmepumpen und Heizungen bei BauBuch

