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Architekten und Ingenieure bislang weniger hart getroffen als befürchtet, aber...


  

(6.7.2020) Bislang trifft die Corona-/COVID-19-Krise offenbar Architekten und Ingenieure weniger hart als zunächst befürchtet, weil die staatlichen Stützungsmaßnahmen die Büros stabilisieren können. Dennoch gibt es für Planer aller Fachrichtungen wohl keinen Grund zur Entwarnung: Immerhin 49% der Kammermitglieder erwarten laut zweiter „Deutschlandweiten Kurzbefragung zu den Auswirkungen der Corona-Epidemie“ einen Auftragsrückgang in den nächsten 12 Monaten. 62% der Büros gehen ferner davon aus, derzeit nicht oder nur in eingeschränktem Maße Neuaufträge abschließen zu können und 17% befürchten ernste Liquiditätsengpässe im kommenden Jahr.

Vom 22. bis 28. Juni 2020 gaben bei der Kurzbefragung von Bundesarchitekten- und Bundesingenieurkammer außerdem 62% der befragten Architekturbüros an, negative Folgen der Corona-Pandemie zu spüren. Bei der ersten Erhebung im April 2020 waren es noch 81%. Mittlerweile berichten jedoch nur noch 6% der Kammermitglieder über akute(!) Liquiditätsprobleme im Vergleich zu 18% im April - siehe Beitrag vom 22.4.2020.

Foto © baulinks/AO 

BAK fordert Stärkung öffentlicher und gewerblicher Auftraggeber

„Wir sind erleichtert, dass die wirtschaftlichen Risiken für Architektinnen und Architekten durch die Auswirkungen der Krise in den letzten Wochen nicht angestiegen sind,“ sagt die BAK Präsidentin Barbara Ettinger-Brinckmann. „Soforthilfen, Absenkung von Steuervorauszahlung und Kurzarbeitergeld werden in Anspruch genommen. Dennoch gibt es keinen Grund zur Entwarnung, da wir weiterhin von nachgelagerten und länger andauernden negativen Effekten für die Baubranche ausgehen. Wir müssen vor allem an allen notwendigen Rahmenbedingungen weiterarbeiten, damit die Anreize des In­no­vations- und Konjunkturpakets bei den dringend benötigten Bauprojekten und Sa­nie­rungs- wie Modernisierungsaufgaben ankommen und der Klimaschutz weiter vorangetrieben wird.“

Erforderliche Maßnahmen aus Sicht der Bundesarchitektenkammer sind u.a.:

  • Stärkung der öffentlichen und gewerblichen Auftraggeber, damit Aufträge trotz der Coronakrise weiter ausgelöst werden können. Die zügige Erteilung von Baugenehmigungen muss sichergestellt sein, damit sich Projekte nicht verzögern.
  • Finanzielle Hilfen von Bund, Ländern und Gemeinden müssen auch für diejenigen zur Verfügung stehen, die erst zu einem späteren Zeitpunkt von den Auswirkungen der Krise betroffen sind.
  • Förderbedingungen müssen an die konkreten Bedarfe der jeweiligen Berufsstände angepasst werden. Da sich die Krise länger hinzieht, sollte insbesondere beim Corona-Soforthilfe-Programm nicht nur der Antragszeitraum, sondern vor allem der Bemessungszeitraum verlängert werden.

Die Online-Umfrage wurde gemeinsam von Bundesarchitektenkammer und Bundesingenieurkammer bei dem Marktforschungsunternehmen Reiß & Hommerich in Auftrag gegeben. In die Datenanalyse flossen Angaben von insgesamt 5.551 Befragten (3.503 Architekten und 2.048 Ingenieure) ein. Eingeladen waren alle selbstständig tätigen Mitglieder der Architekten- und Ingenieurkammern der Länder. Die Umfrage soll in regelmäßigen Abständen wiederholt werden, um die Politik mit ausreichend validem Datenmaterial zu unterstützen.

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