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Studie: Viele Hausbesitzer bei der Asbest-Sanierung bzw. -Entsorgung im Rückstand

(6.12.2016) 13 Dörfer und Städte, 1.507 begutachtete Häuser an der Mosel und in der Eifel - und ein eindeutiges Ergebnis: Für mehr als ein Drittel aller Wohngebäude besteht Handlungsbedarf bei der Dach- und Fassadensanierung. „Auf eines der wichtigsten Bauteile eines Hauses wird häufig am wenigsten geachtet“, resümiert Professor Ulof Rückert, der gemeinsam mit angehenden Architekten der Hochschule Koblenz Ortskerne und Siedlungsbereiche in Augenschein nahm. Sie ...

  • kamen bei 771 Gebäuden zu dem Ergebnis „sanierungsbedürftig“, und
  • sahen bei 161 Immobilien sogar akuten Sanierungsbedarf.

alle Fotos © Rathscheck Schiefer

Schwerpunktmäßig wurden Häuser im nördlichen Rheinland-Pfalz zwischen Lahnstein, Neuwied und Prüm begutachtet - mit auffallendem Ergebnis: „Obwohl dem Dach eine zentrale Rolle zum Schutz des gesamten Baukörpers zukommt ist das Bewusstsein für eine fachgerechte Instandhaltung wenig ausgeprägt,“ formuliert Professor Rückert, Prodekan des Fachbereichs Bauwesen, diplomatisch. Bemerkenswert wie symptomatisch war für die Studierenden: „Viele Dächer sind nur notdürftig repariert, teilweise wurden auch nur Teilflächen saniert.“ Mit einem Sanierungsstau von 42% bzw. 38% aller Gebäude führen zwei kleinere Gemeinden die Negativliste an.


  

Je nach Eindeckung halten Dächer zwischen 30 und 90 Jahren. Das Gros vieler Häuser auf dem Land stammt aus den Jahren zwischen 1900 und 2000. Manche haben längst ihre zweite Dacheindeckung, und viele tragen auch noch Altlasten: Denn bis Anfang der 1990er Jahre wurden vor allem im so genannten Schiefergürtel (er umfasst weite Teile von Rheinland-Pfalz, Saarland, Nordrhein-Westfallen, Hessen und Thüringen) gerne asbesthaltige Faserzementplatten verwendet, die Schiefer imitieren sollten. Prof. Rückert erinnert: „Das aus Zement und Asbestfasern gepresste Material galt als unbrennbar, haltbar, war günstig und schnell zu verarbeiten und wurde über Jahrzehnte als Replikat dem ursprünglich in der Region verwendeten natürlichen Baustoff vorgezogen.“

Rathscheck: weit mehr als eine Million Dachsanierungen notwendig

Heute wird Asbest-Zement als giftig eingestuft - und in manchen Neubaugebieten aus den 1960er und 1980er Jahren ächzen ganze Straßenzüge unter den Altlasten. „Hier steht vielen Hausbesitzern mittelfristig eine umfassende Sanierung noch bevor“, blickt Ulof Rückert, Fachmann für Bauökonomie, Baumanagement und Bauen im Bestand, voraus. Auf 80.000 Gebäude pro Jahr schätzt Rathscheck-Geschäftsleiter Frank Rummel das bundesweite Dach-Sanierungsvolumen, eine hausinterne Studie geht von weit mehr als einer Million notwendigen Dachsanierungen in den bevorstehenden Jahrzehnten aus.

Tickende Zeitbomben!!

Während in Holland die Asbest-Dekontamination - und damit auch der Austausch von belasteten Dachmaterialien - in wenigen Jahren Pflicht wird, dürfen deutsche Hausbesitzer zur Zeit noch frei nach Gesundheitsgewissen entscheiden. Mit zunehmendem Alter kann von Asbestdächern steigende Gefahr ausgehen: Verwittern die Platten, dann ...

  • werden sie brüchig,
  • können feinste Fasern freisetzen,
  • welche in die Lunge gelangen und
  • noch nach Jahren Krebs auslösen.

Besonders bei einem Feuer kann es brisant und teuer werden: In der Vergangenheit mussten ganze Stadtteile und Gemeinden nach Bränden von Asbestdächern großräumig gesperrt werden, bis alle Flächen wieder aufwändig gereinigt waren. „Es lohnt sich aus vielen Gründen zu sanieren - auch vor dem Hintergrund, dass die Entsorgungskosten in den nächsten Jahren weiter steigen werden,“ rät Professor Rückert.

Sanierungen sind (noch) bezahlbar

Obwohl asbesthaltige Dach- und Fassadenplatten bereits heute als Sondermüll in so genannten verschließbaren „BigBags“ deponiert werden müssen, sind die Kosten derzeit noch überschaubar: Zwischen 100 und 200 Euro kostet die Gebühr - regional unterschiedlich - pro Tonne. Rückert vermutet: „Das wird wohl langfristig nicht so bleiben.“ Was passieren kann, zeigen aktuell bereits Probleme bei der Entsorgung von Alt-Styropor - siehe „HBCD-Krise“.

Plädoyer für Schiefer

Während Langzeitbetrachtungen bei Faserzement von einer Lebensdauer von 40 Jahren ausgehen, und Betondachsteine laut einer Untersuchung des Bundes Technischer Experten in der Regel 40 bis 50 Jahre halten sollten, verspricht Naturschiefer eine Haltbarkeit von bis zu 150 Jahren. Dazu kommt der große ökologische Vorteil: Wer heute mit Schiefer neu eindeckt, hinterlässt seinen Erben keine Altlast. Das Naturmaterial kann ferner problemlos recycelt werden - und kommt dann beispielsweise als dekorativer Split im Garten zu einem zweiten Leben.

aus dem Beitrag „Referenz: Hoch gedämmtes Schieferdach für eine denkmalgeschützte Villa in Braunschweig“ vom 18.6.2015

Zuschuss- und Förderprogramm von Rathscheck Schiefer

Bei Ein- und Mehrfamilienhäusern sowie bei Gewerbe-Immobilien soll ein neues Zuschuss- und Förderprogramm die Asbestsanierung schneller voranbringen: Das Servicepaket von Rathscheck Schiefer umfasst ...

  • kostenlose Beratung,
  • Hilfestellung bei der Suche nach Fachleuten,
  • einen direkten finanziellen Zuschuss bei der Sanierung mit Naturschiefer und
  • Hinweise auf weitere Fördermöglichkeiten von Banken, Kommunen und dem Bund.

Über die Volksbank RheinAhrEifel wird für private Bauherren vorerst bis Ende 2017 beispielsweise ein besonders günstiges Dachsanierungs-Darlehen mit zehnjähriger Zinsbindung und 1,75% Effektivzins angeboten.

Weitere Informationen zu Schieferdächern und -fassaden sowie zur Asbestsanierung mit Schiefer können per E-Mail an Rathscheck angefordert werden.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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