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KDA-Arbeitshilfe zur Umsetzung neuer Wohnformen für Pflegebedürftige

KDA-Arbeitshilfe zur Umsetzung neuer Wohnformen für Pflegebedürftige
  

(19.5.2020) Im Rahmen eines Modellprogramms zur Weiterentwicklung neuer Wohnformen für Pflegebedürftige nach §45f SGB XI wurden vom GKV-Spitzenverband 53 Projekte in einem Zeitraum von Januar 2015 bis März 2018 gefördert. Das Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA) hat zusammen mit der Prognos AG die Modellprojekte im Hinblick auf ihre Konzeption und Angebotsstruktur, Umsetzung und Kostenstruktur sowie Rahmenbedingungen untersucht und vor allem die Bewohner nach ihren Erwartungen an diese neuen Wohnformen gefragt, und danach ob sich ihre Erwartungen erfüllt haben.

Für eine vom KDA erstellten und vom GKV-Spitzenverband herausgegebene Arbeitshilfe sind diese Erkenntnisse nun aufbereitet worden. Die Arbeitshilfe beschreibt zusammenfassend den Mehrwert, aber auch die Grenzen neuer Wohnformen für Menschen mit Pflegebedarf. Ausführlich werden Praxisbeispiele und Wege der Umsetzung bei der Planung, Durchführung und Verstetigung neuer Wohnformen beschrieben. In einer Checkliste werden Hilfestellungen zur konkreten Umsetzung gegeben. Weiterführende Hinweise zu Fördermöglichkeiten und anderen Unterstützungsmöglichkeiten für Initiatoren neuer Wohnformen werden aufgezeigt.

Neue Wohnformen für Pflegebedürftige längst keine Ausnahme mehr

In den vergangenen Jahren hat sich ein breites Spektrum an Wohn- und Versorgungsmöglichkeiten für Menschen mit Pflegebedarf entwickelt - auch gefördert durch verschiedene Reformen bei der Pflege- und Heimgesetzgebung. So sind zwischen Heim und Häuslichkeit viele neue Wohnformen entstanden, wie ...

  • selbstorganisierte gemeinschaftliche Wohnformen,
  • Mehrgenerationenwohnprojekte,
  • (betreutes) ServiceWohnen,
  • ambulante Pflegewohn- und Hausgemeinschaften sowie
  • integrierte Konzepte einschließlich der Quartierskonzepte.

Schätzungen zufolge wohnen heute zwischen 180.000 und 250.000 Menschen mit Pflegebedarf in solchen neuen Wohnformen und damit schon mindestens ein Viertel so viele Menschen wie in stationären Einrichtungen. Die Projektleiterin Ursula Kremer-Preiß stellt dazu fest: „Es ist also kein Nischenangebot mehr für wenige ausgewählte Interessierte; sondern neue Wohnformen etablieren sich zunehmend als weitere Säule im Wohn- und Versorgungsspektrum für Menschen mit Pflegebedarf.“

Solche neuen Wohnformen versuchen, mehr soziale Teilhabe zu ermöglichen und die Vorteile des häuslichen und stationären Wohnens zu vereinen: Auf der einen Seite mehr Versorgungssicherheit und auf der anderen Seite mehr Selbststimmung auch bei Hilfe und Pflegebedarf.

Mehrwert und Herausforderungen

Die wissenschaftlich erhobenen Ergebnisse aus dem Modellprogramm zeigen, dass neue Wohnformen sowohl für die Bewohner als auch für deren Angehörige, aber auch für Mitarbeiter und Initiatoren in vielerlei Hinsicht einen Mehrwert aufweisen. „Wir betrachten mit Sorge die aktuell vor allem auf Kostengesichtspunkte reduzierte Debatte über neue Wohnformen und die teilweise auf ausgewählte pflegesensitive Qualitätsaspekte beschränkten Qualitätsnachweise. Die Ergebnisse des Modellprogramms zeigen deutlich, dass solche Wohnformen den Bedarfen der Menschen mit Pflegebedarf ganzheitlich entsprechen,“ verspricht Frau Kremer-Preiß.

Die Untersuchungsergebnisse des Modellprogramms dokumentieren aber auch, welche Herausforderungen sich bei der Umsetzung neuer Wohnformen ergeben. Typisch dafür ist beispielsweise die Verantwortungsteilung. Nicht mehr nur ein Träger alleine trägt die Verantwortung für die Umsetzung. Viele werden im Sinne eines Hilfemixes verantwortlich als sorgende Gemeinschaften in die Umsetzung einbezogen. Eine weitere Herausforderung ist, die Selbstverantwortung der Betroffenen und Akteure bei der Umsetzung zu stärken und ein Case- und Care-Management zu implementieren, das ein verantwortliches Einbringen der unterschiedlichen Akteure sichert, aufeinander abstimmt und transparent macht. Wie dies gelingen kann, dazu haben die Modellprojekte vielfältige Lösungen entwickelt.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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