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Studie zur Wohnungsbautätigkeit: Wer baut wo welche Wohnungen?

Sonderveröffentlichung „Aktuelle Trends der Wohnungsbautätigkeit in Deutschland - Wer baut wo welche Wohnungen?“
  

(1.5.2017) Der Wettbewerb ums Bauland und die damit verbundenen Preissteigerungen von Grundstücken bremsen den Bau günstiger Wohnungen in wachsenden Städten zunehmend aus - und zwar erheblich. Das ist ein Ergebnis einer aktuellen Studie, die vom Institut Quaestio Forschung & Beratung im Auftrag vom Bundesbauministerium (c/o BMUB) und vom BBSR durchgeführt wurde. Das Bonner Beratungsinstitut nahm dazu die Neubautätigkeit in Aachen, Dresden, Düsseldorf, Freiburg sowie Nürnberg unter die Lupe und befragte Wohnungsunternehmen und kommunale Verwaltungen.

Rasche Reaktionen auf die wachsende Nachfrage würden ferner verhindert durch ...

  • komplexe Planungs- und Genehmigungsverfahren,
  • knappe Personalressourcen in den Verwaltungen,
  • Kapazitätsengpässe in Planungsbüros und Bauunternehmen sowie
  • bürgerschaftliche und nachbarschaftliche Widerstände bei Neubauprojekten.

Bundesbauministerin Barbara Hendricks erinnerte bei der Vorstellung der Studie daran, dass die Bereitstellung von Bauland der Schlüssel für den Bau neuer bezahlbarer Wohnungen sei: „Hier brauchen wir dringend Fortschritte.“ Die neue Baugebietskategorie „Urbanes Gebiet“ soll dafür die Voraussetzungen schaffen - siehe dazu auch den Beitrag „Baurechtsnovelle findet Zustimmung im Bundestag und Bundesrat“ vom 31.3.2017. Aber auch die Verwaltungen bräuchten mehr Ressourcen für ein aktives Flächenmanagement, das Eigentümer und Investoren systematisch einbeziehen könne.

BBSR-Direktor Harald Herrmann ergänzte: „Unsere Fallstudien zeigen, wie schwierig es ist, einerseits die innerstädtischen Flächenpotenziale für den Wohnungsbau auszuschöpfen, andererseits das Angebot im günstigen Preissegment auszuweiten.“

In den untersuchten Städten reagierten die lokalen Märkte trotz vieler wohnungspolitischer Initiativen zunächst nur langsam auf den Einwohnerzuwachs und die damit verbundene höhere Nachfrage nach Wohnraum. In den Kommunen dominierten im Untersuchungszeitraum 2014 bis 2016 kleinere Wohnungsbauprojekte, die überwiegend im Rahmen der Innenentwicklung realisiert wurden. Neue Wohnungen entstanden vor allem im mittleren und höheren Preissegment und in Mehrfamilienhäusern. Preisgünstiger Wohnraum wurde im freifinanzierten Wohnungsbau wegen der hohen Grundstückspreise hingegen nur selten geschaffen.

Nach Auffassung der Wissenschaftler müssen dort, wo es kaum noch Grundstücke für den Wohnungsbau gibt, auch Maßnahmen der Außenentwicklung geprüft werden. Voraussetzung dafür sei eine engere Stadt-Umland-Kooperation in der Siedlungs- und Verkehrsplanung.

Die Forschungsarbeit kann kostenfrei als BBSR-Sonderveröffentlichung „Aktuelle Trends der Wohnungsbautätigkeit in Deutschland - Wer baut wo welche Wohnungen?“ per E-Mail an BBSR angefordert werden. Eine PDF-Version ist unter bbsr.bund.de > Veröffentlichungen/Sonderveröffentlichungen abrufbar (direkter PDF-Download).

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