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ifo Architektenumfrage IV/2011: Geschäftsklima sichtlich eingetrübt

(8.12.2011) Nach den Ergebnissen der vierteljährlichen Umfrage des ifo Instituts bei den freischaffenden Architekten hat sich das Geschäftsklima am Ende des dritten Quartals 2011 sichtlich eingetrübt. Der hervorragende Wert des Vorquartals wurde nicht mehr erreicht. Zu berücksichtigen ist allerdings, dass sich das Klima - saisonbedingt - zu Beginn des letzten Quartals in einem Jahr im langjährigen Durchschnitt immer etwas verschlechtert hat. Darüber hinaus musste damit gerechnet werden, dass das Klima nicht dauerhaft so gut bleiben würde.


Abb.1: Beurteilung der voraussichtlichen Auftragssituation durch die freischaffenden Architekten
(Saldo aus den 'eher günstiger'- bzw. 'eher ungünstiger'-Nennungen)

Zu Beginn des Berichtsquartals überwogen bei den befragten Architekten dennoch die positiven Urteile zur Geschäftslage. Der Anteil der Testteilnehmer, die ihre aktuelle Lage als „gut” bezeichneten, verringerte sich zwar von 40 auf 34%; der Anteil der „Schlecht”-Meldungen stagnierte jedoch bei rund 17%.

Die Perspektiven trübten sich weiter ein. Die Geschäftserwartungen der Architekten sind damit sichtlich zurückhaltender als noch vor einem halben Jahr (siehe Abbildung 1). So ging im Berichtsquartal nur noch jeder achte Testteilnehmer (Vorquartal: 15%) von einer „eher günstigeren” Auftragssituation in etwa einem halben Jahr aus. Der Anteil der Architekten, die eine „eher ungünstigere” Entwicklung erwarteten, stieg gleichzeitig sogar von 16 auf 19%.

Vertragsabschlüsse: Stabilisierung durch kleinere Aufträge

Der Anteil der freischaffenden Architekten, die im Verlauf des dritten Quartals 2011 neue Verträge abschließen konnten, betrug 54% (zweites Quartal 2011: 55%). Berücksichtigt man, dass sowohl im Wohnungsbau als auch im Nichtwohnbau rückläufige Auftragsvolumina zu verzeichnen waren, so dürfte vor allem die Anzahl kleinerer Aufträge zur Stabilisierung dieser Größe beigetragen haben.

Das geschätzte Bauvolumen aus den neu abgeschlossenen Verträgen (Neubauten ohne Planungsleistungen im Bestand) lag im Durchschnitt aller Bundesländer im dritten Quartal 2011 rund ein Siebtel unter dem Niveau des Vorquartals. Dabei kam es im Wohnungsbau zu einem Rückgang um rund 20% und im Nichtwohnbau um rund 10%.


Abb. 2: Geschätztes Bauvolumen (in Euro) der freischaffenden Architekten für Ein- und Zweifamiliengebäude
(Index 1990 = 100)

Im Wohnungsbau war die Nachfrage nach Planungsleistungen für Ein- und Zweifamilienhäuser erneut rückläufig (-13%). Die Auftragsspitze vom ersten Quartal des Jahres wurde zwar deutlich verfehlt, das Volumen des vergleichbaren Vorjahresquartals dagegen leicht übertroffen (siehe Abbildung 2). Der Umfang der Planungsaufträge verringerte sich in fast allen Bundesländern. Die Vergaben von Planungsleistungen zum Bau von Mehrfamiliengebäuden gingen sogar noch stärker zurück. Die kräftige Erhöhung der neu akquirierten Aufträge im Verlauf des vorangegangenen Vierteljahres wurde damit nahezu gänzlich zurückgenommen.

Einbruch bei Planungsaufträgen von gewerblichen Auftraggebern

Die von den Architekten akquirierten Planungsaufträge von gewerblichen Auftraggebern waren bereits im Verlauf des zweiten Quartals 2011 deutlich eingebrochen. Dennoch setzte sich der rückläufige Trend im Berichtsquartal weiter fort (siehe Abbildung 3). Die gewerblichen Planungsvolumina erreichten damit im dritten Quartal 2011 fast wieder das niedrige Niveau von vor rund zwei Jahren.


Abb. 3: Geschätztes Bauvolumen (in Euro) der freischaffenden Architekten von gewerblichen Auftraggebern
(Index 1990 = 100)

Die Ordertätigkeit der öffentlichen Auftraggeber blieb dagegen anhaltend hoch. Die Akquisitionsergebnisse der drei letzten Quartale waren zusammen fast so erfolgreich wie in den sechs Quartalen der vorangegangenen eineinhalb Jahre.

Die Reichweite der Auftragsbestände schrumpfte um fast einen halben Monat. Zum 30. September 2011 wiesen die befragten Architekten Auftragsreserven in Höhe von durchschnittlich 5,7 Monaten auf; vor einem Jahr war die Reichweite ähnlich groß (5,6 Monate).

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