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Glasfaserverbundwerkstoff statt Stahl: Schöck Combar bewehrt Notgehweg im Autobahntunnel

(26.10.2022) Herkömmliche Betonstahlbewehrung korrodiert über kurz oder lang unweigerlich aufgrund eindringendem chloridhaltigem Tauwasser - mit kostspieligen Folgen. Als Alternative zur Bewehrung mit Stahl bietet sich die Bewehrung mit Combar an: Die Betonbewehrung aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) von Schöck ist chemisch beständig und nicht rostend. Die Niederlassung Südbayern der Autobahn GmbH des Bundes setzt dieses Material jetzt erstmals beim Bau eines Notgehwegs im Autobahntunnel Tutting ein.

alle Fotos © Schöck Bauteile GmbH 

In Tutting, einem Ortsteil der niederbayerischen Gemeinde Kirchham unweit von Passau, durchläuft die Autobahntrasse der A94 einen Tunnel (siehe Google-Maps). Dieser wird in einer wasserundurchlässigen Konstruktion aus Beton erstellt. Der Tunnel hat eine Länge von zirka 450 m und ist mit Notgehwegen beidseits der Fahrbahnen ausgestattet. Ende 2023 soll der Tunnel in Betrieb gehen.

Betonabplatzungen durch Bewehrungskorrosion

Zur Erinnerung: Für Betonbauer ist Bewehrungskorrosion ein altbekanntes Problem. Bauteile, die mit konventionellem Betonstahl bewehrt sind, haben unter Chlorideinwirkung häufig eine begrenzte Dauerhaftigkeit. Grund hierfür ist unter anderem die für den Baustoff Stahlbeton typische Rissbildung. Bereits ab einer Rissbreite von zirka 0,1 mm kann tausalzhaltiges Wasser bis zum Bewehrungsstahl vordringen und ihn angreifen. Durch die einsetzende Korrosion entstehen Rostprodukte und die damit einhergehende Volumenvergrößerung kann bis zur Abplatzung des darüber liegenden Betons führen, wodurch das tausalzhaltige Wasser noch schneller zum Betonstahl vordringen kann.

Damit die Notgehwege eines Tunnels jederzeit sicher benutzt werden können, müssen sie regelmäßig auf Schäden kontrolliert werden. Die DIN 1076 schreibt hier alle drei Jahre eine Bauwerksprüfung vor, damit bei Bedarf rechtzeitig reagiert werden kann. Erfahrungsgemäß sind die Korrosionsschäden bei Notgehwegen mit herkömmlicher Bewehrung in der Regel bereits nach 15 bis 30 Jahren so groß, dass das Bauteil abgebrochen und komplett erneuert werden muss.

Korrosionsresistent, dauerhaft, nachhaltig

Auf der Suche nach einer langlebigen und verlässlichen Lösung beschreitet die Niederlassung Südbayern der Autobahn GmbH des Bundes beim Tunnelneubau in Tutting nun neue Wege und setzt auf die Glasfaserverbundbewehrung Schöck Combar.

Auf einer Länge von rund 225 m wird der Notgehweg mit Combar ausgeführt. Der beschichtete Bewehrungsstab besteht aus längs ausgerichteten Glasfasern, die in einer Vinylesterharzmatrix eingebettet sind. Durch den hohen Glasfasergehalt von Combar und die lineare, parallele Anordnung der Fasern zeichnet sich Combar nicht nur durch eine dauerhaft hohe Festigkeit und Steifigkeit aus. Die Glasfaserverbundbewehrung von Schöck ist zudem zuverlässig korrosionsbeständig. Auch Tausalze können sie nicht chemisch angreifen.

Combar erreicht eine durch das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt) geprüfte Lebensdauer von 100 Jahren in Beton. Die Nutzung der nicht rostenden Bewehrung reduziert Instandsetzungskosten, erhöht die Dauerhaftigkeit von Bauteilen und leistet dadurch einen wichtigen Beitrag zum nachhaltigen Bauen - siehe auch einen unserer ältesten Beiträge dazu: „Schöck ComBAR - die Glasfaserbewehrung für Sonderanwendungen“ vom 3.4.2006.

Leichtes Handling, einfache Montage

Ein weiterer Vorteil ist, dass Combar erheblich leichter ist als Stahl. Der Einbau der Bewehrung im Notgehweg im Tunnel Tutting verlief daher problemlos. Die gute Erfahrung mit dem Material bestätigte Johann Anetzberger, Oberbauleiter beim ausführenden Bauunternehmen Mayerhofer Hoch-, Tief- und Ingenieurbau GmbH aus Simbach: „Die Bewehrungskörbe wurden fertig an die Baustelle geliefert. Wegen des geringen Gewichts von Combar im Vergleich zu Stahl ist das Handling für die Monteure viel einfacher und weniger belastend – und wir kommen schnell voran.“

Schöck Combar im Langzeittest

Die Verwendung von Combar als Bewehrung im Notgehweg ist Teil eines Pilotprojekts der Autobahn GmbH des Bundes. In einem Langzeittest soll herausgefunden werden, welche Lebensdauer ein Notgehweg erreichen kann. Der Test wird vom Münchener Ingenieurbüro Schießl Gehlen Sodeikat GmbH betreut und anschließend evaluiert. Dr. Angelika Schießl-Pecka, Expertin für Betonbau, erklärt: „Wir haben in der traditionellen normativen Bauweise in den letzten Jahren große Probleme mit der Bewehrungskorrosion. Die Bewehrung aus Glasfaserverbundwerkstoff wurde ausgewählt, da wir künftig keine Dauerhaftigkeitsprobleme mehr haben wollen.“

Weitere Informationen zur Combar-Bewehrung können per E-Mail an Schöck angefordert werden.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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