DLR: Wettersatellit MTG-12 gestartet
(28.08.2026) Am 27. August 2026 um 22:11 Uhr MEZ startete der Satellit MTG-I2 (Meteosat Third Generation – Imager 2) an Bord einer Ariane-6-Rakete vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou, Französisch-Guayana. Er soll als Meteosat-14 das erste Trio der Meteosat-Third-Generation-Satelliten vervollständigen und die Genauigkeit kurzfristiger Wettervorhersagen in Europa deutlich verbessern.
(Bildquelle: 2026 ESA-CNES-ARIANESPACE-ArianeGroup\Optique Video de CSG–J.M. Guillon)
Bundesverkehrsminister Steffen Bilger: „Mit Meteosat Third Generation beginnt eine neue Qualität der Wetterbeobachtung aus dem All. Präzisere und schnellere Daten helfen uns, Unwetter früher zu erkennen, die Bevölkerung besser zu informieren und unsere Infrastruktur widerstandsfähiger zu machen. Deutschland übernimmt dabei Verantwortung: Das Bundesverkehrsministerium finanziert den überwiegenden Teil des deutschen Beitrags an diesem europäischen Zukunftsprojekt. Gemeinsam mit dem Deutschen Wetterdienst und der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR investieren wir damit ganz konkret in Sicherheit, Vorsorge und technologische Spitzenleistung made in Germany für ganz Europa.”
Dr. Walther Pelzer, DLR-Vorstandsmitglied und Generaldirektor der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR: „Im Meteosat-Programm zeigt sich die innovative Stärke und Leistungsfähigkeit der deutschen und europäischen Industrie sowie des Raumfahrtstandortes Deutschland, wie auch die gute und enge Zusammenarbeit auf deutscher und europäischer Ebene. Durch eine spürbare Verbesserung der Wettervorhersage wird deutlich, welchen großen positiven Einfluss die Raumfahrt auf das tagtägliche Leben der Menschen auf der Erde hat.”
Wetterdaten schneller und präziser
MTG-12 soll zusammen mit Meteosat Third Generation Imager-1 (MTG-I1) und Meteosat Third Generation Sounder-1 (MTG-S1) Europa künftig im 2,5-Minuten-Takt vollständig scannen. Das sei doppelt so schnell wie der Rapid-Scan-Service der Vorgängergeneration der Meteosat-Satelliten. Durch die höhere Beobachtungsfrequenz erhalten Wetterdienste schneller aktuelle Informationen über die Entwicklung von Unwettern und können diese so kurzfristiger vorhersagen. Zudem soll auch die drei- bis sieben-Tage-Vorhersage deutlich präziser werden.
Die dritte Generation von Meteosat-Satelliten liefert Wetterbeobachtungsdaten mit doppelt so hoher räumlicher und zeitlicher Auflösung sowie einer hundertfach höheren Datenrate im Vergleich zu den Vorgängermodellen. Ebenso sind Systeme zur Erfassung von Blitzen und der europaweiten Luftverschmutzung verbaut.
Satellitendaten sichern den Alltag
Von den Satellitendaten profitieren z.B. Feuerwehren oder der Katastrophenschutz von der flächendeckenden Überwachung des Wettergeschehens und der rechtzeitigen Warnung vor Unwettern. Politik, Verwaltung und Wirtschaft können sich frühzeitig über Klimaveränderungen informieren und sich darauf vorbereiten. Die Sicherheit und Wirtschaftlichkeit des Luftverkehrs, der Seefahrt und des Küstenschutzes werden auch durch Beobachtungsdaten aus dem Weltall ermöglicht. Auf präzise Wetterinformationen und Vorhersagen sind insbesondere die Wasserwirtschaft, Land- und Forstwirtschaft, Energie- und Bauwirtschaft, das Versicherungswesen oder der Tourismus angewiesen.
Deutsche Beteiligung
An der Entwicklung der europäischen MTG-Satelliten ist Deutschland mit etwa 30 % beteiligt. Die Firma OHB ist zuständig für den Bau aller 6 Plattformen der MTG-I- und MTG-S-Satelliten sowie für die beiden Infrarot-Sounder-Instrumente auf den MTG-S-Satelliten. Die Firma Airbus DS ist maßgeblich an der Entwicklung und dem Bau des Sentinel-4-Instruments, einem Spektrometer zur Messung der Luftqualität, auf den MTG-S-Satelliten involviert. Das Earth Observation Center (EOC) des DLR erstellt die operationellen Softwaresysteme zur Ableitung geophysikalischer Produkte des Sentinel-4-Instruments. Weitere deutsche Unternehmen waren bei der Entwicklung und Produktion der Instrumente in den Bereichen Optik, Elektronik und mechanische Strukturen dabei.
Die Deutsche Raumfahrtagentur im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) unterstützt die deutsche Beteiligung am MTG-Programm in enger fachlicher Abstimmung mit dem Deutschen Wetterdienst (DWD). Das Bundesministerium für Verkehr finanziert den deutschen Beitrag des Programms.
siehe auch für zusätzliche Informationen:
ausgewählte weitere Meldungen:
- Geoportal.de in neuer Version 3.0 verfügbar (30.07.2026)
- Hochwasser-Check 2026: Jeder vierte Landkreis mit hohem Risiko bei Jahrhunderthochwasser (14.07.2026)
- Digitale Atlanten des BKG unterstützen bei Extremwetterlagen (23.06.2026)
- WEF: Global Risks Report 2026 veröffentlicht (15.01.2026)
- DLR: Satellit zeigt Hitzeinseln in deutschen Städten (14.08.2025)
- MTG-S1-Satellit soll Unwetter präziser und früher vorhersagen (07.07.2025)
- Bauforschung: Mobilfunkdaten sollen Hochwasser frühzeitig erkennen (07.07.2025)
- EM-Stadien im Radarblick via TerraSAR-X und TanDEM-X (14.06.2024)
siehe zudem:
- Entwässerung, Kanal, Regenwasserbewirtschaftung auf Baulinks
- Literatur / Bücher über Wettervorhersage bei Amazon
