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Deutscher Architekturpreis 2023 vergeben

(9.10.2023) Die Gewinner des Deutschen Architekturpreises 2023 sind die beiden Architekten Gustav Düring und Max Hacke aus Berlin. Für die Technische Universität Braunschweig realisierten sie das „Studierendenhaus TU Braunschweig“ zum Lernen, Lesen und Treffen. Das Gebäude greift gleichzeitig aktuelle Themen rund um Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Barrierefreiheit. 

Der Staatspreis wird alle zwei Jahre für herausragende baukulturelle Leistungen vergeben und ist die bedeutendste Auszeichnung für Architektinnen und Architekten in Deutschland. Am 28. September fand die Bekanntgabe der Preisträger und die feierliche Preisverleihung in Berlin statt. 

Klara Geywitz, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen erklärt: „Mit dem Studierendenhaus haben die beiden Berliner Architekten nicht nur den Studentinnen und Studenten in Braunschweig etwas Gutes getan. Sie haben eine innovative Stahl-Holz-Hybridkonstruktion eingesetzt, die leicht montiert und wieder in seine Grundkomponenten zerlegt werden kann, und gleichzeitig ein einladendes Gebäude geschaffen, das dank seiner offenen Struktur von den Studierenden flexibel genutzt werden kann. Aber auch die Auszeichnungen und Anerkennungen sind vorbildlich, da sie für innovatives und effektives Bauen stehen. Dass Deutschland viele kreative, erfindungsreiche und engagierte Architektinnen und Architekten hat, macht die große Anzahl der Einreichungen deutlich. Ein großer Dank an die Jury, die diese tollen Gewinner ausgewählt hat.“

Außenansicht: Studierendenhaus TU Braunschweig (Bild: Leonhard Clemens, Gustav Düsing & Max Hacke, Berlin) 

„Jedes Gebäude wird angesichts einer sich rasant wandelnden Welt einen Beitrag für mehr Wirksamkeit in unserer Umwelt leisten müssen. Wie wir Klima- und Ressourcenschutz priorisieren und den Umgang mit Material, Boden und Gebäudebestand gestalten, ist für Lebensqualität und Gemeinwohl relevanter denn je. Gerade die jungen Architektinnen und Architekten stehen heute vor herausfordernden Aufgaben. Sie sind es, die die Transformation unserer Städte, Quartiere, Häuser und Gärten mit ihren kreativen Ideen und organisatorischen Fähigkeiten umsetzen werden. Und sie haben alle Chancen verdient. Ich freue mich sehr, dass mit der Auszeichnung für das Studierendenhaus der TU Braunschweig ein längst überfälliger, starker Impuls für mehr Nachwuchsförderung gesetzt wird“, so die Präsidentin der Bundesarchitektenkammer Andrea Gebhard. 

Freundlich gestaltete Lernplätze (Bild: Leonhard Clemens, Gustav Düsing & Max Hacke, Berlin) 

Neben dem Deutschen Architekturpreis, der mit 30.000 Euro dotiert ist, wurden fünf weitere Auszeichnungen mit jeweils 4.000 Euro und fünf Anerkennungen mit je 2.000 Euro Preisgeld vergeben. Von insgesamt 164 Büros wurden 191 Einreichungen zugelassen. 

Zur Erinnerung: Seit 1977 wird der deutsche Architekturpreis vergeben, seit 2011 vom BMWSB und der BAK gemeinsam ausgelobt und als Staatspreis für Architektur verliehen. Das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) ist verantwortlich für das gesamte Verfahren und koordiniert die Publikation und die Preisverleihung. 

Mit dem Deutschen Architekturpreis werden für die Entwicklung des Bauens beispielhafte Bauwerke ausgezeichnet, die eine herausragende architektonische und baukulturelle Qualität aufweisen und im Neubau oder bei der Sanierung und Modernisierung historischer Bausubstanz von einem vorbildlichen Umgang mit Konstruktion und Material zeugen. Sie sind dem nachhaltigen Bauen in ökologischer, ökonomischer und soziokultureller Hinsicht verpflichtet und tragen positiv zur Gestaltung des öffentlichen Raumes bei. Ausgezeichnete Bauwerke sollen einerseits Anregungen für zukünftige Planungen geben, andererseits sollen sie die Bedeutung der Baukultur und des nachhaltigen Bauens der Öffentlichkeit näherbringen. 

Die diesjährige Jury:

  • Andrea Gebhard, Landschaftsarchitektin Stadtplanerin, Präsidentin der BAK, Berlin
  • Dirk Scheinemann, Abteilungsleiter B im BMWSB, Berlin
  • Prof. Nanni Grau, Architektin, Berlin / München
  • Prof. Regine Leibinger, Architektin, Berlin
  • Prof. Andreas Quednau, Architekt, Berlin / Hannover
  • Prof. Amandus Samsøe Sattler, Architekt, Berlin
  • Thomas Steimle, Architekt, Stuttgart

Stellvertretende Preisrichterinnen:

  • Prof. Anca Timofticiuc, Architektin, Berlin / Düsseldorf
  • Petra Wesseler, Präsidentin des BBR, Berlin

Die Preisträger 2023

Deutscher Architekturpreis 2023 (30.000 Euro):

  • Projekt: Studierendenhaus TU Braunschweig
  • Verfasser: GUSTAV DÜSING & MAX HACKE, BERLIN
  • Bauherr: Technische Universität Braunschweig, Geschäftsbereich 3-Gebäudemanagement, Abteilung 35

Auszeichnung (4.000 Euro):

  • Projekt: Sanierung, Aufstockung, Umnutzung des Kornversuchsspeichers, Berlin
  • Verfasser: AFF Architekten, Berlin
  • Bauherr: Adler Group, Berlin

  • Projekt: Kunstraum Kassel
  • Verfasser: Innauer Matt Architekten, Bezau, Österreich
  • Bauherr: Universität Kassel, Abteilung V – Bau

  • Projekt: effizient bauen, leistbar wohnen – Holzbauwohnanlage in Nürnberg
  • Verfasser: Köppen Rumetsch Architekten, Nürnberg
  • Bauherr: St. Gundekar-Werk Eichstätt Wohnungs- und Städtebaugesellschaft, Schwabach

  • Projekt: Heimschule des Therapiezentrums Osterhof, Baiersbronn
  • Verfasser: Thomas Kröger Architekten, Berlin
  • Bauherr: Therapiezentrum Osterhof e.V., Baiersbronn

  • Projekt: Maschinenhalle Irschenhausen, Icking
  • Verfasser: Florian Nagler Architekten, München
  • Bauherr: Andreas Wach, Icking

Anerkennung (2.000 Euro):

  • Projekt: Integrierte Gesamtschule, Rinteln
  • Verfasser: Bez+Kock Architekten Bda, Stuttgart
  • Bauherr: Landkreis Schaumburg, Stadthagen

  • Projekt: Ausbau der Trinitatiskirchruine zum Jugendzentrum Jugendkirche, Dresden
  • Verfasser: Code Unique Architekten, Dresden
  • Bauherr: Ev.-Luth. Kirchenbezirk Dresden Mitte, Dresden
  • Projekt: Bundesgeschäftsstelle DAV, München
  • Element A Architekten Bda, München
  • Bauherr: Deutscher Alpenverein e.V., München

  • Projekt: Umbau und Umprogrammierung Eiermannbau Apolda zur Open Factory, Apolda
  • Verfasser: Internationale Bauausstellung (IBA) Thüringen, Apolda
  • Bauherr: IBA Thüringen, Apolda

  • Projekt: Neue Mitte – Kirche Canitz, Riesa OT Canitz
  • Verfasser: Peter Zirkel Gesellschaft von Architekten, Dresden
  • Bauherr: Ev.-Luth. Kirchgemeinde Oschatzer Land, Oschatz

 

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