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Einfache Versickerungsanlagen genügen Metalldächern

(5.10.2006) Auch Ablaufwässer von Metalldächern können zur natürlichen Versickerung verwendet werden und einen Beitrag zum Erhalt des natürlichen Wasserhaushalts leisten sowie die öffentlichen Abwassersysteme entlasten. Vor allem für Ballungsgebiete sind einfache unterirdische Versickerungsanlagen geeignet. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der TU München im Auftrag des Bayerischen Landesamtes für Umweltschutz. Bereits einfache Sedimentationsanlagen halten demnach bis zu 90 Prozent der Metallfracht im Dachablaufwasser zurück. Die Gefahr einer Grundwasserbelastung durch Kupfer besteht nicht, da das Metall in den Anlagen nahezu vollständig gebunden und danach praktisch nicht mehr bioverfügbar ist.

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In dem zweijährigen Forschungsvorhaben untersuchte die TU München auch technisch aufwendige und kostenintensive Filteranlagen zum Rückhalt von Kupfer aus dem Dachabfluss der Akademie der bildenden Künste in München. Neben der ökologischen Wirksamkeit und Praxistauglichkeit wurde auch die Wirtschaftlichkeit der Filteranlagen untersucht. Die Experten kamen zu dem Ergebnis, dass technisch einfache Lösungen mit einem Schlammfang vor einer unterirdischen Versickerungsanlage eine ökologisch und ökonomisch gute Lösung darstellen. Der Einbau teurer und wartungsintensiver Filteranlagen zur Regenwasserbehandlung sei für das Ablaufwasser von Kupferdächern nicht erforderlich. Die Ergebnisse der TU München bestätigen eigene laufende Untersuchungen der deutschen Nichteisen-Metallindustrie zu Sickerschächten.

Nach Ansicht der metallverarbeitenden Industrie müssen eine Reihe von Bundesländern mit pauschalen Vorbehalten gegenüber Metalldächern und dem Einsatz einfacher Filtersysteme ihre Haltung ändern und entsprechende Länderverordnungen sowie die technischen Regelwerke überarbeiten.

Für die Kupfer und Zink verarbeitenden Unternehmen innerhalb der Initiative Pro Metalldach Kupfer und Zink ist der Bereich Dach und Fassade aufgrund der hier geforderten vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten und Langlebigkeit ein wichtiger Anwendungsbereich. Vorbehalte gegen die Anwendung von Kupfer und Zink im Gebäudebereich will die Initiative unter anderem durch die Förderung und Kommunikation solider Forschungsarbeiten abbauen.

Übrigens: Die Initiative veranstaltet am 21. November 2006 in München ein Internationales Symposium in Abstimmung mit der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V. (DWA), in dem über neueste Forschungsergebnisse berichtet wird - siehe Beitrag: "Symposium am 21.11.: Die Baumetalle Kupfer und Zink in der Umwelt".

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