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WDVS-Fachverband: Mit 40,1 Mio. m² durchaus noch akzeptables Ergebnis für 2012

Dr. Wolfgang Setzler, Geschäftsführer des Fachverbands WDVS
Dr. Wolfgang Setzler
  

(17.3.2013) Wärmedämm-Verbundsysteme (WDVS) erzielten 2012 hohe Aufmerksamkeit durch eine vielfältige Berichterstat­tung in zahlreichen Medien mit zum Teil sehr unterschiedlicher Schwerpunktsetzung und Argumentation. Im nachfolgenden Interview zieht Dr. Wolfgang Setzler, Geschäftsführer des Fachverbands WDVS, eine Bilanz für 2012 und wirft einen Blick in die Zukunft.

Wie hat sich der Gesamtmarkt für WDVS in Deutschland 2012 entwickelt gegenüber 2011?

Dr. Wolfgang Setzler: 2011 war ein Spitzenjahr für WDVS. Alle Faktoren, vom Wetter bis zur Zahl der Tage, an denen uneingeschränkt gedämmt werden konnte, waren für die Bi­lanz deutlich günstiger als in 2012. Im letzten Jahr hatten wir viel weniger effektive Verarbeitungszeit für WDVS. Das hat zu einem Marktrückgang um 5,6 Prozent geführt. Mit 40,1 Mio. verlegten Quadratmetern gab es aber ein durchaus noch akzeptables Ergebnis.

Was waren die wichtigsten positiven Einflüsse auf den Markt?

Dr. Wolfgang Setzler: Hier kann man nur den uneingeschränkten Energiesparwillen der Hausbesitzer nennen. Dieser blieb z.B. deshalb erhalten, weil eine hohe Warmmiete nach wie vor einen Leerstandsindikator darstellt und Einnahmeausfälle bewirken kann.

Was hat neben der Witterung letztlich dazu geführt, dass es nach Jahren des Wachstums 2012 keinen Zuwachs im WDVS-Markt gab?

Dr. Wolfgang Setzler: Zum einen wurde die Förderung insbesondere der öffentlichen Hand deutlich gekürzt und befand sich in 2012 auf dem niedrigsten Niveau der vergan­genen 5 Jahre. Zum anderen wirkte sich die politische Unentschlossenheit bei der För­derung der energetischen Sanierung von Ein- und Zweifamilienhäusern stark bremsend aus. Auch die zum Teil völlig überzogene kritische Berichterstattung einiger Medien hat den einen oder anderen Hausbesitzer zögern lassen.

Warum sind die Fachunternehmer dennoch so gut ausgelastet?

Dr. Wolfgang Setzler: Der Trend, mehr in die Ausgestaltung der Innenräume zu in­vestieren, hält unvermindert an; das bindet Fachkräfte im Handwerk übers ganze Jahr. Das Bauhauptgewerbe, das bis zu 10% der WDVS-Aufträge ausgeführt hat, ist mit der Kernkompetenz Mauerwerksbau zu 100% ausgelastet, weil 2012 erstmals die Neubau­zahlen bei EFH und ZFH deutlich gestiegen sind.

Hält der seit Jahren bestehende Trend zu größeren Dämmstoffdicken bei WDVS an?

Dr. Wolfgang Setzler: Wir registrieren derzeit einen gewissen Stillstand beim Platten­stärkenzuwachs. Das liegt zum einen an den leistungsstärkeren Dämmstoffen und da­ran, dass viele Hausbesitzer aus optischen Gründen keine allzu großen Plattenstärken wollen.

Gab es signifikante Veränderungen bei den für WDVS verwendeten Dämmmaterialien und welche Rolle spielen Innovationen wie Vakuumpaneele oder Phenolharz?

Dr. Wolfgang Setzler: Nach wie vor haben wir hier eine relativ konstante Verteilung der Marktanteile. Vakuumpaneele besitzen so gut wie keine Marktbedeutung. PUR, Mi­neralschaum, Phenolharz und Holzwolleleichtbauplatten konnten leicht zulegen, jedoch auf unverändert niedrigem Niveau. Das zeigt, dass der Dämmstoffmarkt immer noch stark preisgetrieben ist.

Welche Erwartungen hat der FV WDVS für das laufende Jahr, welche Forderungen gibt es an die Politik?

Dr. Wolfgang Setzler: Wenn wir in diesem Jahr das Ergebnis von 2012 halten können, ist das vor dem Hintergrund der unverändert anhaltenden unberechtigten negativen Berichterstattung in den Medien bereits ein Erfolg. Der Winter hat Deutschland ja bis weit in den März fest im Griff, die möglichen Fassadenarbeitstage des ersten Quartals sind also unwiederbringlich vorbei. Von den politischen Entscheidungsträgern brauchen potentielle Auftraggeber mehr Investitionssicherheit, z.B. durch langfristige Förderpro­gramme. Nötig sind insgesamt deutlich bessere Anreize zum Energiesparen und eine stabile Zuschusspolitik verbunden mit einer klaren Gesetzgebung über die EnEV. Soll­ten diese Faktoren 2013 trotz des Wahlkampfes realisierbar sein, könnte am Ende auch ein Marktzuwachs bei WDVS von 3 bis 5% stehen.

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