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Solarindustrie investierte über eine Milliarde Euro

(16.11.2002) Das starke Marktwachstum der Solarstrombranche hat von 1999 bis 2002 in der deutschen Industrie Investitionen in Höhe von über einer Milliarde Euro ausgelöst. Der aktuell erschienene Photovoltaik-Branchenreport 2002 des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) weist Deutschland damit eine führende Rolle auf dem Photovoltaik-Weltmarkt zu. Er belegt auf eindrucksvolle Weise den Ausbau deutscher Solarfabriken. Nach Angaben der Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft e.V. (UVS) zählt Deutschland mittlerweile 32 Photovoltaik-Produzenten. Die inländischen Produktionskapazitäten der Solarmodul-Industrie konnten nach UVS-Darstellung seit 1999 versechsfacht werden. Diese Daten wurden am Donnerstag anlässlich der Tagung "3. Forum Solarpraxis" in Berlin der Öffentlichkeit präsentiert.

Nach Verbandsangaben würden die Produktionskapazitäten an Solarzellen und Solarmodulen inzwischen ausreichen, um den Inlandsbedarf nach Solarstromanlagen vollständig zu decken. Der Verband rechnet in diesem Jahr mit dem Neubau von solaren Kraftwerkskapazitäten mit einer elektrischen Höchstleistung von rund 70 Megawatt. Laut UVS-Geschäftsführer Carsten Körnig liegt die Initialzündung für diese Entwicklung im Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG): "In der Solarbranche vollzieht sich derzeit ein Wandel von der Importabhängigkeit zur Exportindustrie."

Das im Jahre 2000 von der Bundesregierung verabschiedete EEG garantiert den Betreibern von Solarstromanlagen eine wirtschaftliche Betriebsführung. Experten sagen der Solarindustrie inzwischen einen ebenso großen Boom wie der Windkraftbranche voraus. Insgesamt sind in der Erneuerbaren Energie Branche nach UVS – Angaben bereits über 130.000 Menschen beschäftigt. Das sind mehr Beschäftigte als in Kohle- und Atomindustrie zusammen.

Zu den deutschen Solarfabrikanten zählen nach UVS-Angaben multinationale Konzerne ebenso wie zahlreiche Mittelständler. Nach der aktuellen Branchenerhebung des IÖW zählt Deutschland inzwischen 22 Modulproduzenten, neun Produzenten von Solarzellen, drei Hersteller von Siliziumwafern, den Grundbausteinen von Solarmodulen, und 14 Fertigungsstätten für Solarwechselrichter zur Einspeisung ins öffentliche Stromnetz.

Neben der gesetzlich garantierten Einspeisevergütung für Solarstrom erhalten Solaranlagenbetreiber noch bis Ende nächsten Jahres zinsgünstige Darlehen für die Errichtung von Photovoltaikanlagen. Von der KfW wurden zu diesem Zweck inzwischen Darlehen in Milliardenhöhe ausgereicht. UVS und KfW informieren Solarinteressenten über den Internetratgeber www.solaranlagen-abc.de kostenlos zu Fragen der Technik und Finanzierungsmöglichkeiten.

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