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Lohn- und Gehaltstarifverhandlungen fürs Bauhauptgewerbe erneut verschoben


  
  

(26.8.2021) Die Tarifverhandlungen für die rund 890.000 Beschäftigten im Bauhauptgewerbe wurden erneut vertagt und sollen am 22. September 2021 fortgesetzt werden. In der zweitägigen Verhandlung ist es offensichtlich nicht gelungen, in wichtigen Punkten substantiell voranzukommen. Insbesondere bei dem Thema der Wegstreckenentschädigung zeigten sich dem Vernehmen nach enorme Differenzen.

Der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, ZDB-Vizepräsident Uwe Nostitz, sagte zum Abschluss des zweiten Tages: „Die Gewerkschaftsseite hat dazu Vorschläge vorgelegt, die widersprüchlich und in der betrieblichen Umsetzung bürokratisch wären, ohne auf Lösungsvorschläge der Arbeitgeber auch nur einzugehen. ... Stattdessen erhöhte sie ihre Forderungen auf ein Gesamtkostenvolumen von 20 bis 30 Prozent. Die Gewerkschaft verhinderte damit konstruktive Verhandlungen über die materielle Ausgestaltung einer Wegstreckenentschädigung, weshalb wir zu keinem Ergebnis kommen konnten.“

Jutta Beeke, Vizepräsidentin des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie, ergänzte: „Wir haben große Sorge, dass die IG BAU den Bogen überspannt. Wir stehen vor einer ziemlichen Herausforderung in der nächsten Runde.“

Der Bundesvorsitzende der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) Robert Feiger und das Bundesvorstandsmitglied Carsten Burckhardt resümierten am Schluss der Tarifverhandlungen: „Die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber im Bauhauptgewerbe haben heute eine große Chance vertan. Wir hätten uns auf ein großes Zukunftspaket einigen können, das beiden Partnern nützt.“ Auf dem Tisch habe ein Einigungsvorschlag unter anderem zu den Themen Mindestlohnstruktur, Mindesturlaubsvergütung und Erschwerniszuschläge gelegen. „Die Vorschläge dazu haben auch uns alles abverlangt, aber wir wären damit einverstanden gewesen. Die Arbeitergeber hingegen haben die über neun Monate erarbeiteten Kompromissvorschläge als unsere Position betrachtet und wollten noch weitere Kürzungen zu unseren Ungunsten. So funktioniert der Umgang miteinander nicht, darauf fallen wir nicht rein.“, sagen die Vorstandsmitglieder. Sie zeigten sich sicher, dass diese Themen, die teilweise auch Europarecht berühren, irgendwann wieder auf der Tagesordnung erscheinen. „Und dann kann es nur teurer werden.“

Zur Erinnerung: Die IG BAU fordert eine Einkommenserhöhung um 5,3%, den Ost-West-Angleich und eine Weiterentwicklung bei der Wegezeitentschädigung - siehe auch Beitrag „5,3% mehr Geld für Baubeschäftigte von der IG BAU gefordert“ vom 18.4.2021.

Noch immer ist es so, dass die Beschäftigten für die oftmals langen Anfahrten zu den Baustellen nicht bezahlt werden, sie haben auch keinen Einfluss auf ihre Einsatzorte. „Jetzt müssen sich die Bauunternehmen bewegen, immer nur nein sagen, ist keine Lösung. Wenn alles nichts hilft, dann geht es in die Schlichtung und eventuell in den Arbeitskampf. Wir wissen, unsere Beschäftigten verlieren langsam die Geduld“, so Feiger und Burckhardt abschließend.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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