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Ertüchtigung eines Regionalbahnhofs - erstmals mit Aquapanel Cement Boards

(7.5.2021) Um die Wandbekleidungen der Bahnsteige im Regionalbahnhof am Frankfurter Flughafen neu zu gestalten, entschied sich die Bahn erstmals in Deutschland für eine Konstruktion aus Aquapanel Cement Boards Outdoor von Knauf und Glasscheiben in vorgefertigten Stahlrahmen. Die schnelle, robuste und anpassungsfähige Lösung könnte zum Vorbild für andere Bahnhöfen werden.

Fotos © Knauf / Sigi Lustenberger 

Hier ein Stoß, dort der Kaffee verschüttet, drüben die Zigarette ausgedrückt: Wände entlang von Bahnsteigen müssen hart im Nehmen sein. Sie sollten deshalb enorm widerstandsfähig, stabil, feuchte- und witterungsbeständig sowie leicht zu reinigen und auszutauschen sein. Und nicht zuletzt müssen die Bekleidungen bzw. das Konzept dahinter so anpassungsfähig sein, dass die Wandbekleidungen auf unterschiedlichsten Untergründen halten und sich an alle Raster und Gegebenheiten adaptieren lassen.

Gesucht: Langfristige Lösung für alle Bahnhöfe

Als langfristigen Ersatz für die nicht mehr zeitgemäßen Wandbekleidungen des Regionalbahnhofs am Frankfurter Flughafen erprobte die Bahn daher erstmals eine Kombination aus Knaufs Aquapanel Cement Boards Outdoor und Glas.

Die bisherigen Wandbekleidungen aus Waschbetonelementen waren angestoßen und optisch schon lange nicht mehr schön. Auch der Platz für Werbemedien war nicht vorhanden - bzw. nicht zeitgemäß gestaltet. Als Teilmaßnahme im Rahmen des Projekts „Zukunft Bahn“, zu dem auch die Sanierung der S-Bahn-Stationen Hauptwache, Hauptbahnhof Tief, Regionalbahnhof und Taunusanlage gehören, hatten die Projektleiter und Planer im Vorfeld und während der Baumaßnahme in regelmäßigen Sitzungen die optimale Lösung zur Gestaltung aller Bahnhöfe diskutiert.

Ein maßgefertigter Stahlrahmen bildet die Basis


  

Nachdem die alten Verkleidungen entfernt worden waren, wurden die Wände zunächst ausnivelliert. Im Anschluss wurden senkrecht verlaufende Aluminium-Profile am Untergrund montiert, auf denen horizontale Agraffenprofile befestigt wurden, die wiederum als Basis für die weitere Unterkonstruktion dienen. Diese besteht aus maßgefertigten 120 x 300 cm großen Stahlrahmen, die ab Werk rückseitig für die Einhängung in das Agraffensystem vorgerichtet waren. Die Stahlrahmen dienen wiederum als Trägerkonstruktion für die mit Edelstahlschrauben daran befestigten, robusten Aquapanelplatten. „Alle Anschlussstellen haben wir nach Vorschrift verspachtelt und mit Gewebe vollflächig armiert, bevor die Konstruktion im Klebeverfahren der Glas-Bekleidung vervollständigt wurde“, erklärt Peter Lauterberg, Geschäftsführer der IN-Ausbau GmbH, die im Auftrag der Ed. Züblin AG mit den Trockenbauarbeiten am Frankfurter Regionalbahnhof betraut war.

Auf den in die Unterkonstruktion eingehängten Stahlrahmenelementen werden die Glasscheiben verklebt - hier noch mit blauer Schutzfolie belegt. 

Revisionierbare Vorsatzkonstruktion

Das von einem Tragwerksplaner dimensionierte Tragsystem aus Agraffenprofilen macht es möglich, die darauf montierten Aquapanel Stahlrahmenelemente unkompliziert ein- und auszuhängen. Dies ist notwendig, da die Betonwände dahinter mindestens alle fünf Jahre kontrolliert werden müssen. Bekleidungen dürfen demnach nicht am Rohbau angespachtelt werden und machen deshalb die revisionierbare Vorsatzkonstruktion unumgänglich.

Die mit der Unterkonstruktion verschraubten, nicht brennbaren Aquapanelplatten stabilisieren das System. Die beidseitig mit einem Glasgittergewebe armierten Platten mit einem Kern aus Portlandzement und Zuschlagstoffen erwiesen sich hier als optimal, da sie selbst ohne zusätzliche Beplankung widerstandsfähig gegen mechanische Einflüsse und extreme Witterung sind. Als universaler Untergrund lassen sie sich darüber hinaus auch mit anderen Baustoffen wie Fliesen bekleiden:

Die Konstruktion integriert Aussparungen für Schaukästen und ist so stabil, dass sie auch 250 kg schwere, mit Glas belegte Türen tragen kann. Dies war deshalb gefordert, weil gegebenenfalls Revisionstüren eingebaut werden sollen, die die Kontrolle des hinter der Bekleidung verborgenen Rohbaus ermöglichen.

Als Abschlusselemente und Kantenschutz dienen unten Stoßwinkel aus Edelstahl auf Distanzstücken, die mit Dichtungsprofilen dauerelastisch am Untergrund befestigt sind. Oben schließt die Bekleidung mit Winkelblechen ab, so dass ein hochwertiger Anschluss an die horizontal verlaufende Abhangdecke gegeben ist.

Bewährtes Prinzip als universelles Leitdetail

„Darüber hinaus hat sich die Lösung – und die Zusammenarbeit mit den einzelnen Beteiligten – als so gut erwiesen, dass wir trotz des starken Zeitdrucks um fast eine Woche früher fertig geworden sind als geplant“, freut sich Architekt Alexander Heinelt, der seitens Dietz-Joppien Architekten AG mit der Planung und Bauüberwachung betraut war. Aufgrund der erfolgreichen Einführung am Frankfurter Regionalbahnhof soll das nun erprobte System auch auf weitere Bahnhöfe übertragen werden. Unabhängig vom dort gewählten Belag soll sich die Agraffenkonstruktion mit den Aquapanelplatten dabei als universaler Untergrund beziehungsweise universales Leitdetail durchziehen.

Weitere Informationen zum Aquapanel Cement Boards Outdoor können per E-Mail an Knauf angefordert werden.

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