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Sachverständige fordern Asbest-Stichproben in Schulen der 1960er bis 1980er Jahre

(13.10.2009) Angesichts der vermehrt auftretenden Asbest-Fälle, vornehmlich bei Heizungsanlagen von Schulen und Turnhallen in Berlin und Hamburg, fordert der Bundesverband öffentlich bestellter und vereidigter sowie qualifizierter Sachverständiger (BVS) bundesweit Asbest-Stichproben in öffentlichen Gebäuden aus den 1960er bis 1980er Jahren. Speziell Heizungsanlagen von Schulen aus dieser Zeit müssten verstärkt untersucht werden. In Hamburg beispielsweise mussten im September 2009 vorübergehend 144 Schulsporthallen wegen Asbestverdacht geschlossen werden. Gutachter hatten schließlich in 37 Hallen Asbest in den Heizungen gefunden.

Roland R. Vogel, Präsident des BVS, warnt davor, das Thema Asbest zu vernachlässigen. Der Verband weist darauf hin, dass das Verhalten der zuständigen Behörden teilweise einer „Tabuisierung“ der Asbest-Problematik gleichkomme. Viele Kommunen scheuten kostenintensiven Asbest-Sanierungen, und verschlössen deshalb ihre Augen vor der Tatsache, dass die gefahrlose Weiternutzung derartig alter Gebäude nicht gewährleistet sei: „Die Asbest-Untersuchung durch einen qualifizierten Sachverständigen kann den Eltern und Lehrern schnell die Sorgen nehmen - oder den Bedarf einer Asbest-Sanierung aufzeigen“, betont Vogel. Auch sonstige öffentliche Gebäude, aber auch Wohnhäuser mit einer der damals beliebten Nachtspeicherheizung, seien potentielle Gefahrenherde.

„Angesichts der klammen Kassen der öffentlichen Hand ist eine umfassende Bestandsaufnahme und Sanierung aller öffentlicher Gebäude aus der Asbest-intensiven Zeit leider unrealistisch. Für die Abwendung von Gefahren für die Gesundheit unserer Kinder sollte aber Geld vorhanden sein“, fordert Vogel. Systematische Asbest-Untersuchungen in Schulen der betroffenen Baujahre seien unumgänglich!

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