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Freyler-Sonderkonstruktion für dynamische Hightech-Fassade am FC Campus

(4.11.2019) Der FC Campus ist ein Eyecatcher direkt an der A5 bei Karlsruhe (siehe Google-Maps). Charakteristisch für die beiden weißen Gebäude-Würfel sind die bläulich schimmernden, schaltbaren Verglasungen mit den großzügig abgerundeten Ecken, die sich im Verlauf der Planung zur zentralen Herausforderung für den Fassadenbau entwickelten. Der Entwurf stammt von 3deluxe.

Bild @ fc.gruppe und 3deluxe-Architekten 

Nicht nur visuell, auch technisch ist die Fassade ein Highlight: Der FC Campus ist das weltweit erste Bürogebäude mit schaltbaren Flüssigkristallfenstern, deren Lichtdurchlässigkeit sich elektrisch regulieren lässt. Mit dem Spezialglas Eyrise der Merck Windows Technologies B.V. konnte bewusst auf eine innen- oder außenliegende Verschattung verzichtet werden, die Fassade mit ihrem hohen gestalterischen Anspruch kommt so optimal zur Geltung - siehe auch Beitrag „Licrivision: Neue Flüssigkristallfenster-Technologie von Merck“ vom 10.2.2015.

Im Juni startete die Montage der Fassade, und diese hatte es in sich: Denn jede einzelne Scheibe mit einer Größe von 1,3 x 3 m wiegt 370 kg. Auf eine Fassadenfläche von 2.500 m² kommen also stolze 200 t Glas zusammen. Zusätzlich wollen mehrere Kilometer Profile und Dichtungen montiert werden. Zunächst entsteht dabei eine Pfos­ten-Riegel-Konstruktion, in welche die einzelnen Scheiben eingesetzt werden. Abschließend wird dann die Verkleidung vorgesetzt.

alle weiteren Foto © Freyler 

Die Fassadenkonstruktion ist eine Sonderlösung, die Freyler Metallbau gemeinsam mit der FC Gruppe konzipiert hat. Sie muss zwei große Herausforderungen lösen:

  • Die hohen Gewichtslasten der 68 mm dicken Scheiben müssen sicher in den Baukörper abgeleitet werden.
  • Das schaltbare Glas kann nicht rund geschnitten werden.

Freyler hat dazu gemeinsam mit dem Partner Raico eine individuelle Lösung entwickelt, um die Rundungen des Gebäudeentwurfs umsetzen zu können: Da das Glas nur segmentiert zugeschnitten werden kann, die Deckleisten aber rund sind, muss der Glaseinstand der Scheibe, der zwischen 23 und 60 mm liegt, aufgefangen werden (normalerweise liegt dieser zwischen 13 und 15 mm). „Über eine Zusatzkonstruktion fangen wir den variablen Einstand auf und überbrücken ihn optisch mit einem 70-mm-Profil nach außen hin“, erklärt Stefan Gauss, Geschäftsbereichsleiter Freyler Metallbau. Zudem musste das Toleranzfeld im Beton von ±20 mm aufgenommen werden. In die Riegel ist außerdem die Kabelführung für die schaltbaren Gläser integriert, um diese im Innenraum in einem eigens entwickelten Kabelkanal enden zu lassen.

Vorfertigung im Freyler-Werk in Kenzingen 

Für das komplexe Bauvorhaben wurde eine individuelle Neupressung der Profile vorgenommen, denn normalerweise liegen diese zwischen 50 und 60 mm. Aufgrund der Toleranzen und des 68 mm dicken Glaspaketes entschied sich Freyler Metallbau aber für ein 70 mm Profilsystem, das von Raico gepresst wurde - also maßgeschneidert für das Eyrise-Glas bzw. den FC Campus. Dieses Rohmaterial wurde dann im Freyler-Werk in Kenzingen vorgefertigt und so konfektioniert, dass die Arbeiten auf der Baustelle möglichst optimal ablaufen können.

Um die Montage der riesigen Fassade umzusetzen, hat sich Freyler Metallbau Unterstützung von langjährigen Partnern geholt. Etwa 3 Monate waren für die Fassadenmontage avisiert, anschließend startete der Innenausbau. Die Fertigstellung ist für den Jahreswechsel 2019/20 geplant.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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