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DDIV: „Mobilitätswende scheitert an Mehrfamilienhäusern“

(12.9.2017) Der Dachverband Deutscher Immobilienverwalter (DDIV) hat sich zum Thema E-Mobilität an die Bundeskanzlerin gewandt: Solange die private Ladeinfrastruktur nicht finanziell gefördert werde, reiche es nicht aus, steuerliche Anreize, Kaufprämien und die öffentliche Ladeinfrastruktur zu fördern.

Es ist immer noch das erklärte Ziel der Bundesregierung, eine Million Elektroautos bis 2020 auf deutsche Straßen zu bringen. Doch aktuell sind gerade einmal rund 35.000 reinrassige „Stromer” zugelassen. Nach allgemeinen Bekunden von Fachleuten wird das Kaufinteresse insbesondere ausgebremst durch ...

  • zu wenige Ladepunkte,
  • zu lange Ladezeiten und
  • zu geringe Reichweiten.

Bild aus dem Beitrag „Garagenparkplätze ohne Ladestation für Elektrofahrzeuge sind (bald) nicht mehr zeitgemäß“ vom 29.10.2016 (Fotos © Otto Wöhr GmbH)

Forderung nach Förderung von privaten Ladeinfrastrukturen

„Zeit zum Umsteuern”, findet DDIV-Geschäftsführer Martin Kaßler. „Der Bund sollte endlich die private Ladeinfrastruktur in den Fokus rücken. Allein in privaten Mehrfamilienhäusern gibt es mehr als vier Millionen PKW-Stellplätze. Hier wäre eine zielgenaue Förderung angebracht. Kaum jemand wird ein Elektroauto kaufen, wenn der nächste Ladepunkt 500 Meter von der eigenen Haustür entfernt liegt und im Zweifel gar nicht frei ist. Wartezeiten oder das unbedingte Wegfahren nach erfolgter Ladung vom öffentlichen Ladepunkt schreckt den Verbraucher ab. Der Kunde will sein Auto zu Hause laden wie sein Handy oder Laptop”, so Kaßler.

Die fehlende private Ladeinfrastruktur wird so zur „Achillesferse” der E-Mobil-Wende”, da das Potential von Mehrfamilienhäusern nicht im Ansatz ausgeschöpft wird. Der DDIV regt daher ein Anreizprogramm für die private Ladeinfrastruktur in Mehrfamilienhäusern mit einem Volumen von 100 Mio. Euro an. Daneben ist das Stromnetz zahlreicher Mehrfamilienhäuser oftmals nicht für die dauerhafte Beanspruchung durch mehrere parallele Ladevorgänge ausgelegt, was neben der Komplexität der Beschlussfassung in Wohnungseigentümergemeinschaften private Ladeinfrastruktur verhindert. In einem Positionspapier hat der DDIV dezidiert diese Punkte benannt und zudem darauf verwiesen, dass nach der Bundestagswahl eine umfassende Reform des Wohnungseigentumsgesetzes unumgänglich ist.

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