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Durchbruch bei der Schlichtung um neuen Bautarif


  

(3.9.2020) Die Tarifverhandlungen für die rund 850.000 Beschäftigten des Bauhauptgewerbes sind heute (3. September) nach über 15-stündigen Verhandlungen mit einem mehrheitlichen Schlichterspruch beendet worden. Demnach erhalten die Baubeschäftigten ...

  • ein Lohn-Plus ab Januar 2021 von 2,1% im Westen und 2,2% im Osten (von der IG-BAU gefordert war ein Lohn-Plus von 6,8% - mindestens aber 230 Euro pro Monat),
  • einen Lohnzuschlag bereits ab Oktober 2020 in Höhe von 0,5% des Tariflohns zur pauschalen Entschädigung von Wegezeiten und -strecken sowie
  • eine steuer- und sozialabgabenfreie „Corona-Prämie“ von 500 Euro als einmalige Sonderzahlung.

Die Laufzeit beträgt 14 Monate ab dem 1. Mai 2020 bis zum 30. Juni 2021. Zudem wurden „Gipfelgespräche“ unter Moderation des Schlichters vereinbart, in denen unter anderem die Regelung zur Wegezeitenvergütung sowie eine zukunftsfähige Regelung der Mindestlöhne Thema sein werden.

Der Schlichterspruch vom Präsidenten des Bundessozialgerichts, Prof. Dr. Rainer Schlegel, muss nun noch von den Tarifparteien angenommen werden. Die IG BAU und die Arbeitgeberverbände von Bauhandwerk (ZDB) und Bauindustrie (HDB) haben dafür zwei Wochen Zeit.

„Es ist gelungen“, kommentierte IG BAU-Chef Robert Feiger, „das Fundament für eine Entschädigung bei der Wegezeit zu legen. Der Einstieg ist damit geschafft.“ Die „oft enorm langen Fahrten zu den Baustellen“ seien für einen Großteil der Beschäftigten das „Job-Problem Nr.1 auf dem Bau“.

Die IG BAU hat sich zudem mit ihrer Forderung durchgesetzt, die Ausbildung auf dem Bau attraktiver zu machen: So sollen Azubis im ersten Ausbildungsjahr 40 Euro mehr pro Monat erhalten. Im zweiten Ausbildungsjahr sollen dies 30 und im dritten dann 20 Euro zusätzlich sein - gefordert waren 100 Euro mehr im Monat für Azubis aller Ausbildungsjahrgänge. „Damit hätten Azubis am Ende ihrer 3-jährigen Ausbildung 1.080 Euro mehr in der Tasche. Dazu kommt dann noch einmal eine geplante ‚Azubi-Corona-Prä­mie‘ von 250 Euro als Einmalzahlung“, ergänzte Carsten Burckhardt, der im Bundesvorstand der IG BAU für das Bauhauptgewerbe zuständig ist.

Uwe Nostitz, Verhandlungsführer der Arbeitgeber und Vizepräsident des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe (ZDB), bedankte sich bei Prof. Schlegel und ist froh, „dass wir für die diesjährige Tarifrunde einen tragfähigen Kompromiss zwischen den Arbeitgebern und der Gewerkschaft gefunden haben und dass uns ein Arbeitskampf erspart bleibt ... Es waren schwierige Verhandlungen, doch am Ende gab es zu den einzelnen Punkten gute Kompromisse. Wir haben eine faire Lösung gefunden, die der schwierigen wirtschaftlichen Lage der Branche Rechnung trägt.“

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