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Gutes Geschäftsjahr für Elektroinstallationshersteller

(13.11.2022) In den ersten neun Monaten dieses Jahres konnten die deutschen Hersteller von Elektroinstallationssystemen ein Umsatzplus von 9,5% verzeichnen. Zudem haben sich die Lieferketten in der Zwischenzeit etwas stabilisiert, sind aber bei Elektronik-Vorprodukten noch nicht (wieder) so verlässlich wie vor Corona.

Sorge wegen abflachender Neubautätigkeit

Dr. Philipp Dehn (Foto © Dehn SE)
Dr. Philipp Dehn (Foto © Dehn SE)
  

„Die Sanierungswelle des Gebäudebestands steht erst am Anfang“, sagte Dr. Philipp Dehn, Vorsitzender des Vorstands der Dehn SE, anlässlich seiner Wahl zum Vorsitzenden des ZVEI-Fachverbands Elektroinstallationssysteme. „Das Gute daran: Mittel- bis langfristig ist der Ausblick für unsere Branche positiv. Denn ohne Elektrifizierung und Digitalisierung lassen sich Energie-, Verkehrs- und Gebäudewende nicht realisieren.“ Sorge bereitet der Branche die aktuell abflachende Neubautätigkeit.

In seiner neuen Funktion will Herr Dehn die Schlüsselrolle der Elektroinstallationssysteme-Branche bei Politik und Marktpartnern deutlich machen. Mit Blick auf die herausfordernden Sanierungsaufgaben seien entschlossene Maßnahmen in der För­der- und Anreizpolitik unerlässlich, damit Millionen Menschen ihre Gebäude CO₂-neutral machen könnten.

Mit der steigenden Nachfrage nach Photovoltaik, Wärmepumpen und Ladeinfrastruktur im Gebäudebestand, die nicht zuletzt durch die hohen Energiepreise stimuliert wird, nehme auch der Druck zu, die Elektroinfrastruktur im Gebäude zu sanieren. Denn beim Einbau klimafreundlicher Technologien müssten die oftmals überalterten Elektroanlagen zwingend ertüchtigt werden. Jeder Investitionsanlass erzeuge damit automatisch Anpassungsmaßnahmen bei Schutztechnik, Kabelführung, Zählerschrank oder Installationsmaterialien.

Die Bundesförderung energieeffiziente Gebäude (BEG) muss aus Sicht des ZVEI diese elektrotechnischen Umfeldmaßnahmen mitberücksichtigen, wenn sie dazu betragen soll, dass die Sanierungsrate in Deutschland endlich steigt. Zudem fordert der Verband eine gesetzliche Verpflichtung zur anlassbezogenen Überprüfung der elektrotechnischen Infrastruktur bei Eigentumsübergang oder Neuvermietung bzw. Nutzungsänderung.

Auch im Gebäudeenergiegesetz (GEG) sei beim Blick auf die anstehenden Aufgaben noch Luft nach oben: Das Energieeffizienzpotenzial, das im Gebäudebereich liegt, werde derzeit nicht ausreichend gehoben. Durch den Einsatz von Gebäudeautomation in Zweckgebäuden könnten mindestens 30% Primärenergie eingespart werden. Kombiniere man die Möglichkeiten von Digitalisierung und Elektrifizierung, könnten im gesamten Gebäudebereich sogar bis zu 65% Primärenergie gespart werden. Ohne diese Potenziale werde es quasi unmöglich, die definierten Einsparziele zu erreichen. Insbesondere müssten die sich andeutenden ambitionierten Vorgaben aus der EPBD, wie etwa der Einsatz eines Energiemanagementsystems, um zusätzliche Effizienzen zu realisieren, in den nationalen Regelungsrahmen aufgenommen werden.

Wichtig für die Hersteller seien zudem planbare Anreizförderungen. So müsse insbesondere die BEG für die kommenden Jahre verlässlich definiert werden. „Die Hersteller von Elektroinstallationssystemen werden investieren und ihre Strukturen weiter mit qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ausbauen, um die hoch gesteckten politischen Ziele umzusetzen zu können. Dazu braucht es Vertrauen in die Stabilität der Rahmenbedingungen“, so Herr Dehn.

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