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17% Marktwachstum machen 2016 zum Rekordjahr für Wärmepumpen

(23.1.2017) Mit 66.500 Heizungswärmepumpen wurden 2016 mehr umweltfreundliche Heizungen in Deutschland abgesetzt als jemals zuvor. Mit 62.500 abgesetzten Heizungswärmepumpen war bisher 2008 das erfolgreichste Jahr für Wärmepumpen:

  • Prozentual die größten Gewinner waren erdgekoppelte Systeme: gegenüber 2015 legten sie um 21,8% zu (2015: 17.000 Geräte; 2016: 20.700 Geräte).
  • Luftwärmepumpen legten um 14,5% zu (2015: 40.000 Geräte; 2016: 45.800 Geräte). Dabei waren Monoblockgeräte mit einem Zuwachs von 19,5% besonders beliebt (2015: 21.000; 2016: 25.100). Bei den Splitgeräten fiel das Wachstum mit 8,9% etwas kleiner aus (2015: 19.000; 2016: 20.700).
Absatzzahlen für Heizungswärmepumpen

Zwischen erdgekoppelten Systemen und Luftwärmepumpen veränderten sich die Marktanteile  kaum:

  • Erdwärmepumpen legten 2016 um ein knappes Prozent zu (2016: 31,1%; 2015: 29,8%).
  • Luftwärmepumpen beherrschten auch 2016 den Absatz mit 68,9% (Vorjahr: 70,2%).
  • Der Absatz von Warmwasserwärmepumpen blieb mit 12.500 Geräten unverändert gegenüber dem Vorjahr (siehe übernächste Grafik).

Insgesamt sind ca. 750.000 Heizungswärmepumpen in Deutschland installiert.

größtes Umsatzplus mit 16,7% die erdgekoppelten Wärmepumpen.

Ölpreisverfall verhindert breite Marktdurchdringung

Während der Heizölpreis im Verlauf des letzten Jahres auf ein neues Rekordtief fiel, steigen die Strompreise seit Jahren. Dazu stellte Dr. Martin Sabel, Geschäftsführer des Bundesverbandes Wärmepumpe, fest: „Fast 17 Prozent Marktwachstum sind ein ermutigendes Signal für unsere Branche. Die hohen Fördersätze des Marktanreizprogramms seit April 2015 und die im Sinne des Klimaschutzes verschärften Anforderungen der Energieeinsparverordnung seit Anfang 2016 waren die Wegbereiter für diesen Aufschwung. Betrachtet man die absoluten Verkaufszahlen, so sieht man jedoch, dass die Wärmepumpe noch weit davon entfernt ist, ihr volles Potential für den Klimaschutz zu entfalten. Die Energiewende ist leider noch immer nicht im Heizungskeller angekommen.“

Absatz von Warmwasserwärmepumpen, die lediglich zur Trinkwasserbereitung

Gebäudebestand bleibt Sorgenkind der Energiewende und der WP-Branche

Während die Wärmepumpe in jedem dritten neugebauten Wohngebäude eingesetzt wird, bleibt der Erfolg im Gebäudebestand aus - hier liegt der Marktanteil bei unter 5%. „Diesen Bereich muss die Politik adressieren, schließlich sind zwei Drittel der 21 Millionen Heizungen in Deutschland unzureichend effizient“, argumentiert Dr. Sabel. Wegen der höheren Energieverbräuche in älteren Gebäuden reagieren die Verbraucher sensibler auf die Preise der verschiedenen Energieträger als in sparsamen Neubauten. Während der Preis für Heizöl auf unter 5 Cent gesunken ist, verharrt der Heizstrompreis bei über 21 Cent. Dabei machen Steuern, Abgaben und Umlagen 76% des Heizstrompreises aus, während Heizöl in Deutschland - im Unterschied zu den meisten anderen EU-Ländern - vergleichsweise wenig besteuert wird:

Wärmepumpen-Nutzer zahlen die volle EEG-Umlage und leisten so einen Beitrag zur Finanzierung der Energiewende. Heizöl, ein Hauptverursacher der globalen Erderwärmung, wird gar nicht beteiligt.

Strategiepapiere sehen Wärmepumpe als zentrale Heizung der Zukunft

Gemessen am Gesamtabsatz für Wärmeerzeuger beträgt der Marktanteil von Wärmepumpen noch unter 10%. Das ist weit von der zentralen Rolle entfernt, die der Wärmepumpe im Klimaschutzplan 2050 oder in der Energieeffizienzstrategie „Gebäude“ zugeschrieben wird. Unter dem Schlagwort Sektorkopplung fordern diese Papiere ebenso wie Studien des Fraunhofer ISE oder der Deutschen Umwelthilfe, den Wärmesektor zu elektrifizieren. Wärmepumpen als hocheffiziente Technologie sollen dabei sicherstellen, dass der Stromverbrauch nicht unnötig steigt. „Wer die Sektorkopplung will, muss die Steuern und Abgaben auf Energieträger neu ausrichten. Eine CO₂-Bepreisung wäre dafür ein geeignetes Instrument“ so Dr. Sabel.

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