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Studie: Nur wenige Smart Home-Nutzer rufen das volle Potenzial ab

(15.8.2019) Einer aktuellen Studie zufolge verwenden derzeit 46% der Deutschen Smart Home-fähige Anwendungen. Jedoch vernetzt nur eine Minderheit die Produkte zu einem eigenständigen System, weshalb in den meisten Fällen das eigentliche Smart Home-Potenzial ungenutzt bleibt.

Das Hamburger Marktforschungsinstitut Splendid Research hat im Juli 2019 im Rahmen einer - laut eigener Aussage - repräsentativen Umfrage 1.509 Deutsche zwischen 18 und 69 Jahren online zum Thema Smart Home befragt. Die Studie betrachtet ...

  • das Marktpotenzial für Smart Home-Anwendungen in Deutschland,
  • die Nutzung und Nutzungsabsicht hinsichtlich verschiedener Smart Home-Produkte,
  • die Treiber und Hemmnisse unterschiedlicher Personengruppen sowie
  • die Bekanntheit, Nutzung und Bewertung relevanter Hersteller.

Die Studie kommt u.a. zu dem Schluss, dass bereits 46% der Bevölkerung mindestens eine Smart Home-fähige Anwendung in Gebrauch haben. Weitere 28% zeigen sich aktuell daran interessiert; etwas mehr als jeder Vierte lehnt eine Nutzung kategorisch ab.

Allerdings muss hinsichtlich des Ausmaßes der Smart Home-Nutzung differenziert werden: Lediglich 12% der Anwender nutzen ihr verfügbares Smart Home-Potenzial umfassend aus. Diese „echten Nutzer“ besitzen mehrere Smart Home-Produkte, die zu einem mehr oder weniger komplexen System verknüpft wurden. Sie sind ...

  • verhältnismäßig jung (die Hälfte ist jünger als 40 Jahre),
  • männlich,
  • technologiebegeistert sowie
  • überdurchschnittlich gebildet - und haben ein ebensolches Einkommen.

Die übrigen 88% „Einfachen Nutzer“ können zwar ebenfalls mehrere Smart Home-fähige Anwendungen besitzen, diese bilden jedoch keine übergreifende Systemlogik ab.

„Angesichts dieser Erkenntnisse, dürften in den meisten Fällen die technischen Möglichkeiten der Anwendungen nur im Ansatz genutzt werden, was Auswirkungen auf die Abschöpfung der enormen Umsatz- und Kundenbindungspotenziale hat“, schlussfolgert Thilo Kampffmeyer, Studienleiter bei Splendid Research.

Entertainment, Kommunikation, Energiemanagement, Sicherheit

Wie bereits im Jahr 2017 sind Produkte der Bereiche Entertainment und Kommunikation sowie Energiemanagement hauptverantwortlich für die hohe Verbreitungsquote von Smart Home. Deutlich über die Hälfte der Nutzer besitzt Produkte dieser Kategorien. Zudem hat im Vergleich zur vergangenen Erhebung der Bereich Wohn- und Gebäudesicherheit Zuwächse verzeichnet: Bereits 37% der Nutzer haben Anwendungen dieser Kategorie installiert.

„Die steigende Nachfrage an Gebäude- und Wohnsicherheit wird auch mittelfristig anhalten, denn gerade für heutige Interessenten ist die erwartete Zunahme an Sicherheit ein wichtiges Argument für die Nutzung von Smart Home“, prognostiziert Studienleiter Kampffmeyer.

Sorgen rund um die Cybersicherheit

Neben gesteigerter Sicherheit versprechen sich Nutzer und Interessenten von Smart Home insbesondere zusätzlichen Komfort. Jedoch ist die aktuelle bzw. geplante Nutzung auch mit konkreten Sorgen verbunden: Knapp ein Drittel der Nutzer und fast die Hälfte der Interessenten sorgt sich um die eigene Privatsphäre und befürchtet gar Hacker-Attacken. Obwohl Smart Home-Ablehner diese Bedenken teilen, sind bei 80 Prozent zusätzlich monetäre Gründe ursächlich für die ablehnende Haltung.

Für knapp 70 Prozent der Ablehner existiert übrigens keinerlei Aspekt, der sie von einer zukünftigen Nutzung überzeugen könnte.

Bekannte Markte > hohe Bekanntheit

Die bekanntesten Hersteller sind Logitech (60% Bekanntheit), Bosch Smart Home (56%) und Magenta Smart Home (51%), wobei diese von der Präsenz der eigentlichen Marke fernab des Smart Home-Feldes profitieren. Ausschließlich auf Smart Home spezialisierte Hersteller wie Ring (10%) oder Homee (3%) fallen dagegen ab.

Besonders zufrieden zeigen sich die Besitzer von Produkten der Serie Hue von Philips sowie Sonos. 56 bzw. 57 Prozent würden diese ihrer Familie oder Freunden weiterempfehlen. Smart Home-Anwendungen der Hersteller Innogy oder AVM-Fritz werden zudem von drei Viertel der Nutzer als vertrauenswürdig hinsichtlich des Datenschutzes eingestuft.

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