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E-handwerkliche Betriebe wollen verstärkt Wachstumsmärkte besetzen


  

(4.10.2022) Ganz gleich, wie gut es Deutschland vor dem Hintergrund einer sich verschärfenden Energiekrise gelingt, durch den bevorstehenden Winter zu kommen: Am Umstieg auf Erneuerbare Energien führt kein Weg vorbei. Es gilt, unabhängig von nur noch begrenzt zur Verfügung stehenden Brennstoffen zu werden und die Weichen für eine klimaneutrale Zukunft zu stellen. Photovoltaik, Wärmepumpen, Batteriespeichern, Elektromobilität und Energiemanagementsystemen gehört die Zukunft. Und diese Zukunft ist vor allem eines: elektrisch.

Der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) wollte daher im Rahmen seiner vom 12. bis 16. September 2022 durchgeführten Herbst-Konjunkturumfrage von seinen Innungsmitgliedern u.a. wissen, inwieweit sie Photovoltaik, Wärmepumpen und Elektromobilität für wichtig halten und wie sie ihr Geschäft danach ausrichten wollen. Die Ergebnisse liefern auch mit Blick auf die derzeit in Frankfurt am Main stattfindende Light+Building  interessante Erkenntnisse für den Gebäudebereich:

Große Offenheit der E-Handwerke gegenüber Zukunftstechnologien

Wissen wollte der ZVEH u.a., welche Bedeutung die elektrohandwerklichen Betriebe generell den Bereichen PV, Wärmepumpen und Ladeinfrastruktur für Elektromobilität beimessen, inwieweit sie hier bereits tätig sind und wie sich die Umsatzentwicklung verändert. Dabei zeigte sich: Die E-Handwerke stehen neuen Zukunftstechnologien grundsätzlich durchaus positiv gegenüber. Auf die Frage, wie wichtig sie es finden, dass elektrohandwerkliche Betriebe vor dem Hintergrund von Energiewende und Energiekrise entsprechende Leistungen anbieten, antworteten mit Blick auf ...

  • Photovoltaikanlagen 93%,
  • Ladeinfrastruktur (LIS) 86,4% und auf
  • Wärmepumpen 80,5% der Befragten mit „sehr wichtig“ oder „wichtig“.

Neue Geschäftsfelder entwickeln sich

Ein Blick auf die Geschäftsfelder zeigt: Aktuell sind schon 85,2% der Betriebe im Bereich Elektromobilität tätig. Services rund um die Ladeinfrastruktur (LIS) wie deren Planung, Einbau oder auch die Wartung und der E-CHECK E-Mobilität sind damit fest in der Hand der E-Handwerke. Photovoltaik ist hingegen erst bei der Hälfte der befragten E-Unternehmen ein Thema: 47,4% sind schon im Bereich PV tätig, insbesondere dort, wo es um gebäudenahe Anlagen geht. Noch ausbaufähig, aber im Kommen, sind Wärmepumpen. So gab immerhin ein Drittel (32,7%) der Teilnehmer/-innen an der Umfrage an, auch Wärmepumpen zu installieren.

Überproportionale Umsatzzuwächse bei neuen Zukunftstechnologien

Das wachsende Engagement in den neuen Wachstumsmärkten spiegelt sich auch in der Entwicklung der Umsatzanteile wider. In allen drei Bereichen stiegen die generierten Umsätze. Dabei fiel der Anstieg im Bereich Photovoltaik sogar überproportional aus: Hier machen Services rund um PV-Anlagen mittlerweile 3,4% des Umsatzes der befragten e-handwerklichen Betriebe aus. Vor sechs Monaten hatte deren Anteil am Umsatz noch bei 2,5% gelegen. Bei den Wärmepumpen und im Bereich LIS stiegen die Umsatzanteile ebenfalls und machen bei Wärmepumpen nun 1,9% vom Gesamtumsatz aus (Frühjahr 2022: 1,5%). Im Bereich LIS gehen stattliche 5,6% des Umsatzes auf das Konto von Dienstleistungen rund um die E-Mobilität (Frühjahr 2022: 5,4%).

„Wenn Sie aktuell noch keine Leistungen in diesem Bereich erbringen: Wie wahrscheinlich ist es, dass Sie bis Ende 2025 hier Leistungen anbieten werden?" Auch das wollte der ZVEH von den Teilnehmern/-innen der Konjunkturumfrage wissen. Schließlich braucht es für den Hochlauf von E-Mobilität und Photovoltaik sowie die Wärmepumpenoffensive der Regierung Zahlen, die E-Handwerk wie Politik eine verlässlichere Planung ermöglichen. Eine solche ist nicht zuletzt die Basis für eine nachhaltige Fachkräfte-Qualifizierung.

Photovoltaik hat noch viel Potential

Potential scheint demnach vor allem die Solarenergie zu haben. So gibt ein Drittel der E-Unternehmen, die derzeit in diesem Bereich noch nicht aktiv sind, an, sich hier bis 2025 engagieren zu wollen - 18,4% halten es für „sehr wahrscheinlich“, 15,5% für „eher wahrscheinlich“.

Ähnlich fielen die Antworten bei der Installation von Ladeinfrastruktur aus (13,2% „sehr wahrscheinlich“ / 14,7% „eher wahrscheinlich"). Hierbei gilt allerdings zu berücksichtigen, dass in diesem Bereich bereits mehr als 85% der Betriebe tätig sind, das Wachstumspotential also begrenzt ist.

In puncto Installation von Wärmepumpen antworteten 8,9% der Befragten mit „sehr wahrscheinlich“ und 18,6% mit „eher wahrscheinlich“.

Für diejenigen, die ein künftiges Engagement in den genannten Bereichen eher ausschlossen, sind vor allem zwei Argumente ausschlaggebend:

  • Die neuen Geschäftsfelder passen nicht zum Kerngeschäft, was zum Beispiel auf Betriebe zutrifft, die konsequent auf Informationstechnik oder Elektromaschinen und Antriebstechnik spezialisiert sind.
  • Oder es fehlt an Mitarbeitern für die Erschließung dieser neuen Geschäftsfelder. Bei dieser Gruppe könnte eine Verbesserung im Bereich der Fachkräfte-Versorgung unter Umständen ein Umdenken bewirken.

Qualifizierung als Schlüssel

Dass eine Vielzahl von Betrieben PV, Ladeinfrastruktur und Wärmepumpen als zukunftsträchtige und lohnende Geschäftsfelder ausgemacht hat, zeigt die hohe Bereitschaft, Mitarbeiter/-innen dafür zu qualifizieren. 83,2% der Umfrage-Teilnehmer, die angaben, sich bis Ende 2025 im Bereich PV engagieren zu wollen, halten es für „sehr wahrscheinlich“ oder „eher wahrscheinlich“, dass sie Mitarbeitende entsprechend weiterbilden werden. Bei den Wärmepumpen waren es 80,6%, bei LIS 78,5%. Die Fachbetriebe, die zwar in den kommenden Jahren in den Wachstumsmärkten tätig sein wollen, aber keine Qualifizierung der Mitarbeitenden planen, nannten am häufigsten als Argument, dass ein Ausfall von Personal für die Zeit der Weiterbildung nicht verkraftbar wäre.

„Unsere aktuelle Konjunkturumfrage hat bestätigt, dass die elektro- und informationstechnischen Fachbetriebe derzeit über eine hohe Auslastung verfügen. Dass sie - trotz voller Auftragsbücher und Fachkräftemangels - den neuen Klimatechnologien gegenüber sehr aufgeschlossen sind und sich zunehmend in diesen zukunftsträchtigen Geschäftsfeldern engagieren, bestätigt uns, dass unsere E-Handwerker voll hinter der Energie, Verkehrs- und Wärmewende stehen, diese tatkräftig unterstützen und somit einen wichtigen Beitrag als Klimaschützer und Fortschrittmacher leisten“, resümierte Alexander Neuhäuser, stellvertretender ZVEH-Hauptgeschäftsführer.

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