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Gegen den Trend: Immer mehr neue Ausbildungsverhältnisse in der Bauwirtschaft

SOKA-BAU Urlaubsvergütung
  

(18.10.2018) Nach aktuellen Zahlen der SOKA-BAU gab es Ende September 8,5% mehr neue Ausbildungsverträge in der Bauwirtschaft als im Vorjahr - wobei die Zahlen aufgrund der erfahrungsgemäß relativ vielen Nachmeldungen noch vorläufig sind. So könnte die Zahl neuer Ausbildungsverhältnisse zum Jahresende mit rund 13.000 noch einmal deutlich über dem Vorjahresniveau (12.709) liegen. Bereits 2017 stieg die Zahl der neuen Ausbildungsverhältnisse um rund 7,5% gegenüber dem Vorjahr.

Mit Blick auf die Zahlen der Bundesagentur für Arbeit hat sich der Ausbildungsmarkt in der Bauwirtschaft nach jetzigem Stand erneut besser entwickelt als in anderen Branchen, denn die der Bundesagentur gemeldeten neuen Ausbildungsverhältnisse ist im Bundesdurchschnitt (Stand August) sogar um 1,1% gesunken. Dies dürfte an der Attraktivität der Bauausbildungsberufe liegen:

  • Zum einen sind Bau-Azubis im Branchenvergleich am besten entlohnt. Die Ausbildung zu einem Bauberuf wie zum Beispiel zum Maurer, Zimmerer oder Straßenbauer wird mit dem höchsten Azubi-Gehalt aller Ausbildungsberufe entlohnt.
  • Zum anderen sind die Bau-Auszubildenden mit ihrer Ausbildung überdurchschnittlich zufrieden, wie der Vergleich einer kürzlich von SOKA-BAU in Auftrag gegebenen Befragung mit dem DGB-Jugend Ausbildungsreport zeigt. Danach sind rund 80% der Auszubildenden in der Baubranche mit ihrer Ausbildung sehr zufrieden bzw. zufrieden, während dies nur für 70% der Auszubildenden in den 25 am meisten nachgefragten Ausbildungsberufen gilt.
  • Darüber hinaus verfügen Ausbildungsbewerber in der Bauwirtschaft auch über eine vergleichsweise große Auswahl an offenen Stellen. Während der gesamte Ausbildungsmarkt in Deutschland gerade einmal ausgeglichen ist und auf einen Bewerber rechnerisch eine Ausbildungsstelle kommt, liegt in den Bauberufen nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit ein deutliches Überangebot an Ausbildungsstellen in Höhe von 40% vor.

Das große Angebot an Ausbildungsstellen wird von Branchenvertretern u.a. auf die umlagefinanzierte Ausbildungsförderung zurückgeführt, die alle Baubetriebe an der Finanzierung der Ausbildung beteiligt und somit Ausbildungsbetriebe kostenmäßig entlastet. Die Zahl der Bau-Ausbildungsbetriebe ist den Zahlen zufolge ebenfalls erneut gestiegen, und zwar um rund ein Prozent.

Foto © baulinks/AO 

Des Weiteren dürfte die positive Entwicklung des Ausbildungsmarktes in der Bauwirtschaft erneut zu einem Großteil ausländischen Bewerbern, insbesondere denen aus Flüchtlingsherkunftsländern, zu verdanken sein. Bereits im vergangenen Ausbildungsjahr hatten Flüchtlinge für einen Anstieg der Bewerberzahlen und letztlich für das starke Plus bei den neuen Ausbildungsverhältnissen gesorgt.  Nach Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (Stand August) ist die Zahl der Bewerber für Ausbildungsstellen aus den Flüchtlingsherkunftsländern in diesem Ausbildungsjahr um fast 50% gestiegen. Hiervon dürfte insbesondere die Bauwirtschaft profitiert haben, wo die Zahl der Bewerber erneut gestiegen ist, und zwar um 3%.

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