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Roto ordnet sich neu

(14.10.2018) Mit einer neuen Firmen- und Organisationsstruktur will die Roto Gruppe die Weichen für weiteres Wachstum stellen. Wie der Bauzulieferer im Oktober mitgeteilt hat, treten die Veränderungen zum Jahresbeginn 2019 in Kraft. Ihr Herzstück ist die Bildung einer Holdinggesellschaft mit drei eigenständigen Unternehmen. Insgesamt beschäftige die Gruppe aktuell etwa 4.900 Mitarbeiter und hat 2017 einen Umsatz von 633,5 Mio. Euro erzielt.


Aufsichtsrat-Vorsitzender Dr. Michael Stahl
   
künftiger Holding-Vorstand Dr. Eckhard Keill

Zu den „entscheidenden Vorteilen“ der Neustrukturierung gehört laut Dr. Michael Stahl die deutliche und nachhaltige Reduzierung der in jedem Geschäftsfeld gegebenen nationalen und internationalen Komplexität. Dabei soll die Devise „dezentral geht vor zentral“ gelten, betont der Vorsitzende des Aufsichtsrates der Roto Frank AG. Dadurch könnten sich die einzelnen Gesellschaften künftig voll auf ihre originären Aufgaben konzentrieren. Per saldo werde Roto dadurch schneller, ökonomischer, effizienter und damit letztlich noch kundennäher - so die Erwartung. Gleichzeitig verbinde die Neustrukturierung „Wandel mit Kontinuität“. Sicherheit und Verlässlichkeit für Mitarbeiter, Kunden, Marktpartner und Lieferanten blieben ebenso erhalten wie die Solidität des Eigentümers. Stahl: „Die Roto Gruppe ist auch weiterhin zu 100% im Besitz der Familie Frank.“

Als weiteren Auslöser für die „neue Formation“ nennt Dr. Eckhard Keill die wachsenden Unterschiede in der Markt- und Zielgruppenbearbeitung der bisherigen Divisionen Fenster- und Türtechnologie (FTT) und Dach- und Solartechnologie (DST). Sie erschweren und begrenzen Synergieeffekte, erläutert der Vorstandsvorsitzende der heutigen Roto Frank AG. Parallel dazu spiele der gezielte und durch mehrere Akquisitionen dokumentierte Aufbau des Geschäftsfeldes „Nachversorgung von Fenstern und Türen“ in der Zukunftsstrategie eine wichtige Rolle. Die „3. Division“ lasse sich nur durch die Neustrukturierung sinnvoll integrieren. Im Übrigen stärke der Schritt, der klare Einheiten und klare Verantwortlichkeiten schaffe, die Aufnahmefähigkeit für eventuelle weitere Firmenkäufe.

Vier Kurzporträts

Konkret soll die von Dr. Keill als Vorstand geführte Roto Frank Holding AG ab 2019 als „non operative“ Dachgesellschaft fungieren und primär u.a. verantwortlich sein für ...

  • die generelle Strategiefindung und -überwachung,
  • das Gebiet Patente und Recht,
  • die Akquisitionspolitik,
  • Corporate Identity (CI) und Corporate Design (CD) sowie
  • die allgemeine Unternehmenskommunikation.

Außerdem wird sie die Eigentümerrechte in den drei Gruppen-Firmen vertreten und bei ihnen zusammen mit den Aufsichtsgremien die Kontrollfunktion ausüben.

Die Roto Frank Fenster- und Türtechnologie GmbH soll sich als Spezialist für Beschlag-, Schloss-, Bänder-, Schwellen- und Dichtprofilsysteme künftig voll darauf konzentrieren, die große Vielfalt der internationalen Fenster- und Türenmärkte zu bearbeiten. Die weltweite Ausrichtung schlägt sich in 15 Produktionsstätten, knapp 30 Logistik-Verteilzentren und fast genauso vielen Vertriebsgesellschaften nieder. Es ist geplant, dass den Vorsitz der Geschäftsführung der neuen Firma im Verlauf von 2019 eine externe Persönlichkeit übernehmen und Dr. Keill diese Position abgeben wird. Kaufmännischer Geschäftsführer wird der aktuelle Finanzvorstand der Roto Frank AG Michael Stangier.

In die Roto Frank Dachsystem-Technologie GmbH werden angrenzende Portfolio-Bereiche wie Sonnenschutz und Bodentreppen integriert. Am Hauptsitz in Bad Mergentheim, in den drei Werken, vier Vertriebsplattformen sowie in derzeit 15 Vertriebsniederlassungen sind derzeit ca. 1.200 Mitarbeiter beschäftigt. Auch bei ihnen soll die Neustrukturierung in der Praxis keine Auswirkungen haben. Gleiches soll auf die Profi-Kunden in Handel, Handwerk und Planung zutreffen. Dr. Keill betont die personelle Kontinuität gerade an der Spitze der Gesellschaft, die wie bisher Christoph Hugenberg als künftiger Vorsitzender der Geschäftsführung leiten soll.

Mit der Roto Frank Professional Service GmbH schließlich bündele der Bauzulieferer sein strategisches Nachversorgungs-Engagement in einer separaten Gesellschaft. Damit dokumentiert er seine „langfristigen Ambitionen“ in dem Sektor und positioniert sich als fester Ansprech- und Projektpartner für Endkunden, Hersteller und Händler. Das Unternehmen mit Sitz in Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart soll sich als kompletter Dienstleister bei Reparatur, Nachbesserung, Modernisierung und Aufwertung von Fenstern und Türen etablieren. Die Gesellschaft wird von Dr. Christian Faden geführt werden, der als jetziger Leiter Corporate Development aus den eigenen Reihen komme. In die „3. Division“ seien gegenwärtig vier im Nachsorge-Geschäft versierte Fachbetriebe aus Deutschland und der Schweiz integriert, die seit Oktober 2017 zur Roto Gruppe stießen. Dabei handelt es sich um die Wollenberg GmbH (Berlin), die Dachfenster Keller GmbH (Thalheim bei Winterthur), die Pfeil und Söhne GmbH (München) und die Wiedemann Sicherheitsbeschläge GmbH (Hannover) - siehe auch Beitrag „Roto baut sein neues Servicekonzept aus und verstärkt sich dazu auch in der Schweiz“ vom 1.5.2018.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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