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Hansgrohe im Jahr 2008 zwischen Wachstum und Krise

Siegfried Gänßlen, Vorstandsvorsitzender der Hansgrohe AG(18.6.2009) "Trotz der sich seit 2008 in aller Welt rapide verschlechternden gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen verbuchen wir das abgelaufene Geschäftsjahr auf der Habenseite", zog Siegfried Gänßlen, Vorstandsvorsitzender der Hansgrohe AG, anlässlich der Vorstellung des Geschäftsberichts 2008 am heutigen Tag in Stuttgart eine zufriedene Bilanz. "Gegen den allgemeinen Trend in der Sanitärbranche haben wir 2008 dank der fortgesetzt guten Zusammenarbeit mit unseren Partnern bei Umsatz und Ergebnis erneut Zuwächse erzielt und neue Bestmarken erreicht. In nahezu allen Märkten haben wir weiter Anteile hinzugewonnen und unsere Position verbessert." Insgesamt liegt der Nettogesamtumsatz des weltweit tätigen Schiltacher Armaturen- und Brausenspezialisten demnach mit 668 Mio. Euro in 2008 um gut ein Prozent - währungsbereinigt um zwei Prozent - über dem Vorjahresumsatz von 661 Mio. Euro; das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen stieg infolge des verlangsamten Umsatzwachstums, des starken Euros und der ungünstigen Preisentwicklung für Energie und Rohstoffe nur leicht auf 131,4 Mio. Euro (2007: 130,7 Mio. Euro) an.

Vom Brausenspezialisten zum Komplettanbieter

Dabei hat das Schiltacher Traditionsunternehmen im zweiten Jahr in Folge mehr Umsatz mit Armaturen als mit Brausen gemacht - bei konstantem Wachstum in beiden Segmenten. "Damit hat sich die Hansgrohe AG als anerkannter Marktführer bei Brausen in der Spitzengruppe der international führenden Armaturenhersteller festgesetzt und ist auf dem Weg zum Komplettanbieter deutlich vorangekommen" - so die Einschätzung des Hansgrohe-Chefs.

Das Gros des 2008 erzielten Wachstums entfiel dabei auf die ersten sechs Monate. Im zweiten Halbjahr haben sich die Folgen der Finanzmarktkrise ofensichtlich auch auf die Entwicklung der Sanitärbranche ausgewirkt. Angesichts des Einbruchs der Konjunktur in vielen Teilen der Welt seien im dritten und besonders im vierten Quartal die Auftragseingänge spürbar zurückgegangen. Dies habe vor allem für die Märkte gegolten, die wie die USA, Spanien und England bis heute besonders unter der Finanzmarktkrise und den Folgen eines überhitzten Immobilienmarkts zu leiden haben. "Die positive Geschäftsentwicklung in Nord- und Osteuropa sowie im Fernen Osten hat dies zwar ausgleichen können", so Siegfried Gänßlen. "Aber das Wachstumstempo hat ebenso in den so genannten Emerging Markets an Dynamik verloren, selbst wenn die Hansgrohe Gruppe hier - wie etwa in der Region Asien/Pazifik sowie in Osteuropa - erneut zweistellig zulegen konnte."

In der Tat hat der "Global Player aus dem Schwarzwald" auch 2008 sein Umsatzplus im Auslandsgeschäft erzielt. Jenseits der deutschen Grenzen kletterte der Nettoumsatz um zwei Prozent auf 531 Mio. Euro (2007: 521 Mio. Euro) und trug damit 80 Prozent zum Gesamtumsatz bei (2007: 79 Prozent). Der Inlandsumsatz lag mit 137 Mio. Euro knapp unter dem Vorjahresniveau (2007: 140 Mio. Euro). Dabei konnten aber die Marktanteile bei Brausen und Armaturen noch einmal ausgebaut werden.

"Benchmark in Sachen Innovation, Internationalisierung und Effizienz"

Das bemerkenswerte Wachstum der Hansgrohe AG, das dem Unternehmen in den letzten fünf Jahren einen Umsatzsprung von rund 56 Prozent beschert hat, wird von Hansgrohe im Wesentlichen zurückgeführt auf die ...

  • Forcierung der Innovationskraft,
  • den Ausbau der internationalen Marktbearbeitung und des Channel Managements sowie
  • die Optimierung von Kostenstrukturen und Produktivität.

"Wohl kaum ein anderes Unternehmen der Sanitärindustrie", so ist Siegfried Gänßlen überzeugt, "hat in den letzten Jahren so viel in Sachen innovative Technologien und innovatives Design geleistet wie die Hansgrohe AG. Nicht ohne Grund belegt unser Unternehmen im Ranking des International Forums Design den ersten Platz innerhalb unserer Branche." Aber auch in puncto Internationalisierung sei das Unternehmen überaus aktiv. Tatsächlich hat der Bad- und Sanitärspezialist im Rahmen seines Programms "Hansgrohe Global Speed" im abgelaufenen Geschäftsjahr in Indien und Argentinien zwei neue Tochtergesellschaften gegründet. Gleichzeitig hat die Hansgrohe Gruppe die Gründung drei weiterer Vertriebsgesellschaften in Kroatien, Mexiko und Australien vorbereitet, die in den ersten Monaten 2009 an den Start gegangen sind. In Südafrika wurde mit der Akquisition des seitherigen Distributors die Basis für den Ausbau der Region Afrika geschaffen.

"In Deutschland haben wir im letzten Jahr die Rekordsumme von 28 Mio. Euro investiert", so Siegfried Gänßlen, "zum einen in den Ausbau unserer Fertigungskapazitäten und unseres Innovationspotentials, zum anderen in zahlreiche Rationalisierungsprojekte in Produktion und Logistik, um Prozesse zu verschlanken und damit Kostenstrukturen zu verbessern. Auf die Einführung von hochmodernen RFID (Radio Frequency Identification)-Technologien sind wir besonders stolz, denn wir sind die ersten in der deutschen Sanitärindustrie und einer der ganzen wenigen Mittelständler hierzulande, die diese Technik mit Erfolg einsetzen." Insgesamt realisierte der Armaturen- und Brausenspezialist 2008 im Rahmen seines international verankerten Effizienzsteigerungsprogramms "Hansgrohe Plus 21" Einsparungen im Millionenbereich, die die massiven Steigerungen der Preise für Rohstoffe und Energie teilweise ausgleichen konnten.

Auf dieser Grundlage ist trotz der drastisch verschlechterten konjunkturellen Rahmenbedingungen die Zahl der Beschäftigten in Deutschland im abgelaufenen Geschäftsjahr mit über 2.050 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zum Stichtag am 31. Dezember 2008 weitgehend konstant geblieben. Demgegenüber waren vor allem bei Hansgrohe Nordamerika im zweiten Halbjahr Anpassungen des Personalstands in Reaktion auf den Geschäftsverlauf unvermeidlich. In der Folge liegt nach Jahren stetigen Personalwachstums die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die am 31. Dezember 2008 weltweit für die Hansgrohe Gruppe tätig waren, mit rund 3.150 Beschäftigten unter der Stichtagszahl des Vorjahres.

Mit Investitionen und intelligentem Kostenmanagement gegen die Krise

"Auch für die Zukunft bleibt unser Ziel", betonte Siegfried Gänßlen, "über profitables, internationales Wachstum die Marktposition des Unternehmens weiter zu stärken. 2009 ist ein schwieriges und herausforderndes Jahr. Aber wir haben in den letzten Jahren zusammen mit unseren Kunden und Partnern eine solide Basis geschaffen, um auch in der momentanen Situation Marktanteile zu gewinnen und gestärkt aus der Krise hervorzugehen." Dies gilt umso mehr, als die Hansgrohe Gruppe mit zahlreichen neuen Produkten wie den Komplettprogrammen Hansgrohe PuraVida und Axor Urquiola in das Jahr 2009 gestartet ist. Gleichzeitig sieht sich das Unternehmen mit seiner EcoSmart- und Pontos AquaCycle-Technologie besser als andere aufgestellt, um der wachsenden Nachfrage nach umwelt- und ressourcenschonenden Produkten gerecht zu werden - siehe dazu auch Beitrag "Dritter Internationaler Pontos Umweltpreis verliehen" vom 22.3.2009.

Der Schiltacher Armaturen- und Brausenhersteller hat seine internationale Marktpräsenz im laufenden Jahr weiter ausgebaut und den Grundstein für die Gründung weiterer Vertriebsgesellschaften gelegt. "Auch in der Krise halten wir an unserem Ansatz fest, strategische Investitionen mit Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und gezielter Rationalisierung zu verknüpfen", hebt Siegfried Gänßlen hervor. "Bislang mit Erfolg: Der Rückgang des Auftragseingangs hat an Dynamik verloren, seit Februar ist eine leichte Erholung erkennbar, im Projektgeschäft haben wir wichtige Großaufträge gewonnen." Auch aus diesem Grund sei im Moment Kurzarbeit kein Thema für die sechs deutschen Werke der Hansgrohe AG. "Natürlich können wir bestimmte Kräfteverhältnisse der Wirtschaft nicht außer Kraft setzen, aber wir können Marktentwicklungen mit guten Einfällen und echten Innovationen 'Made in Germany' positiv beeinflussen. So wollen wir gemeinsam mit unseren Kunden und unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in einer vereinten Kraftanstrengung der Krise trotzen und unsere eigene Konjunktur machen."

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