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Experimenta in Heilbronn mit besonderen Herausforderungen für die Geschossdecken

(28.11.2019) Bereits 2009 wurde im ehemaligen Lagergebäude Hagenbucher in Heilbronn das Experimenta Science Center eröffnet. Ziel der Einrichtung ist es, Themen aus Naturwissenschaft und Technik erlebbar und wortwörtlich begreifbar zu machen. Seit dem Frühjahr 2019 ergänzt ein moderner Neubau das Science Center - geplant von Sauerbruch Hutton. In direkter Nachbarschaft zum historischen Backsteinbau entstand ein hochmoderner Gebäudekomplex, der mit Superholorib-Stahlverbundelementen von Montana realisiert wurde.

Fotos © Montana Bausysteme 

Die Heilbronner Experimenta unterteilt sich in drei Bereiche: die Entdeckerwelten, die Erlebniswelten und die Forscherwelten. Die komplexen Inhalte dieser Welten werden u.a. mit Hilfe von rund 300 Mitmachstationen erfahrbar gemacht.

Mit dem Neubau auf dem Experimenta-Gelände erhält die Ausstellung jetzt nicht nur mehr Platz, sondern auch ganz neue räumliche Möglichkeiten - insbesondere auch durch den „Science Dome“: Die Mischung aus Planetarium und Theater wird von einer Kuppel mit einer 700 m² großen Projektionsfläche überspannt. Die detailgetreue Darstellung des Sternenhimmels ist hier problemlos möglich. Auch von außen ist der Dome auf dem Vorbau gut zu erkennen.

Pentagonale Grundrisse und große Spannweiten

Hinter der Kuppel wachsen die fünf Geschosse des Neubaus in die Höhe. Die einzelnen Ebenen haben jeweils einen pentagonalen Grundriss und wurden gleichsam etwas unordentlich (oder unfertig?) aufeinander gestapelt - was aber auch den besonderen Reiz des Gebäudes ausmacht und der Masse an umbauten Raum die Wucht nimmt.

Neben den eigentlichen Ausstellungsflächen war auch die sogenannte Raum-Spirale unterzubringen, welche als Verbindung zwischen den Etagen dient. Hierin lag schließlich auch die besondere Herausforderung bei der Umsetzung der Pläne der Architekten von Sauerbruch Hutton. Die Grundrisse der einzelnen Stockwerke sowie deren Verbindung erforderten eine individuelle Gestaltung der Geschossdecken. Realisiert wurden sie als Verbunddecken aus verzinkten Superholorib-Profilen von Montana.

Das Verbundsystem vereint die Tragwerks-Eigenschaften von Stahl und Beton: Während klassischer Stahl- oder Spannbeton die Stahleinlagen in die Betonschicht einschließt, und sie lediglich als Verstärkung des Betons dienen, sind im Stahlverbundbau die Stahlprofile und Stahlbetonteile durch hinterschnittene Profilformen verbunden. Auf diese Weise werden die Stärken beider Baustoffe vereint: Während der Stahl die Zugkräfte bewältigt, trägt der Beton die Druckkräfte ab. Der Bau besonders weiter Deckenspannbreiten wird so möglich. Das in Heilbronn eingesetzte Element Superholorib SHR 51 in einer Dicke von 1,25 mm bot bereits in der Bauphase den Vorteil einer unterstützungsfreien Montage bei Spannweiten < 3 m. Das trug dem Vernehmen nach in Heilbronn zu einer signifikanten Zeit- und Kostenersparnis bei.

Um Fehler zu vermeiden und Zeit zu sparen, wurden die Superholorib-Elemente werkseitig vorgefertigt. Wenn dann doch einmal eine Anpassung aufgrund der örtlichen Gegebenheiten notwendig wurde, ließen sich die Stahlblech-Tafeln aufgrund ihrer Beschaffenheit bauseitig leicht anpassen. Auch die Lagerung der 60 cm breiten und gut stapelbaren Superholorib-Pakete sprengten bei dem in der Innenstadt gelegenen Bauvorhaben nicht den Rahmen.

Am 31. März 2019 wurde der Experimenta-Neubau nach rund vier Jahren Bauzeit eröffnet. (Umfangreiche archäologische Funde hatten den Bau ungeplant verzögert.) Dank der enormen Deckenspannweiten entstanden im Inneren großzügige und luftige Ausstellungsflächen, die nun den Themenwelten der Experimenta angemessenen Raum bieten. Gleichzeitig bildet die Spirale in der Mitte des Gebäudes eine beeindruckende Verbindung zwischen den einzelnen Geschossebenen. Raumhohe Fachwerkträger und dazwischen spannende Stahlverbundträger bilden hier Fachwerkröhren, die geschossweise an einen Stahlbetonkern anschließen.

Auf der in sich steifen Gesamtkonstruktion basieren schließlich die weitläufigen Innenräume. Sie enthalten neben den Ausstellungs- auch Erholungsflächen, welche den Besuchern Raum bieten, die besondere Architektur wirken zu lassen. Damit hat es der außergewöhnliche Neubau wohl nicht allein seiner wassernahen Lage zu verdanken, dass er bereits als „architektonischer Leuchtturm Heilbronns“ bezeichnet wird.

Weitere Informationen zu Superholorib-Stahlverbundelementen können per E-Mail an info@montana-ag.ch angefordert werden.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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