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Betonoase: Erstes öffentliches Gebäude aus Infraleichtbeton - kongenial mit feuerverzinkter Bewehrung

(25.11.2019) Umgeben von bis zu zwanziggeschossigen Wohnhochhäusern wurde in Berlin-Lichtenberg die sogenannte „Betonoase“ errichtet. Das eingeschossige Gebäude ist ein Ersatzneubau für einen seit den 1970er Jahren existierenden Jugendclub gleichen Namens und wird ebenfalls als Jugendclub sowie als Familienzentrum weitergeführt.

Foto © Alexander Blumhoff 


Foto © Alexander Blumhoff
  

Die neue Betonoase ist das erste öffentliche Gebäude, welches mit Infraleichtbeton errichtet wurde. Zur Erinnerung: Mit einer Rohdichte von unter 800 kg/m³ exklusive Bewehrung wiegt Infraleichtbeton deutlich weniger als Normalton und dient zugleich als Wärmedämmstoff: So erfüllt die Betonoase mit ihren 50 cm dicken, monolithischen  Sichtbetonwänden den Passivhausstandard.

Im Gegensatz zu Normalbeton werden für Infraleichtbeton statt Schotter oder Kies leichtere Zuschläge wie Blähton oder Blähglas verwendet. Hierdurch wird er porös und kann viel Luft einschließen. Die damit einhergehenden Einbußen hinsichtlich der Festigkeit sind allerdings im Geschosswohnungsbau vertretbar: Es wird immer noch eine Druckfestigkeitsklasse von LC8/9 oder mehr erreicht. Damit übertrifft Infraleichtbeton eine Mauerwerkswand aus Porenbeton.

Foto © Alexander Blumhoff 

Infraleichtbeton ermöglicht als tragender und gleichzeitig wärmedämmender Beton monolithische Bauweisen und besitzt damit im Vergleich zu mehrschichtigen Wandaufbauten mit vorgeklebter Wärmedämmung als einzelner Werkstoff ein großes Nachhaltigkeitspotenzial. Zudem spricht Infraleichtbeton die Sinne an, da er sich weich und warm anfühlt.

Die von Gruber + Popp Architekten entworfene Betonoase wurde in Zusammenarbeit mit Prof. Mike Schlaich vom Lehrstuhl für Massivbau der TU Berlin und dem Ingenieurbüro Schlaich Bergermann Partner realisiert. Da die Verwendung von Infraleichtbeton noch nicht durch entsprechende Normen definiert ist, war für die Umsetzung der Jugendeinrichtung eine Zustimmung im Einzelfall erforderlich.

Foto © schlaich bergermann partner 

Feuerverzinkte Bewehrung zur Absicherung

Die Bewehrung der Betonoase wurde außerdem feuerverzinkt, um einen dauerhaften Schutz gegen Korrosion in Folge von Karbonatisierung zu erreichen. Schlaich Bergermann Partner schreiben dazu: „Aufgrund der geringeren Dichte des neuartigen Betons im Vergleich zum Normalbeton ist nicht bekannt, wie tief das CO₂ der Luft in den Beton eindringen kann. Da dieser aber den Beton versäuert, bietet die Verzinkung einen sicheren Schutz der Bewehrung vor der Karbonatisierung.“

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