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Wärme Hamburg-Verwaltungsgebäude für 290 Mitarbeiter als Modulbau in Rekordbauzeit geplant und gebaut

(27.1.2022) Schnell musste es gehen im September 2019, nachdem sich der Fernwärmeanbieter Wärme Hamburg GmbH mit dem Rückkauf aus dem Vattenfall Konzern unternehmerisch neu aufgestellt hatte. Dringend wurde ein Neubau für die rund 290 Mitarbeiter benötigt, die bislang auf unterschiedliche Standorte verteilt waren und auf dem großen Firmencampus am Ausschläger Elbdeich in Hamburg eine neue gemeinsame Arbeits-Plattform finden sollten. Die moderne Stahl-Modulbauweise schien ideal, um dieses Ziel in der anvisierten Planungs- und Bauzeit von maximal einem Jahr erreichen zu können.

alle Fotos © ALHO, Annegret Hultsch Fotografie 

Ende 2019 ging ALHO als Sieger aus einem von der Bauherrin eingeleiteten Teilnehmerverfahren hervor. Doch als kurz danach die Corona-Pandemie aufkam, stellte die zeitlich ohnehin ambitionierte Bauaufgabe den Modulbauspezialisten vor einige Herausforderungen. Dennoch konnte der Neubau fristgerecht zum 10. Dezember 2020 übergeben und in der ersten Januarwoche des Jahres 2021 bezogen werden.

Re-Kommunalisierung der Strom-, Gas- und Fernwärmenetze

Die lange Historie der Fernwärme in Hamburg begann im Jahr 1894 - mit dem Rathaus als erstem Kunden. 2019 fand die Neuformierung des Wärmeversorgers als Wärme Hamburg GmbH statt, die nach dem Herauslösen aus dem Energiekonzern Vattenfall GmbH offiziell als Fernwärmegesellschaft der Stadt Hamburg startete. Mit dem Erwerb der Fernwärmegesellschaft konnte der Senat den Auftrag zur Re-Kommunalisierung der Strom-, Gas- und Fernwärmenetze aus einem Volksentscheid von 2013 vollständig umsetzen: Alle drei Gesellschaften sind nunmehr im städtischen Eigentum und in den Konzernverbund der HGV (Hamburger Gesellschaft für Vermögens- und Beteiligungsmanagement mbH) integriert.

Wettlauf mit dem Bauzeitenplan

Für den Entwurf und die Ausführungsplanung des Flachdachgebäudes war die ALHO-Planungsabteilung verantwortlich, die sich an den Vorgaben eines groben Raumbuchs und der Leistungsbeschreibung der Bauherrin orientierte.

Im Dezember 2019 erfolgte die Auftragsvergabe an ALHO, bis Ende Februar 2020 überarbeitete das Planungsteam den eingereichten Erstentwurf nach den Wünschen des Bauherrn, und bis zum Dezember 2020 sollte das Gebäude fertig sein – Aufschub unmöglich, denn die Büroplätze in den alten Gebäuden waren bereits gekündigt. Soweit kein Problem: Straffe Zeitpläne ist man beim Bauen mit Modulen gewohnt. Doch was in den kommenden Monaten an Herausforderungen folgen sollte, stellte auch ALHO auf die Probe:

  • Es begann damit, dass die Stadt Hamburg die für den Zeitraum von drei Monaten angesetzte Baugenehmigungsphase aufgrund personeller Überlastung nicht einhalten konnte.
  • Da aber Stadt, Senat und Bauamt das Risiko für das Bauvorhaben übernahmen, konnte ALHO auch ohne Baugenehmigung bereits ab Mai mit der Vorfertigung der 100 Raummodule im Werk beginnen.
  • Als nächstes musste in Sachen Gründung umdisponiert werden, denn es zeigte sich, dass die Bodenbeschaffenheit auf dem Baugelände - umspült von der Norderelbe - für ein normales Gebäudefundament nicht ausreichend tragfähig war: 160 Gründungspfähle mussten zunächst 15 Meter tief gesetzt werden, damit die Gründungssole für das Bauwerk sicher konstruiert werden konnte.
  • Außerdem konnte die Anlieferung der ca. 18 x 4 m großen Raummodule nur für nachts genehmigt werden, wodurch das gesamte Montageteam vier Wochen lang gezwungen war, ausschließlich nachts zu arbeiten.
  • Dann im März der Beginn der Corona-Krise. Quasi aus dem Nichts waren tragfähige Hygienekonzepte und Logistik-Pläne für die Mitarbeitenden auf der Baustelle zu entwickeln, um ein sicheres Arbeiten zu gewährleisten.

Trotzdem wurde der Bauzeitenplan eingehalten: Am 4.Januar - dem ersten Montag im neuen Jahr 2021 - konnte das Gebäude fristgerecht bezogen werden.

Gemeinsamer Spirit im flexiblen Office

860 km Rohrleitungen, 11.600 Übergabestationen: Die Wärme Hamburg GmbH versorgt rund 500.000 Haushalte mit Fernwärme. Mit dem Erwerb der Fernwärmegesellschaft wechselten rund 610 Beschäftigte in den HGV-Konzern - 290 Mitarbeitende zogen in den gemeinsamen Neubau am Ausschläger Elbdeich - siehe Google-Maps.

Auf dem U-förmig angelegten Grundriss mit rund 5.000 m² Bruttogeschossfläche reihen sich auf vier Etagen Büroräume für jeweils zwei Mitarbeiter entlang eines Mittelflurs aneinander - ergänzt um Besprechungszimmer, Teeküchen, Drucker- und Lagerräume sowie Sanitärbereiche. Diese klassische Raumanordnung mit kleinen Büroeinheiten hat sich im Nachhinein - und mit Blick auf die Pandemie - als ideal erwiesen: Im Gegensatz zur Organisation im Open Office macht die Belegung der Räume mit nur zwei Plätzen das Arbeiten doch erheblich sicherer.

Die Erschließung der Etagen verteilt sich auf ein zentral angelegtes Treppenhaus mit Aufzug sowie zwei weitere Treppenhäuser an den Stirnseiten der Gebäudeflügel. Menschenansammlungen auf den Verkehrswegen lassen sich so weitestgehend ver­mei­den - auch dies ist von Vorteil (nicht nur) in Pandemiezeiten. Lars Zaretzke, Technischer Planungsleiter FWS West (Fernwärmesystemanbindung-West) bei der Wärme Hamburg GmbH, stellte dazu fest: „Wir bekommen das Beste zweier Welten: So können wir einerseits in ruhigen Büros konzentriert arbeiten und andererseits in der Work-Lounge neue Wege des Arbeitens und der Kommunikation testen“

Das Erdgeschoss weicht von den identisch angelegten Obergeschossen mit einem zentral positionierten Eingangsbereich ab, der rechts und links in zwei repräsentative Lounge-Bereiche mit Pantry-Küche übergeht. Die Lounges wurden sehr hochwertig gestaltet. Hier findet nicht nur der Besucherempfang statt, auch die Vorstandssitzungen werden hier abgehalten. Originelles Interior-Zitat: Die Stützen im 90 m² großen Saal wurden mit Rohren aus dem Bestand des Unternehmens verkleidet und rücken so das Thema „Wärmeversorgung“ auch innenarchitektonisch in den Mittelpunkt:

Eine große, die Lounges verbindende Glasfassade schafft Transparenz am Gebäudeeingang und vermittelt den Ankommenden schon früh einen Einblick in das Firmengebäude. Liegende Fensterbänder belichten die Büroräume und betonen die Gebäude-Ho­ri­zontale. Die Treppenhäuser bilden sich hingegen mit raumhohen Verglasungen auf der Fassade ab. Die geschlossenen Bereiche sind mit anthrazitgrauen Aluminiumpaneelen verkleidet, während der verglaste Eingangsbereich im Rot des Firmen-CIs ein gestalterisches Signal setzt.

Selbstversorgung

Der Neubau der Wärme Hamburg wird über das eigene Fernwärmenetz mit Energie für die Heizung und die Warmwasseraufbereitung versorgt. Zwei Luft-Wärmepumpen sind auf dem Flachdach installiert und mit zwei modernen Lüftungsanlagen für die hygienische Frischluftversorgung bzw. zwei Kälteanlagen für die Klimatisierung der Räume kombiniert. Mittels der Wärmepumpen kann thermische Energie aus der warmen Abluft des Gebäudes gewonnen werden, was den Gebäudebetrieb insgesamt noch effektiver macht.

Modulbau-Flexibilität verspricht Investitionssicherheit

Charakteristisch für die Modulbauweise ist ihre hohe Flexibilität: Das ALHO-Bausystem mit seiner freitragenden Stahlskelettstruktur und den nichttragenden Wänden bietet die Möglichkeit, den Bürogebäudekomplex an sich wandelnde Anforderungen immer wieder flexibel anzupassen. Schnell und unkompliziert lassen sich Wände versetzen oder öffnen, auch das Aufstocken und Anbauen ist ohne viel Schmutz und Lärm jederzeit möglich. Diese flexible Anpassung der Raumsituation an den aktuellen Bedarf ermöglicht eine hohe Flächeneffizienz - genau im Sinne der Wärme Hamburg GmbH.

Weitere Informationen zu Bürogebäuden in Modulbauweise können per E-Mail an ALHO angefordert werden.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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