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BEE fordert einfacheren, flexibleren und ambitionierteren Klimaschutz im Gebäudebereich


  

(20.6.2016) Bauherren und Unternehmer brauchen Planungs­sicherheit hinsichtlich der gesetzlichen Standards, die sie ab 2021 zu erfüllen haben. Das entsprechende Gesetz sollte da­her bis Ende 2016 verabschiedet werden - das fordert Karl-Heinz Stawiarski, Vize-Präsident des Bundesverbands Erneu­erbare Energie (BEE), von der Umweltministerkonferenz der Länder. Zudem solle das Energieeinsparrecht langfristig grundlegend überprüft und neu gedacht werden.

Regelwerk deutlich entschlacken

Der BEE schlägt vor, die vom Bundeswirtschaftsministerium geplante Verschärfung der EnEV ab 2021 wie geplant umzusetzen, das Regelwerk aber deutlich zu entschlacken: „Mit flexibleren Vorgaben können Bauherren die Anforderungen mit den für sie güns­tigs­ten Lösungen erfüllen. Eine Vereinfachung des Regelwerks würde zudem Akzeptanz und Transparenz erhöhen.“ Das alles sei kurzfristig umsetzbar, erwartet Stawiarski.

Grundlegende Neukonzeptionierung

In der nächsten Legislaturperiode sollten Bundesregierung, Wirtschaft und Wissen­schaft dann gemeinsam Vorschläge für eine prinzipielle Neukonzeptionierung der ener­getischen Vorgaben für Neubauten erarbeiten, um die Belange von Klima, Bauherren und Mietern besser in Einklang zu bringen. „Dafür müssen aber alle Anforderungen, Be­rechnungs- und Nachweisverfahren überprüft und überarbeitet werden. Das braucht Zeit und ist keinesfalls noch bis zur Bundestagswahl umsetzbar“, betont Stawiarski.

Der BEE mahnt, dass die Forderung nach einer grundlegenden Überarbeitung der EnEV-Systematik nicht als Deckmantel verstanden werden dürfte, den Klimaschutz im Gebäudebereich grundsätzlich infrage zu stellen. Stawiarski ist sich sicher, dass „die vom Wirtschaftsministerium geplante Anhebung der Standards sowohl klimapoli­tisch richtig sei, als auch wirtschaftlich umsetzbar sind.“ Das habe ein wissenschaft­liches Gutachten eindeutig belegt: „Ich kenne keinen überzeugenden Vorschlag, der nachweislich zu noch mehr Klimaschutz und noch niedrigeren Kosten führt,“ so der BEE-Vize.

Keine Ausreden, bitte!

Das Argument, höhere Vorgaben würden das Bauen verteuern und abwürgen, lässt Stawiarski nicht gelten. In Deutschland wurden 2015 so viele Mietwohnungen gebaut wie seit 15 Jahren nicht. Im ersten Quartal 2016 wurden zudem 31% mehr Wohnun­gen genehmigt, und das trotz der seit dem Jahreswechsel gestiegenen Energiestan­dards. Eine Studie des Bündnisses für bezahlbares Wohnen und Bauen bestätigt, dass vor allem gestiegene Grundstücks- und Rohstoffpreise, sowie baurechtliche Vorgaben das Bauen verteuern.

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