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Holzforscher sehen Algenbefall an Hausputzen voraus

(30.10.2007) Für Algenbefall an Hausfassen gibt es vielfältige Gründe - wie z.B. vermehrte Stickoxide in der Luft. Fraunhofer-Forscher wollen nun vorausberechnen können, ob und wann ein Hausbesitzer mit diesen Mikroorganismen an seiner Hausfassade rechnen muss. So sollen Verbraucher künftig verlässlich die Qualität von Hausputzen hinsichtlich ihrer Algenresistenz beurteilen können.


Unregelmäßiger Algenbefall auf einer Putzfassade mit Wärmedämmverbundsystem

Ein Grund von vielen für veralgte Fassaden ist die vermehrte Zulassung von Dieselfahrzeugen: Die ausgestoßenen Stickoxide lagern sich auf Fassaden ab und dienen Algen als Nahrungsquelle. Ein weiterer Grund ist die bessere Dämmung vieler Gebäude. Sie führt zu kälteren Wandaußenflächen, auf denen Feuchtigkeit kondensiert, die wiederum einen idealen Lebensraum für Algen bildet.

Bauherren wüssten natürlich gern, wie wahrscheinlich und innerhalb welchen Zeitraums auf ihrem Putz Algen zu erwarten sind, um gegebenenfalls auf ein alternatives Produkt auszuweichen. Für derartige Prognosen entwickeln die Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Holzforschung, Wilhelm-Klauditz-Institut (WKI), derzeit ein Verfahren, das Putze schnell und verlässlich qualifizieren könne. Die Braunschweiger Forscher planen hierfür die Einführung eines Klassifikationsschemas - ähnlich der Einteilung von Kühlschränken in Energieeffizienzklassen. Bauherren hätten damit auf einen Blick eine zuverlässige Entscheidungsgrundlage hinsichtlich der Algenresistenz ihrer Hausfassade. (Rechts im Bild eine makroskopische Aufnahme eines Putzes mit Algenbefall.)

Ein Putz wird dabei in zwei Schritten bewertet. Zunächst wird untersucht, ob und, wenn ja, in welcher Menge und für welchen Zeitraum der Putz an seiner Oberfläche Feuchtigkeit bildet. Ein zweiter Untersuchungsschritt erlaubt Rückschlüsse darauf, ob der Putz unter Umständen Substanzen enthält, die ein Algenwachstum verhindern. Erste Versuchsreihen liefern bereits überzeugende Ergebnisse und lassen eine zügige Marktreife dieses Verfahrens erwarten. Damit stünde der Putzindustrie ein zuverlässiges Qualitätskriterium zur Verfügung. Es ließe sich offensiv vermarkten und hielte den Wettbewerb der Billiganbieter auf Distanz.

In einem zusätzlichen Schritt kann dann noch die Frage beantwortet werden, ob die unmittelbare Umgebung eines Bauobjekts ein Algenwachstum erwarten lässt. In diesem etwas aufwändigen Verfahren müssen allerdings viele komplexe Randbedingungen berücksichtigt werden, so dass es voraussichtlich zunächst größeren und kommerziellen Bauvorhaben vorbehalten bleiben dürfte.

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