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Dynamische Raumkonzepte für smarte Büros - entwickelt an der FH Münster

(6.11.2018) Einen realistischen Vorschlag für smarte Büros der Zukunft kommt von Martin Theodor Schulte, Absolvent des Fachbereichs Architektur der FH Münster, der Münster School of Architecture (MSA). Seine Idee: Abhängig davon, was gerade an­steht - Konferenz, Brainstorming, intensive Einzelarbeitsphase -, passt sich der Raum mit seinen Möbeln und zusätzlichen Modulen aus beispielsweise Pflanzen, raumtrennenden Rollläden und einer variablen Deckenhöhe selbständig den Bedürfnissen der Anwesenden an.

Martin Theodor Schulte baut an seinem Modell mit den Rollos, die sich je nach Bedarf an den Raum automatisch anpassen. (Foto © FH Münster) 

Wie soll das gehen? „Zunächst einmal müssen Sensoren Nutzerdaten generieren, damit der Raum auf sie reagieren kann“, erklärt Schulte. In seinem Konzept machen dies Mini-Sensoren, die überall im Raum verteilt werden und unter der Decke kleben. Sie liefern Informationen zu Licht, Lautstärke, Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Hinzu kommen Bewegungen, die beispielsweise Rückschlüsse auf Durchgänge oder häufig verwendete Objekte zulassen. „Das geht in den Bereich Internet der Dinge. Aus den so gewonnenen Daten erstelle ich Raumdiagramme, die sich mit den persönlichen Vorlieben zum Arbeitsplatz abgleichen lassen. Auf diese Weise findet man schnell die perfekte Position und den angenehmsten Arbeitsplatz für sich im Raum.“

Darüber hinaus möchte der MSA-Absolvent als Architekt verstehen, wie ein Raum und sein „Spirit“ funktioniert. Aber das lässt sich nicht mal eben so messen. Die Sensoren und die Bewegungsströme, die sie aufzeichnen, geben jedoch wichtige Hinweise: „Das Prinzip habe ich bei uns im Digitalen Labor getestet. Dabei kam heraus, dass die 3D-Drucker sehr viel genutzt werden, klar. Aber auch, dass die Leere mitten im Raum total wichtig ist für die Kommunikation. Wer Fragen hat oder etwas besprechen will, bleibt dort stehen. Da findet der Austausch statt.“

Der Idee nach müsste ein Raum genau auf diesen jeweiligen Bedarf reagieren. „Räume sind dann nicht mehr statisch, sondern dynamisch“, so Schulte. „Roboter sollen Tische bei Bedarf bewegen und die Möbel neu anordnen, ähnlich wie in den Logistikzentren bei Amazon. Automatische Rollos könnten als Raumtrenner fungieren und auch unterschiedliche Deckenhöhen erzeugen. In der Literatur werden niedrige Decken beispielsweise für logisches Denken empfohlen, hohen Decken sollen kreativ machen.“ In seinem Plan stecken außerdem viele mannshohe Pflanzen auf Rädern für halbdurchsichtige Barrieren.

„Es geht mir darum, Elemente zu verwenden, die vertraut sind - so lässt sich der neue Raum mit seinen Eigenschaften für den jeweiligen Bedarf generieren, ohne dass der Nutzer sich fremd fühlt.“ Ein Eintrag im Kalender kann beispielsweise auch den Ausschlag geben: je nach Schlagwort designt ein Algorithmus dann automatisch den Raum zum Termin und erzeugt einen zum Anlass passenden Grundriss. „Mir ist es gelungen, ein funktionstüchtiges Mock-Up des Programms zu schreiben, mir fehlen nur die Fachkenntnisse, um das Projekt marktreif zu machen“, freut sich Martin Theodor Schulte.

Die Idee steht, ist ausgearbeitet und kam sehr gut beim betreuenden Professor Ulrich Blum an: „Diese Arbeit hat eindeutig Zukunftspotenzial und ist ein echter Ansatz für alle Unternehmen, die Mitarbeiterpartizipation ernst nehmen, indem sie Arbeitsumgebungen bereitstellen, die von den Wünschen, Vorlieben und den sich täglichen verändernden Anforderungen seitens der Mitarbeitenden geformt sind.“ Und auch Schulte hält am Konzept seiner Masterarbeit fest: „Das ist mit Mitteln machbar, die man bereits zur Verfügung hat.“

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