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DGNB-System international gefragt

(30.6.2011, Consense-Bericht) Nach DGNB-Zertifikaten in Luxemburg, Österreich und der Schweiz folgen in Kürze Bulgarien, Ungarn, Russland und China.

Alle relevanten internationalen Zertifizierungssysteme wurden über ein Jahr intensiv auf den Prüfstand gestellt. Dann fiel die Entscheidung des dänischen Green Building Councils eindeutig: Das System der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen wird künftig für Gebäude-Zertifizierungen im nördlichen Nachbarland angewendet.


Eines der Objekte mit DGNB Zertifikat in Luxemburg: Espace Gregoire, Strassen Copyright: Architectes Beiler & Francois Luxemburg (Bild vergrößern)

„Der Entscheidungsprozess der Fachleute in Dänemark bestätigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind,“ kommentierte Dr. Christine Lemaitre, DGNB-Geschäftsführerin, im Rahmen der DGNB-Pressekonferenz während der Consense. „Das Fundament des DGNB-Systems ist konsequent international. Es integriert alle wichtigen Anforderungen der EU-Gesetzgebung und Normung. Außerdem lässt sich das umfassende System elegant an die Baukultur in anderen Ländern anpassen. Es ist ein Zertifizierungssystem der zweiten Generation.“

Auch andernorts kommt offenbar die Verbreitung des DGNB Systems gut voran. Ein Beispiel ist Osteuropa:

  • In Bulgarien durchlaufen bereits mehrere Bürogebäude und eine Shopping Mall den Zertifizierungsprozess. Die Partnerorganisation der DGNB, der Bulgarian Green Building Council, hat rund 45 Mitglieder und kann bereits die ersten ausgebildeten Auditoren für Projekte vor Ort vermitteln.
  • In Ungarn und Russland sind DGNB-Auditoren mit Vorarbeiten für erste Zertifizierungen zugange, auch hier hat die Ausbildung von Auditoren im Land schon Fuß gefasst.
  • In Slowenien befindet sich eine Partnerorganisation in Gründung.
  • In Tschechien läuft in Kürze die Auditorenausbildung an.

„Wir sind an vielen Orten gleichzeitig aktiv, das Interesse am DGNB System ist international sehr stark,“ fasste Lemaitre zusammen.

Mit großer Dynamik sollen sich auch die bereits etablierten Partnerorganisationen in Österreich und der Schweiz entwickeln. Die Österreichische Gesellschaft für Nachhaltige Immobilienwirtschaft habe rund 250 Mitglieder, knapp 30 Projekte seien zertifiziert. Die Schweizerische Gesellschaft für Nachhaltige Immobilienwirtschaft hat die Anpassung des DGNB-Systems an die Gegebenheiten des Alpenlandes abgeschlossen und bereitet die Zertifizierung der ersten Projekte vor.

In Luxemburg wurden bereits Immobilien mit dem begehrten Zertifikat ausgezeichnet, es folgen dort - wie auch in der Schweiz - bald Stadtquartiere.

In vielen weiteren Ländern führt die DGNB Kooperationsverhandlungen mit interessierten Organisationen. In China hat die DGNB beispielsweise eine Repräsentanz eingerichtet, ein erstes Projekt durchläuft die Zertifizierung.

Die DGNB ist laut eigenen Aussagen in internationalen Netzwerken stark engagiert:

  • Im World Green Building Council, dem Dachverband für Organisationen aus dem Bereich des nachhaltigen Bauens, stelle die DGNB ein Mitglied des Präsidiums.
  • In der Sustainable Building Alliance, einem Zusammenschluss führender europäischer Organisationen für Gebäudezertifizierungen, sorge sie für höhere Transparenz bei europäischen Bewertungssystemen.
  • Und im Rahmen des „Europe Regional Network“, einem Zusammenschluss von 30 Organisationen für nachhaltiges Bauen, treibe sie gemeinsame Positionen gegenüber der europäischen Baupolitik voran.

Dazu kommt das Engagement der DGNB in Projekten der EU. Beispielsweise ist die Non-Profit-Organisation ein Konsortialpartner von GreenConServe. Das Förderprogramm der Europäischen Kommission unterstützt kleine und mittelständische Unternehmen, sich für das Thema des nachhaltigen Bauens fit zu machen - siehe auch Beitrag "Fördermittel für KMUs: DGNB ist Konsortialpartner beim GreenConServe-Förderprojekt" vom 15.6.2011. Ihre weit reichende Expertise in Fragen des nachhaltigen Bauens bringt die DGNB auch in EU-Projekte zur Forschung und Wissensvermittlung ein, etwa in OpenHouse und Construction21.

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