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Kunst im öffentlichen Raum der DDR von 1950 bis 1990 - fotografiert von Martin Maleschka


  

(25.11.2018) Zur kulturellen Hinterlassenschaft der DDR gehört eine bemerkenswert große Anzahl an Kunstwerken im öffentlichen Raum. Diese Arbeiten waren zumeist integraler Bestandteil des Gesellschaftsbaus und spielten darüber hinaus bei der bildkünstlerischen Ausstattung der Stadtzentren und Wohngebiete eine bedeutende Rolle. Ihrer Bestimmung nach waren sie nicht bloß schmückende Elemente, sondern sie hatten politische Botschaften bzw. idealisierte Bilder einer sozialistischen Gesellschaft zu vermitteln. Die von den Auftraggebern vorgegebenen Inhalte wurden durch die ausführenden Künstler oft auf individuelle Art und Weise und unter Anwendung vielfältigster Techniken in bemerkenswerte Kunstwerke umgesetzt.

Heute sind viele dieser Arbeiten akut von der Zerstörung bedroht. Der Cottbusser Architekt Martin Maleschka hat es sich darum zur Aufgabe gemacht, diese gefährdete Kunstgattung fotografisch zu erfassen. Über die Jahre hat er die derzeit umfangreichste Bild-Dokumentation von baubezogener Kunst der DDR aufgebaut. Genau daraus ist die als Architekturführer konzipierte Publikation „DDR. Baubezogene Kunst. Kunst im öffentlichen Raum 1950 bis 1990“ entstanden.

Architekt  Maleschka hat dafür 120 Kunstwerke zwischen Ostsee und Erzgebirge ausgewählt und in einen architekturhistorischen Kontext eingebettet. Sechs Touren führen durch die neuen Bundesländer. Sie begleiten die Leser zu meist figurativen, aber auch abstrakten oder ornamentalen Werken, zu Skulpturen, Reliefs, Mosaiken, Malereien sowie Emaille- und Metallarbeiten. Die Techniken und Themen für die „Bekunstung des öffentlichen Raums“ weisen ein breiteres Spektrum auf als man vielleicht annehmen mag. Auch die Art, wie das Zusammenwirken von Architektur und Kunst im Stadtraum umgesetzt wurde, erscheint grenzenlos.

Ergänzende Exkurse von Thomas Topfstedt zur Entwicklung der baubezogenen Kunst in der DDR und von Peer Pasternack zur Kunststadt Halle-Neustadt sowie ein Interview von Luise Rellensmann mit dem Autor vertiefen verschiedene Aspekte dieses kulturell bedeutenden Teils der DDR-Geschichte. Ein Künstlerverzeichnis und Künstlerbiografien runden den Band ab und machen aus ihm nicht nur einen kundigen Begleiter zu den Kunstwerken, sondern auch eine wertvolle Dokumentation der vom Verschwinden bedrohten kulturellen Denkmäler der DDR.

Die bibliographischen Angaben zum Buch:

  • DDR. Baubezogene Kunst
    Kunst im öffentlichen Raum 1950 bis 1990
  • von Martin Maleschka
  • Dezember 2018. DOM publishers, Berlin
  • 135 x 245 mm, 504 Seiten
  • 500 Abbildungen, Softcover
  • ISBN 978-3-86922-581-4
  • erhältlich u.a. bei Weltbild und Amazon 

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