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DIW-Studie: Einheitliche PV-Regeln stärken Europas Solarindustrie

(11.06.2026) Eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) kommt zu dem Ergebnis, dass unterschiedliche nationale Förderkriterien für Photovoltaikanlagen in der EU die Produktionskosten erhöhen und den Wettbewerb erschweren. Einheitliche Vorgaben könnten dagegen die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Hersteller verbessern und Investitionen erleichtern.

Grafik: DIW Berlin 2026 

Mit dem Net Zero Industry Act (NZIA) verfolgt die Europäische Union das Ziel, die heimische Produktion von Photovoltaikkomponenten auszubauen und die Abhängigkeit von globalen Lieferketten zu verringern. Mitgliedstaaten können Förderprogramme dabei an nicht preisbezogene Kriterien wie den CO₂-Fußabdruck oder die Energieeffizienz koppeln. Die konkrete Ausgestaltung dieser Vorgaben unterscheidet sich jedoch bislang deutlich zwischen den einzelnen Ländern.

„Die EU verfolgt mit der neuen Gesetzgebung ein wichtiges Ziel: bis 2030 40 % ihres PV-Bedarfs mit einheimischen Produkten zu decken und somit unabhängiger von globalen Lieferketten zu werden”, sagt Thibault Deletombe, Studienautor und Wissenschaftler in der Abteilung Klimapolitik im DIW Berlin. „Unsere Analyse zeigt aber, dass die bisher sehr heterogene Umsetzung durch die Mitgliedstaaten dazu führen kann, dass dieses Ziel nur eingeschränkt erreicht wird.”

Unterschiedliche Anforderungen erhöhen Kosten

Die Untersuchung basiert auf einem Modell des europäischen PV-Modul-Produktionssektors und analysiert die Auswirkungen nationaler Förderkriterien. Laut Studie werden Marktpotenziale im europäischen Binnenmarkt durch die unterschiedlichen Anforderungen nicht vollständig genutzt. Für Hersteller und Investoren steigen Komplexität und Planungsaufwand, was sich auf die Produktionskosten auswirkt.

„Wenn jedes Land eigene nicht preisbezogene Kriterien definiert, entsteht ein Flickenteppich an Anforderungen, der Investitionen erschwert und Skaleneffekte verhindert”, erklärt Karsten Neuhoff, Leiter der Abteilung Klimapolitik im DIW Berlin. „Das verteuert die Herstellung und schwächt die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Anbieter.”

Einheitliche Standards als Vorteil

Nach Einschätzung der Autoren könnte eine EU-weite Harmonisierung der Förderkriterien den Binnenmarkt stärken und die Produktionskosten senken. Einheitliche Standards würden größere Absatzmärkte ermöglichen und für verlässlichere Rahmenbedingungen sorgen.

Zugleich könnte ein gemeinsamer europäischer Ansatz die Wettbewerbsfähigkeit heimischer Hersteller verbessern. Derzeit verfügen insbesondere chinesische PV-Module über deutliche Kostenvorteile. Konsistente politische Vorgaben gelten daher als wichtiger Faktor für Investitions- und Planungssicherheit.

Abstimmung mit weiteren EU-Initiativen

Neben dem NZIA verweisen die Autoren auf die Bedeutung des vorgeschlagenen Industrial Accelerator Act (IAA). Dieser sieht vor, bei der Förderung von PV-Projekten stärker zu berücksichtigen, ob Komponenten in Europa gefertigt wurden. Entscheidend sei jedoch eine koordinierte Umsetzung beider Regelwerke.

„Nur mithilfe einer abgestimmten europäischen Industriestrategie können die Ziele der EU erreicht werden: eine resilientere Herstellung von PV-Anlagen, geringere Kosten und Beitrag zu einem wettbewerblichen globalen Markt. Dazu müssen Industrie-, Wettbewerbs- und Umweltpolitik enger miteinander verzahnt werden”, resümiert Studienautor Deletombe.

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