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Neues Handwerkertool unterstützt E-Betriebe bei der Einrichtung von SteuVE nach § 14a EnWG

(20.07.2026) Mit der Umsetzung des § 14a Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) und der Vorgaben des § 9 Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) müssen Wärmepumpen, Klimageräte, Ladeeinrichtungen für Elektrofahrzeuge, Batteriespeicher sowie Photovoltaikanlagen ab einer Leistung von 4,2 kW steuerbar und digital erreichbar sein. Für Elektrofachbetriebe entsteht daraus die Herausforderung, die Kommunikationsfähigkeit der installierten Anlagen nachweisen zu müssen, insbesondere dann, wenn das intelligente Messsystem mit Smart-Meter-Gateway (SMGW) und Steuerbox zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme noch nicht installiert wurde.

Das EEBUS Handwerkertool simuliert die Steuerbox beziehungsweise den CLS-Adapter im Zählerschrank und prüft die Kommunikationsfähigkeit steuerbarer Energieanlagen. (Bild: EEBus Initiative e.V. / ZVEH) 

Werkzeug zur Prüfung und Dokumentation der Kommunikationsfähigkeit

Das neue EEBUS Handwerkertool wurde von der EEBus Initiative im Rahmen des Forschungsprojekts DigiWEMS gemeinsam mit dem Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) entwickelt. Dr. Gunnar Steg, erster Vorsitzender der EEBus Initiative e.V.: „Das Elektrohandwerk ist der entscheidende Partner der Energiewende: Es empfiehlt die passenden Systeme und verantwortet deren Umsetzung beim Kunden. Gemeinsam mit dem ZVEH haben wir deshalb ein Tool entwickelt, das Handwerker direkt bei der Inbetriebnahme unterstützt – es prüft die kommunikative Erreichbarkeit der Anlage und liefert einen klaren Nachweis für Betriebe, Kunden und Netzbetreiber. So machen wir Komplexität beherrschbar.”

Die Anwendung verbindet sich über den RJ45-Anschluss im anlagenseitigen Anschlussraum des Zählerschranks direkt mit der zu prüfenden Anlage. (Bild: EEBus Initiative e.V. / ZVEH)  

Simulation von Steuerbox und CLS-Adapter

Für die Nutzung benötigen Fachbetriebe einen Windows-11-Laptop mit RJ45-Anschluss. Optional kann eine Kamera verwendet werden, um Geräte über QR-Codes zu identifizieren. Die Verbindung erfolgt über den RJ45-Anschluss im anlagenseitigen Anschlussraum (AAR) des Zählerschranks direkt mit der Anlage. Das Tool simuliert dabei die Funktion einer Steuerbox beziehungsweise eines CLS-Adapters und überprüft, ob eine Kommunikationsverbindung erfolgreich hergestellt werden kann. Damit wird der vom VDE FNN definierte Kommunikationstest der digitalen Schnittstelle praktisch umgesetzt.

Automatisches Prüfprotokoll als Nachweis

Nach erfolgreicher Prüfung generiert das Handwerkertool automatisch ein PDF-Protokoll. Dieses dient als Nachweis der Erstprüfung und kann an Kunden, Verteilnetzbetreiber oder Messstellenbetreiber weitergegeben werden. Dadurch erhalten Elektrofachbetriebe eine zusätzliche rechtliche Absicherung, wenn später Änderungen an der Anlage vorgenommen werden.

Leistungsbegrenzung und Monitoring direkt im Tool

Das Handwerkertool unterstützt die EEBUS-Use-Cases „Limitation of Power Consumption” (LPC) und „Limitation of Power Production” (LPP). Dadurch können Leistungsgrenzen vorgegeben und das Reaktionsverhalten der angeschlossenen Geräte überprüft werden. Über den Use Case „Monitoring of Power Consumption” (MPC) werden die aktuellen Verbrauchswerte der Anlage direkt im Tool angezeigt. Die Stabilität der Kommunikationsverbindung wird kontinuierlich überwacht und sämtliche Prüfschritte werden automatisch dokumentiert.

Beta-Version bereits verfügbar

Bernd Zeilmann, Obermeister der Innung für Elektro- und Informationstechnik Bayreuth und Fachexperte des ZVEH: „Die Digitalisierung der Energiewende braucht sichere und zuverlässige Schnittstellen zwischen Netz und Kundenanlage. Die elektro- und informationstechnischen Handwerke sorgen dafür, dass diese Verbindung funktioniert. Mit dem EEBUS Handwerkertool steht uns ein starkes Werkzeug zur Verfügung, um diese Schnittstellen in der Praxis zu testen und die Energiewende aktiv voranzubringen.”

Die kostenlose Beta-Version des EEBUS Handwerkertools wird über die Plattform „Mein E-Handwerk” bereitgestellt. Die finale Version mit erweitertem Funktionsumfang ist für das vierte Quartal 2026 vorgesehen.

Weitere Informationen können per E-Mail an ZVEH angefordert werden.

 

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