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Zweiter Wärmepumpengipfel: Beschleunigung des Wärmepumpenhochlaufs

(17.11.2022) Am 16.11. fand der zweite Wärmepumpengipfel von Vizekanzler und Bundeswirtschafts- und Klimaschutzminister Habeck sowie Bundesbauministerin Geywitz statt, um ein Eckpunktepapier mit klaren Handlungsfeldern und Maßnahmen zu verabschieden.

Robert Habeck fasste zusammen: „Seit dem ersten Gipfel im Juni 2022 konnten wir das Akteursbündnis nochmal erweitern. Waren es im Juni noch rund 30 Akteure, so sind es mittlerweile rund 50 Vertreterinnen und Vertreter u.a. aus den Bereichen Handwerk, Industrie, Wohnungswirtschaft, Strom und Netze sowie von Sozialpartnern, Gewerkschaften, Forschung und Wissenschaft. Alle Akteure haben auf der heutigen Sitzung das gemeinsame Ziel noch einmal bekräftigt: Wir wollen ab 2024 500.000 neu installierte Wärmepumpen pro Jahr. Das ist ein ambitioniertes Ziel und vieles muss hierfür verbessert und beschleunigt werden.“

Foto © Stiebel Eltron 

Im Fokus des Eckpunktepapiers stehen drei Themen: Produktionsentwicklung, Fachkräfte und Wohnungswirtschaft. „Bei allen drei Kernthemen müssen wir deutlich vorankommen und das kann nur gemeinsam gelingen,“ stellte Minister Habeck fest.

Kernthemen des Eckpunktepapiers

  1. Produktionshochlauf und Produkte
    Alle Akteure sind sich einig, dass ein Ausbau von Produktionskapazitäten in Deutschland und Europa erforderlich ist. Die Sicherung von Lieferketten habe dabei immense Bedeutung. Gebraucht werde eine stärkere europäische Zulieferindustrie, um Komponenten wie Verdichter, Halbleiter und Chips sowie Steue­rungs- und Regelungstechnik lokal beziehen zu können. Einen Ansatz hierfür könne die Europäische Plattform für Transformationstechnologien bieten.
      
    Parallel müsse die Produktentwicklung im Verbund mit Forschungseinrichtungen weiter vorangetrieben werden. Das BMWK wird dies in der Energieforschung mit dem aktuellen Förderaufruf „Klimaneutrale Wärme und Kälte“ unterstützen.
      
  2. Fachkräfte
    In vielen Branchen sind Fachkräfte rar - aber vor allem im Handwerk. Daher soll die Attraktivität des Handwerks mit neuen Qualifikationen im Bereich Wärmepumpe und Erneuerbare Energien gesteigert werden. Das gelte sowohl für Ausbildungsberufe wie auch für Fortbildungen.

    Zwei Beispiele: Das Handwerk plant im Bereich Fortbildung die Entwicklung des neuen Fortbildungsabschlusses „Geprüfte/r Berufsspezialist/in Wärmepumpe“. Bereits umgesetzt wurde der neue Ausbildungsberuf „Elektroniker(in) für Gebäudesystemintegration“.
      
    Mit dem „Aufbauprogramm Wärmepumpe“ will das BMWK ab 2023 die Teilnahme von ausgebildeten Fachkräften im Handwerk sowie von Planern und Energieberatern an Fortbildungen speziell zum Thema Wärmepumpen fördern.
      
    Und ganz praktisch arbeitet die Branche daran, Synergien zu nutzen. Das bedeutet konkret: Die Zentralverbände des Handwerks, der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik und der Elektrotechnik haben eine Vereinbarung geschlossen, um die gewerkeübergreifende Installation von Wärmepumpen besser gestalten zu können. Damit sollen Installationszeiten verkürzt werden und knappe Fachkraftkapazitäten effizient und effektiv genutzt werden.
      
  3. Wohnungswirtschaft
    Der Markt für Wärmepumpen ist derzeit noch stark auf den Neubau und das Segment Einfamilienhäuser konzentriert. Wärmepumpen im Gebäudebestand und besonders in größeren Gebäuden werden daher 2023 ein Kernthema sein müssen. Die Wohnungswirtschaft arbeitet hieran intensiv in Kooperation mit weiteren Akteuren. In einem Leitfaden für Wärmepumpen in Mehrfamilienbestandsgebäuden sollen Best-practice-Ansätze gebündelt werden.
Grafik aus dem Beitrag „2021 wieder starkes Wachstum im Wärmepumpenmarkt“ vom 6.2.2022

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