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Ferienhaus eines Künstlerpaars mit der Vorliebe für Scheunen, Holz und Schiefer

(3.11.2022) Das kleine, rund 180 Einwohner zählende brandenburgische Dorf Bertikow wird geprägt durch die naturnahe Landschaft der nördlichen Uckermark. Auf einem 3.500 m² großen Grundstück in direkter Nähe zu einem kleinen Badesee wurde hier zuletzt ein ungewöhnliches Ferienhaus errichtet. Ausgehend von der Form traditioneller Scheunen in der Umgebung haben der Diplom-Designer Marius Bell und seine Partnerin, die Szenenbildnerin Kasia Swiezak, einen nachhaltig konzipierten Neubau mit dunkelgrauer Holzfassade und Schieferdach geschaffen.

Fotos © Rathscheck 

Kennzeichnend für den Neubau ist die Vorliebe für Naturbaustoffe, für handwerkliche Präzision und für zeitgemäße Architektur. Dabei kam dem Bauherrenpaar entgegen, dass Marius Bell vor seinem Design-Studium eine Ausbildung zum Zimmermann absolviert und Kasia Swiezak ein ausgeprägtes Gespür für Innenraumgestaltung hat. In weitgehender Eigenleistung haben die beiden ein individuell gestaltetes Haus in ar­cha­isch-reduzierter Architektursprache geschaffen, das sich trotz seiner Modernität harmonisch in die umgebende Bebauung einfügt.

Im Zusammenspiel von zwei versetzt angeordneten, mittig miteinander verbundenen Baukörpern ist ein abwechslungsreich strukturierter Innenraum mit großzügigem Wohn- und Essbereich, offener Galerie und zwei Schlafzimmern entstanden. Auf einer Fläche von 150 m² findet sich hier ausreichend Platz für eine entspannte Auszeit mit der Familie, mit Freunden oder mit Kollegen. Die zentral im Übergang zwischen beiden Volumen platzierte, dreiseitig verglaste Wohnküche mit freistehendem Tresen und offenem Kamin ermöglicht dabei freie Ausblicke in die idyllische Landschaft und sorgt für einen fließenden Übergang zwischen innen und außen.

Ganz wichtig war den Bauherren eine nachhaltige Architektur mit reduziertem Energieverbrauch. Ein zentraler Baustein dazu ist die integrierte Wärmepumpe. Ebenfalls aus Gründen der Nachhaltigkeit hatten Marius Bell und Kasia Swiezak außerdem schon frühzeitig entschieden, Schiefer als Material für die insgesamt 220 m² großen, jeweils um 45° geneigten Dachflächen zu verwenden: „Denn Schiefer ist ein natürlicher Werkstoff, der gleichzeitig durch eine hohe Langlebigkeit und durch seine ansprechende Optik überzeugt“, so die beiden.

Die beiden Dachstühle des Hauses wurden mit 20 cm dicken Sparren errichtet, direkt darüber liegen ...

  • eine Mineralwoll-Dämmung,
  • eine 4 cm dicke Weichfaserplatte,
  • eine 4 cm dicke Konterlattung,
  • eine Schalung und
  • die Schieferdeckung - ausgeführt als Systemdeckung von Rathscheck Schiefer

Die Systemdeckung des Herstellers setzt sich zusammen aus Tragprofilen und wasserführenden Verbindungselementen, die eine Rechteckdeckung mit Schiefer effizienter, einfacher und kostengünstiger machen. Das Ergebnis: Obwohl die Handwerker aus dem nahe gelegenen Prenzlau bislang noch nicht mit dem Werkstoff Schiefer gearbeitet hatten, konnten die beiden Dächer in kurzer Zeit eingedeckt werden. Denn nach der Montage des Schienensystems mit Tragprofilen und wasserführenden Verbindern brauchten die rechteckigen, jeweils 40 x 40 cm großen Schiefersteine nur noch mit zwei Edelstahlhaken sturmfest fixiert zu werden - siehe auch Beitrag „Schieferdach 4.0: Rathscheck bringt leichte Systemdeckung - elegant kombinierbar mit PV“ vom 27.2.2018.

Im Rahmen der Umsetzung wurden die rechteckigen Decksteine der Rathscheck-Marke InterSIN im halben Verband angeordnet. Zusätzlich betont wird der geradlinige Eindruck durch die anthrazitfarbenen Profile im Übergang zu den Giebeln. Spezielle Detailarbeiten waren außerdem im Bereich der insgesamt acht Dachfenster erforderlich. Oberhalb der Fenster mussten die Schiefersteine speziell zugeschnitten werden, für einen optimierten Schutz gegen Feuchtigkeit wurde außerdem rings um die Fenster eine zweilagige Bitumenabdichtung umgesetzt.

„Das Schieferdach passt mit seinem modernen linearen Design perfekt zur Architektur des Hauses, alles ist sehr harmonisch, die optische Wertigkeit wird extrem gesteigert“, fassen Marius Bell und Kasia Swiezak das Ergebnis zusammen. „Und wenn wir wollen, dann lassen sich auch noch im Nachhinein leistungsfähige Photovoltaik-Elemente bündig und ohne großen Aufwand integrieren. Dazu müssen dann einfach nur einzelne Schiefersteine durch 120 Zentimeter lange und 40 Zentimeter breite Solarpaneele ersetzt werden.“

Weitere Informationen zur Systemdeckung von Schieferdächern können per E-Mail an Rathscheck angefordert werden.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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