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DGNB-Preis „Nachhaltiges Bauen“ fürs „Rathaus im Stühlinger“, das erste öffentliche Plusenergiegebäude

(10.12.2018) Das neue Rathaus in Freiburg ist am 7. Dezember 2018  mit dem DGNB Preis „Nachhaltiges Bauen“ prämiert worden. Die Architekturauszeichnung wurde in diesem Jahr zum sechsten Mal gemeinsam von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) und der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis vergeben.

Foto © Andreas Schwarzkopf 

Die Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz Dr. Katarina Barley und DGNB-Präsident Prof. Alexander Rudolphi überreichten den Preis vor 1.200 geladenen Gästen im Rahmen des 11. Deutschen Nachhaltigkeitstages in Düsseldorf.

DGNB Präsident Prof. Alexander Rudolphi lobte: „Das Freiburger Rathaus ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie öffentliche Gebäude einen Vorbildcharakter für die Umsetzung ökologischer und architektonischer Standards haben können. Es integriert Lösungen, die zeigen, wie Bauherren und Architekten Themen wie Klimaschutz, Innovation und Baukultur in Einklang bringen können. Damit setzt das Projekt auch eine wichtige Botschaft an alle politischen Handlungsträger: Gute und bewährte Beispiele sollten schneller zur Regel werden.“

Martin Haas (DGNB Vizepräsident), Martin Haag (Baubürgermeister, Stadt Freiburg), Christoph Ingenhoven (ingenhoven architects), Prof. Alexander Rudolphi (DGNB Präsident) 

Entworfen wurde das „Rathaus im Stühlinger“ (siehe Google-Maps) von ingenhoven architects aus Düsseldorf. Es gilt als erstes öffentliches Netto-Plusenergiegebäude der Welt - es erzeugt also mehr Energie als es verbraucht. Die überschüssige Energie wird in das Freiburger Stadtnetz eingespeist. Der Neubau mit Verwaltungszentrum und Kindertagestätte bringt 840 Mitarbeiter, die bisher an über sechzehn verschiedenen Standorten arbeiteten, an einem Ort zusammen.

Foto © ingenhoven architects / HGEsch 

Für ein Verwaltungsgebäude eher ungewöhnlich, wurden hier die energetischen Anforderungen des Passivhausstandards als Orientierung verwendet. Darüber hinaus nutzt das Gebäude erneuerbare Energiequellen zur Stromgewinnung wie auch zum Heizen und Kühlen. Damit liegt der Primärenergiebedarf des Rathauses für Heizung, Kühlung, Belüftung und Warmwassererzeugung bei 45 kWh/m² im Jahr, was nur etwa 40% des Primärenergiebedarfs eines vergleichbaren, modernen Bürogebäudes entspricht. Eine weitere Besonderheit des Gebäudes ist die Lärchenholzfassade aus lokalem Waldbestand, deren bewegliche Vertikallamellen mit Photovoltaik-Modulen belegt sind und der Energiegewinnung und Verschattung zugleich dienen.

Futurium und Hamburg Heights die weiteren Finalisten

Bei der diesjährigen Preisverleihung am 7. Dezember setzte sich das Rathaus Freiburg u.a. gegen das Zukunftsmuseum „Futurium“ in Berlin sowie das sanierte Bürogebäude „Hamburg Heights - Height 1“ in Hamburg durch. „Auch in diesem Jahr haben sich zahlreiche renommierte Architekturbüros mit zukunftsweisenden Projekten beworben“, sagt Stefan Schulze-Hausmann, Initiator des Deutschen Nachhaltigkeitspreises. „Die Einreichungen zeigen, wo die Vorreiter stehen, und legen die Messlatte für Nachhaltigkeit in der Baubranche.“ (siehe auch den Beitrag „Sechs Nominierte beim 6. DGNB-Preis, Nachhaltiges Bauen‘“ vom 20.8.2018.)

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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