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Neue Sonderauszeichnung Allergikerfreundliches Bauen

(10.4.2026) Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) und die Allergy Friendly Buildings Alliance GmbH (AFBA) führen eine gemeinsame Sonderauszeichnung für allergikerfreundliches Bauen ein. Diese kann ergänzend zu einem DGNB Zertifikat für Neubauten oder Bestandsgebäude erworben werden, wenn zusätzlich die medizinischen Kriterien der AFBA erfüllt sind. Damit wollen die Organisationen Gebäude auszeichnen, die Nachhaltigkeit mit einem besonderen Fokus auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Nutzer verbinden. Es sollen hierbei keine zusätzlichen Kosten für die Auszeichnung anfallen.

Logo der Sonderauszeichnung Allergikerfreundliches Bauen (Bild: DGNB, AFBA) 

Johannes Kreißig, Geschäftsführender Vorstand der DGNB: „Ein Fokus des nachhaltigen Bauens liegt auf dem Wohlbefinden der Gebäudenutzenden. Dazu zählen insbesondere auch die wachsende und zugleich besonders schützenswerte Gruppe der Allergiker. Durch die Kooperation mit der AFBA möchten wir auf dieses wichtige Thema aufmerksam machen, indem wir Bauprojekte auszeichnen, die heute schon ihren Schwerpunkt auf gesunde Räume und Gebäude legen.”

„Allergiker sind ein besonders sensibler Maßstab für die Qualität von Gebäuden und Innenräumen”, sagt Angela Balatoni, CEO und Mitgründerin der AFBA. „Wenn Gebäude so geplant und betrieben werden, dass sie für Allergiker geeignet sind, profitieren letztlich alle Menschen gleichermaßen von einer besseren Innenraumqualität.”

Kernthemen: Baumaterialien, Bepflanzung, Reinigung, Lüftung

Um die Sonderauszeichnung Allergikerfreundliches Bauen zu erhalten, gilt es neben den Kriterien der DGNB Zertifizierung für einen Neubau oder ein Bestandsgebäude weitere Anforderungen durch die AFBA zu erfüllen. Diese lassen sich in vier Bereiche unterteilen:

  1. Bei der Wahl der Baumaterialien geht es darum, über das DGNB System hinausgehende Anforderungen zur Vermeidung von Schad- und Risikostoffen, wie etwa in Bezug auf Allergene oder Duftstoffe, zu kennen und zu minimieren.
  2. Mit einem sorgfältigen Umgang der vorhandenen und geplanten Begrünung im Innen- und Außenraum, ergänzend zur Biodiversität, sollten die Pollenintensität eingedämmt oder allergieauslösende Pflanzen gar nicht erst eingesetzt werden.
  3. Ebenfalls wesentlich für das Ziel eines gesundheitsfördernden Gebäudes sind der richtige Einsatz und Umgang mit der Gebäudelüftung, insbesondere die Wahl der geeigneten Filterklasse sowie eine regelmäßige Wartung und Reinigung der Anlagen. Da in Lüftungssystemen durch Wärme und Feuchtigkeit leicht Mikroorganismen entstehen können, ist eine hygienische Betriebsführung essenziell, um Schimmel und andere Belastungen zu vermeiden.
  4. Bei der Auswahl und Anwendung von Reinigungsmitteln unterstützt die AFBA-Beratung zudem dabei, Duft- und Konservierungsstoffe möglichst zu minimieren und die vorgeschriebenen Mischungsverhältnisse einzuhalten – sowohl zur Schonung der Oberflächen als auch zur Förderung einer gesunden Innenraumumgebung.

Zusammenarbeit erleichtert Nachweisführung

Den Kriterienkatalog für Allergikerfreundliches Bauen hat die AFBA gemeinsam mit einem interdisziplinären Team entwickelt. Beteiligt sind Experten aus der Immunologie und Allergologie sowie Wissenschaftler aus führenden Forschungsinstituten, darunter auch das ZAUM – Zentrum für Allergie und Umwelt, das zum Helmholtz Zentrum München gehört. Ergänzt wird das Team durch Ingenieure und Planer aus der Bau- und Immobilienpraxis, um medizinische Erkenntnisse mit der praktischen Umsetzung im Gebäude zu verbinden.

Durch die Zusammenarbeit der Organisationen DGNB und AFBA lassen sich Prüf- und Nachweisprozesse effizient miteinander verknüpfen. Gleichzeitig wird das Thema allergikerfreundlicher Gebäude stärker in der Bau- und Immobilienbranche sichtbar.

Weitere Informationen können per E-Mail an DGNB angefordert werden.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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