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SONNENENERGIE-Spezial: Stimmen die Zahlen der Internationalen Energieagentur?

(23.2.2005) Eines der Top-Themen der nächsten Ausgabe der Fachzeitschrift SONNENENERGIE beschäftigt sich mit der Arbeit der Internationalen Energieagentur (International Energy Agency; IEA) in Paris. Die IEA-Angaben bilden als offizielle Daten die Basis für viele energiepolitische und ökonomische Entscheidungen. Doch jetzt wird Kritik laut: Die IEA habe als Zusammenschluss der Ölimportländer ein Interesse an einer gesicherten Ölversorgung und mache deshalb entsprechende Angaben zu Erdölverbräuchen und Fördermengen. Demgegenüber seien die Zahlen zum Anteil erneuerbarer Energien oftmals viel zu niedrig.

Inwieweit sind diese Kritiken gerechtfertigt? SONNENENERGIE sprach mit dem Statistik-Chef der IEA und warf einen Blick hinter die Kulissen der OECD-Agentur. Das Ergebnis: Die Arbeit der IEA ist offenbar nicht so selbständig wie sie sein sollte. Zudem ist sie abhängig von den Angaben der Mitgliedsstaaten, die ihre Zahlen allzu oft aus Unvermögen oder Unwillen nicht liefern.

Beispiel Erdöl

Beim Thema Erdöl gilt die Kritik insbesondere dem sehr umstrittenen IEA-Bericht "World Energy Outlook". Zahlreiche Analysten zweifeln die optimistischen Prognosen für das weltweite Erdöl-Förderpotenzial an. Kernpunkt ist die Frage nach dem so genannten "peakoil"-Jahr, ab dem die Erdölförderung aufgrund steigender Nachfrage und sinkender Reserven rückläufig sein wird. Die renommierte Association for the Study of Peakoil (ASPO) erwartet diesen Zeitpunkt schon 2008. Dagegen sagt ihn die IEA im aktuellen Report nicht vor 2030 voraus. Der ASPO-Analyst Kjell Aleklett weist darauf hin, dass die optimistische IEA-Prognose auf bislang nicht geprüften Angaben der US Geological Survey beruht. Außerdem würde das IEA-Szenario große Investitionen im Bereich der Ölförderung voraussetzen. Verwirklichten sich diese nicht, so das Eingeständnis der IEA, sei der peakoil zwischen 2015 und 2030 zu erwarten.

Beispiel erneuerbare Energien

Photovoltaik-Inselanlagen tauchen in keiner der IEA-Statistiken auf. Und noch immer gibt es kein standardisiertes Verfahren, die mit Sonnenkollektoren erzeugten Kilowattstunden messtechnisch zu erfassen. Auf Drängen der Solarverbände hat sich die IEA Anfang 2005 an einer Initiative beteiligt, den Beitrag der solaren Wärmegewinnung zu dokumentieren. Das Ergebnis: Die Solarwärme übertrifft mit ihren Erträgen sogar die Windenergie. "Der weltweite Beitrag der Solarwärmeanlagen wurde beträchtlich unterschätzt", gestand Michael Rantil ein, IEA-Vorsitzender des Solarthermie-Programms (IEA SHC). Mit einer installierten thermischen Leistung von 70 Gigawatt sei sie eine der führenden erneuerbaren Energiequellen auf dem Globus.

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