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Jahresbilanz Bauhauptgewerbe 2009

(27.2.2010) Die deutsche Bauwirtschaft hat das erste Jahr der Wirtschaftskrise mit einem "blauen Auge" überstanden: Die Konjunkturpakete haben zwar den Einbruch im Wirtschaftsbau nicht auffangen, aber doch mildern können. Wie der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie mitgeteilt hat, ist der Umsatz im Bauhauptgewerbe 2009 - wie vom Verband prognostiziert - um nominal 4% zurückgegangen. (Der Gesamtumsatz im Hoch- und Tiefbau belief sich laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2009 auf rund 83,3 Milliarden Euro.) Für die Unternehmen sei dies zwar schmerzlich; die Bauwirtschaft habe damit aber besser abgeschnitten als die meisten anderen Branchen des Produzierenden Gewerbes. Als "Hoffnungsschimmer" wertet der Hauptverband, dass sich die Baunachfrage gegen Jahresende stabilisiert hat: Die Auftragseingänge sind im vierten Quartal 2009 um nominal 1,9% gestiegen (Dez: 5,8%). Der Hauptverband erwartet deshalb, dass sich der Umsatzrückgang 2010 auf nominal 1,5% verlangsamt.

Der Öffentliche Bau war 2009 die wichtigste Stütze der Baukonjunktur: Die Betriebe meldeten ein Umsatzplus von nominal 3,4%, die Auftragseingänge sind um nominal 3,6% gestiegen. Insbesondere der Bund hat seine Investitionen kräftig aufgestockt: Seine Bauausgaben sind im vergangenen Jahr um 18% gestiegen. Demgegenüber setzen die Kommunen die Mittel des Zukunftsinvestitionsprogramms zwar um, fahren jedoch gleichzeitig ihre eigenen Bauprogramme drastisch zurück. Für den Hauptverband ist es deshalb enttäuschend, dass der Deutsche Städtetag für 2009 nur von einem leichten Anstieg der kommunalen Bauausgaben von 1,9% ausgeht.

Der Wirtschaftsbau hat 2009 unter der gesamtwirtschaftlichen Rezession gelitten: Der baugewerbliche Umsatz ist um 9% zurückgegangen, die Auftragseingänge sind sogar um nominal 15,2% eingebrochen. Das Tempo des Rückgangs hat sich zum Jahresende verlangsamt: Der Ordereingang ist im Dezember "nur" noch um 5,7% gesunken. Eine konjunkturelle Trendwende ist aber noch nicht in Sicht: Laut Februarumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages haben sich die Investitionsplanungen der Industrie für dieses Jahr zwar leicht erholt, der Investitionssaldo ist aber weiterhin negativ.

Dagegen hat sich der Wohnungsbau 2009 robuster entwickelt als erwartet: Der Umsatz lag zwar um 4,8% unter dem Vorjahresergebnis, dafür weisen aber die Auftragseingänge seit dem zweiten Quartal 2009 einen Anstieg auf. Hinzu kommt, dass die Zahl der genehmigten Wohnungen im zweiten Halbjahr von Monat zu Monat gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen ist - in den Monaten Oktober und November um fast 16%.

Trotz des Umsatzrückgangs in der Branche haben die Bauunternehmen ihre Belegschaft 2009 nahezu konstant gehalten: Die Zahl der Beschäftigten im Bauhauptgewerbe ist im Jahresdurchschnitt lediglich um 0,1% auf 705.000 Personen zurückgegangen. Die Unternehmen haben aus den Erfahrungen der Jahre 2006 bis 2008 gelernt, als Personalengpässe den Bauaufschwung behindert hatten.

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