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Untersucht: einbruchhemmende Bauelemente in hochwärmedämmendem Ziegelmauerwerk


Schäden aus manueller Prüfung in Widerstandsklasse RC3 nach DIN EN 1627 (Foto © ift Rosenheim)
  

(20.11.2019) Moderne Mauerziegel für den Wohnungsbau werden in niedrigen Rohdichte- und Druckfestigkeitsklassen hergestellt, um die heutigen Wärmedämmanforderungen u.a. der EnEV erfüllen zu können. Entsprechendes Mauerwerk weist damit nicht(!) die geforderte Druckfestigkeit gemäß der „Einbruchnorm“ DIN EN 1627 zur Montage einbruchhemmender Fenster und Türen auf: Ziegel mit Druckfestigkeiten der Klassen <12 sind momentan als Befestigungsgrund für einbruchhemmende Bauelemente normativ nicht nachgewiesen.

Ein aktuelles ift-Forschungsvorhaben kommt aber sehr wohl zu den Schluss, dass hochwärmedämmendes Mauerwerk durchaus auch für einbruchhemmende Bauteile der Widerstandsklassen RC 2 und RC 3 geeignet ist - sofern die Auswahl der Befestigungsmittel und die Montage des Fensters fachgerecht erfolgen. Kernstück der praktischen Untersuchung war die Prüfung nach DIN EN 1627 von bereits klassifizierten einbruchhemmenden Bauelementen in unterschiedlichen Wänden aus wärmedämmendem Ziegelmauerwerk.

Die untersuchten Hintermauerziegel repräsentieren den Großteil des hochwärmedämmenden Ziegelangebots auf dem deutschen Markt. Auf Grundlage der Prüfungen an 19 Wandaufbauten mit insgesamt 41 Fenstereinbauten ließen sich allgemeingültige Aussagen zur Befestigung einbruchhemmender Bauelemente in hochwärmedämmendem Ziegelmauerwerk ableiten. Es hat sich gezeigt, dass nicht nur die Mauersteine und die Elemente selbst Einfluss auf die Einbruchhemmung haben, auch die Art der Montage und die verwendeten Befestigungsmittel spielen eine wichtige Rolle. Außerdem muss - abhängig von der Widerstandsklasse des Bauelementes - beispielsweise noch ein entsprechender Standard-Außenputz berücksichtigt werden. Dieser verlängert die Widerstandszeit gegen Angriffe auf die Befestigungsmittel und den Ziegel selbst.

Allgemein gilt, dass mit steigender Anzahl der Befestigungsmittel die Widerstandszeit beim Angriff auf die Befestigungsmittel zunimmt. Zudem hat sich u.a. herausgestellt, dass es vorteilhaft ist, das Befestigungsmittel durch die druckfeste Hinterfütterung hindurchzuführen.

So konnte ein Vorschlag für die Erweiterung der Tabelle NA.2 in den zuständigen Normausschuss eingebracht werden. Nach derzeitigem Diskussionsstand soll er bei der anstehenden Überarbeitung des nationalen Anhangs 2019 umgesetzt werden. Damit ist dann auch die Verwendung einbruchhemmender Bauelemente (RC2/RC3) in hochwärmedämmendem Ziegelmauerwerk normativ zulässig.

Vorschlag für die Erweiterung der Tabelle NA.2 in DIN EN 1627

Das Projekt wurde gefördert vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (AZ: SWD-10.08.18.7-16.14) im Rahmen der Forschungsinitiative Zukunft Bau. Als Industriepartner unterstützten es PaX, Würth und die Arbeitsgemeinschaft Mauerziegel. Der vollständige Bericht ist via ift-rosenheim.de/shop... kostenlos downloadbar.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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