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Smart Meter im Alltag: Verbraucherschützer vom Kosten/Nutzen-Verhältnis (noch) nicht überzeugt

Smart Meter
  

(4.4.2018) Was bringt ein „intelligenter“ Stromzähler im Zählerkasten? Welche Rolle „Smart Meter im Verbraucheralltag“ spielen können, war am 23. März Leitfrage der gleichnamigen Fachtagung der Verbraucherzentrale NRW. Im Fokus der Veranstaltung mit rund 100 Teilnehmern standen Beiträge über praktischen Nutzen, Kosten, klimarelevante Effekte, Sicherheit und Marktbedeutung.

„Intelligente Messsysteme halten Einzug in die privaten Zählerkästen: Echtzeitdaten, Flexibilität beim Strombezug, Transparenz beim Energieverbrauch und neue Möglichkeiten im Smart Home - der digitale Energiemarkt bringt neue Chancen für die Verbraucherinnen und Verbraucher mit sich“, sagte Dr. Heinrich Bottermann, Staatssekretär im NRW-Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz in Düsseldorf. Entscheidend für die Akzeptanz der „smarten“ Welt sei, dass persönliche Daten vor Missbrauch geschützt sind und Verbraucher selbst entscheiden können, ob und wie sie mitmachen. Anbieter und Messstellenbetreiber stünden in der Pflicht, für umfassenden Schutz und Sicherheit zu sorgen. Die Politik wolle gleichwohl Verbrauchern den Weg in die digitale Energiewelt ebnen, indem sie sie anhand gezielter Beratungsangebote über den Nutzen, Mehrwert aber auch die Risiken smarter Energietechnologien aufklären.

„Hier bleiben wir wachsam.“

Wolfgang Schuldzinski, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW, sieht die Kosten-Nut­zen-Bi­lanz allerdings noch unausgewogen: „Smart Meter kosten Geld und können Daten sammeln – deshalb fragen wir als Verbraucherschützer, welcher Nutzen dem gegenüber steht. Wir sehen durchaus Vorteile und Chancen, für Prosumer etwa, für Peer-to-peer-Stromgeschäfte oder die intelligente Ladung von Elektroautos. Smart Meter gehören zum Energiesystem der Zukunft. ... Bislang haben die meisten Haushalte aber nichts von intelligenten Messsystemen.“ Eine mögliche Energieeinsparung durch Transparenz wiege Kosten und Risiken nicht auf. Umso ärgerlicher sei es, wenn jetzt schon bei der Vorstufe, beim Einbau moderner Messeinrichtungen, mancherorts die geforderten Ankündigungsfristen nicht eingehalten werde. Ein Zwangs-Rollout, der sich nicht an die eigenen Regeln hält, sei keine vertrauensbildende Maßnahme für die Digitalisierung der Energiewende. Herr Schuldzinski versprach: „Hier bleiben wir wachsam.“

Weitere Impulse gaben u.a. Prof. Dr. Thorsten Schneiders von der Technischen Hochschule Köln mit einem Vortrag zur Frage „Wie viel Digitalisierung brauchen Verbraucher?“ und Prof. Dr. Ulrich Greveler von der Hochschule Rhein-Waal zur Sicherheit und Verbraucherfreundlichkeit der Technik. Die Sicht der Bundesnetzagentur zum Datenschutz im Messstellenbetriebsgesetz kam ebenfalls zur Sprache, und verschiedene Hersteller berichteten über Marktchancen und Geschäftsmodelle, die mit den intelligenten Messsystemen aufkommen.

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