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Studie rechnet mit mehr als 10 Mio. sanierungsbedürftigen Dächern in Deutschland

(15.10.2018) Bereits eine moderate Steigerung der Dachsanierungsquote bei Wohngebäuden von derzeit 1,3 auf 2% verspricht in der Nutzungsphase eine Reduktion um 49 Mio. t CO₂-Äquivalente bis 2030 und 94 Mio. t bis 2050 - zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie des Forschungsinstituts für Wärmeschutz FIW unter der Leitung von Professor Andreas Holm.

Verteilung der Dächer nach Baualtersklasse und energetischem Zustand der Dachflächen für Gebäude mit einer bzw. zwei Wohnungen
Quelle: Statistisches Bundesamt (Grafik © Bundesverband Ziegel / FIW München)  

„In der Dachsanierung schlummert ein enormes energetisches, wirtschafts- und beschäftigungspolitisches Potenzial, das wir heute schon nutzen müssen“, fordert mit Blick auf die Studie Dr. Matthias Frederichs, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Ziegelindustrie. Professor Andreas Holm ist davon überzeugt: „Wer die Klimaschutzziele im Gebäudebereich erreichen will, kommt auch an der Dachsanierung im Bestand nicht vorbei.“ Allerdings sei das Ziel der Bundesregierung, bis 2050 einen CO₂-neutralen Gebäudebestand zu erreichen, mit der aktuellen Dachsanierungsquote nicht machbar, ist sich Prof. Holm sicher.

Jedes zweite Dach eines Wohngebäudes mit unzureichendem Wärmeschutz

Laut FIW-Studie verfügen bei den Ein- und Zweifamilienhäusern, die knapp zwei Drittel der Wohngebäude ausmachen, 4 Mio. Dächer nur über den Mindestwärmeschutz oder sind gleich gänzlich ungedämmt. Das entspreche circa 600 Mio. m² Dachfläche. Weitere 6,5 Mio. Dächer sollen nur den energetischen Anforderungen der Wärmeschutz-verordnung von 1977 bzw. 1984 genügen, was circa einer Mrd.  m² Dachfläche gleichkäme. Insgesamt weise jedes zweite Wohngebäude in Deutschland einen unzureichenden Wärmeschutz auf.

Vor allem Steildächer müssten saniert werden: Neun von zehn Wohngebäuden in Deutschland haben ein geneigtes Dach, heißt es in der Studie.

„Energetische Gebäudesanierung muss deutlich attraktiver werden!“

Um das Tempo der Dachsanierung zu steigern, fordert der Bundesverband der Deutschen Ziegelindustrie eine maßvolle Anhebung der Sanierungsquote auf zwei Prozent. Damit wären „bereits“ vor 2045 die Sanierungspotenziale für Dachkonstruktionen entsprechend des Mindestwärmeschutzes und der Wärmeschutzverordnung von 1977 erschlossen.

Vergleich der kumulierten CO₂-Emissionen aufgrund von Wärmeverlusten durch das Dach bei einer Sanierungsrate von 2,0% gegenüber 1,3%.
Quelle: Statistisches Bundesamt (Grafik © Bundesverband Ziegel / FIW München)  

Außerdem könnten so CO₂-Emissionen und Primarenergiebedarf um 10 bis 15% gegenüber dem Status quo eingespart werden. Die dafür notwendigen Mehrkosten von 1,5% gegenüber den Kosten der derzeitigen Dachsanierungsquote seien vertretbar, zumal die Dachsanierung zu den wirtschaftlichsten Effizienzmaßnahmen am Gebäude gehöre. Allerdings reichten die bisherigen Förderinstrumente zur Finanzierung dieser Mehrkosten nicht aus.

Bis Ende 2018 will die Bundesregierung das erste Maßnahmenprogramm zum Klimaschutzplan 2050 vorlegen und damit zunächst die Ziele bis zum Jahr 2030 sicherstellen. „Die Bundesregierung muss die energetische Sanierung von Gebäuden jetzt im Rahmen der Fortschreibung des Klimaschutzplans angehen und die Weichen richtig stellen“, fordert Dr. Frederichs. Helfen könnten dabei u.a. ...

  • zusätzliche Fördermaßnahmen der KfW,
  • steuerliche Anreize,
  • Investitionszuschüsse sowie
  • verbesserte Abschreibungsmöglichkeiten und
  • die notwendigen Fachkräfte.

Wichtig sei auch eine bessere Koordinierung der verschiedenen Maßnahmen, um Synergien zu nutzen und die Wirtschaftlichkeit zu erhöhen. Als Beispiel führt der Hauptgeschäftsführer die Kombination aus Dachsanierung und Installation einer Aufdach-PV-Anlage an.

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