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Aus dem Nähkästchen: Chromierte Schnecken in der Mauerziegel-Produktion

(11.5.2022) Sechs Monate Erhebung, 17.000 Messungen täglich, zwei Testmethoden - Resultat: Energie-Einsparpotenzial von 12 bis 15% bei der Produktion von Mauerziegeln, dank chromierter Schnecken-Bauteile in den Ziegelstrangpressen. Durchgeführt wurde die Studie von den Ziegelwerken Leipfinger-Bader im eigenen Haus. Der italienische Maschinenteile-Spezialist Latermec fungierte dabei als Kooperationspartner.

Energie einzusparen ist für Firmenchef Thomas Bader im Kampf gegen Klimawandel und Ressourcenknappheit ein wesentliches Thema. Aus diesem Grund wurden von den Ziegelwerken Leipfinger-Bader in den letzten Jahren bereits vielfältige Maßnahmen umgesetzt, die den Verbrauch bei der Ziegelproduktion optimieren – etwa durch den Einsatz eines energieeffizienten Tunnelofens.

Fotos © Latermec / Leipfinger-Bader 

Innovatives verschleißfestes Verfahren

Zur Erinnerung: Mauerziegel werden in der Herstellung zunächst aus Ton, Lehm und Wasser geformt, bevor sie danach zum fertigen keramischen Wandbaustoff gebrannt werden. Die europäische Ziegel- und Keramik-Industrie erhält dabei seit über 30 Jahren Unterstützung von Latermec - in Form von Regenerations- und Belag-Dienstleis­tun­gen für Komponenten und Ersatzteile im Formgebungs-Maschinenbereich. Dies umfasst auch Schnecken und Mundstücke, wie sie bei der Ziegelproduktion verwendet werden.

Für Schnecken, wie sie in Strangpressen eingesetzt werden, verspricht das neuartige verschleißfeste Verfahren „Latermec Tenax“ eine signifikante Senkung des Energieverbrauchs. Dafür wird am Flügelende der Schnecken formstabiles Tungsten-Carbid mit einem Härtegrad von HCR 82 angebracht. Dieses stabilisiert den äußeren Durchmesser der Schneckenflügel. Auf den Sichtflächen sorgen zugleich komplexe Karbide dafür, dass sich während des Chromierungs-Prozesses keine Risse bilden und die Oberflächen glatt bleiben. Im Anschluss erhalten die Schnecken eine Chromlegierung, die als zusätzliche Schutzlage dient und den Ziegel-Rohstoff mit weniger Reibung über die Oberfläche befördert.

Eine Fallstudie mit guten Resultaten

Für die bei Leipfinger-Bader durchgeführte Studie wurden über einen Zeitraum von sechs Monaten Daten zu Produktion und Energieverbrauch gesammelt. Unter Beobachtung standen dabei Strangpressen-Schnecken mit traditioneller „Aufpanzerung“ und solche mit neuer Tenax-Chromierung, so dass die Daten im Anschluss vergleichbar waren. Jede Schnecke befand sich dafür drei Monate im Einsatz, wobei über 17.000 Messungen pro Tag durchgeführt wurden.

Zwei verschiedene Methoden bildeten die Basis der Studie:

  • Nach der ersten galt es, die beiden Technologien drei Monate lang in unterschiedlichen Ziegel-Produktionen zu vergleichen. Dabei erfolgten zwei bis drei Mundstückwechsel pro Tag. Am Ende dieses Testlaufs konnte eine Energieeinsparung von rund 12% festgehalten werden.
  • Die zweite Methode bezieht sich auf einen 24-Stunden-Vergleich bei gleicher Ziegelproduktion und gleichem Mundstück. Hier ließ sich die Energieeinsparung auf bis zu 15% steigern.

Zurückzuführen ist das Ergebnis auf die Druckverringerung und gleichmäßigere Verarbeitung des Rohstoffes. Außerdem wurde aufgrund der geringeren Reibung weniger Wärme erzeugt – ein Nebeneffekt, der sich positiv auf die Konsistenz der Lehmmasse auswirkte.

Mehrfache Schnecken-Erneuerung möglich

Neben der Energieeinsparung zeigte sich bei dem Tenax-System noch ein weiterer Vorteil: Die Chrombeschichtung verlängert auch den Lebenszyklus der Schnecke. Es besteht zudem die Möglichkeit einer Regenerierung, indem die Schnecke „de-chro­miert“, repariert, verschleißfest behandelt und wieder mit der Hart-Chromierung versehen wird. Dies soll gegenüber einer Erneuerung mit traditioneller Hart-Aufschweißung vorteilhaft sein, da so die Gefahr der Rissbildung deutlich reduziert werde. Auf diese Weise kann die Schnecke länger erhalten und eine nachhaltigere Nutzung dieses Verschleiß-Bauteils erreicht werden. „Die Studie hat uns nützliche Erkenntnisse geliefert, die wir in Zukunft zur ökologischen Optimierung unserer Mauerziegel-Produktion nutzen können“, fasst Herr Bader zusammen.

Weitere Informationen zu Mauerziegeln können per E-Mail an Leipfinger-Bader angefordert werden.

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