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ZDB: Bauvolumen fiel 2001 um etwa sechs Prozent.

(9.1.2002) "Die Lage am Bau ist zu Beginn des neuen Jahres ebenso schlecht wie sie dies im gesamten Verlauf des vergangenen Jahres gewesen ist. Das Bauvolumen, d. h. bestandserhaltende plus werterhöhende Baumaßnahmen, wird 2001 um ca. 6% geringer ausfallen als im Vorjahr. Dahinter verbirgt sich ein Produktionsrückgang von rd. 31 Mrd. DM. Zwei Drittel dieser Leistungseinbußen entfallen auf den Wohnungsbau. Dennoch erreicht der Wohnungsbau mit voraussichtlich 275 Mrd. DM gut 54% des gesamten Bauvolumens." Mit diesen Worten kommentierte der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes, Prof. Dr. Karl Robl, die Lage der deutschen Bauwirtschaft zu Beginn des neuen Jahres im Rahmen der Pressekonferenz zur DEUBAU 2002.

  • Die stärksten Umsatzeinbußen sind im Wohnungsbau mit etwa minus 15% zu erwarten.
  • Im gewerblichen Bau und öffentlichen Bau könnte der Rückgang jeweils 2 bis 3% betragen.

Die Baufertigstellungen werden im Jahr 2001 bei den Wohnungen günstigenfalls um 15%, das wären gut 60.000 Wohneinheiten, niedriger ausfallen. Die Baugenehmigungen für neue Wohnungen lagen per 30.10.2001 um 15,9% hinter dem Vorjahreswert zurück. "Eine Trendwende im Wohnungsbau ist derzeit nicht zu erwarten. Damit bleibt der Wohnungsbau das Sorgenkind der Baukonjunktur." so Robl.

Während der Rückgang bei den Wohnungsbauinvestitionen mit 4% in diesem Jahr anhalten wird, könnte der Wirtschaftsbau mit plus 1% leicht zulegen. Dies allerdings nur, wenn sich der allseits erwartete Konjunkturaufschwung im Jahr 2002 tatsächlich auch einstellt. Ob für den öffentlichen Bau in diesem Jahr tatsächlich die Nulllinie erreichen werden kann, ist höchst zweifelhaft. Angesichts eines aktuellen Rückgangs von mehr als 10% beim Gewerbesteueraufkommen wird sich die Investitionsschwäche der Kommunen weiter verschärfen.

"Damit ist auch in diesem Jahr kein Ende der Rezession in Sicht. Der starke Rückgang der Investitionstätigkeit am Bau wird sich jedoch verlangsamen. Wir rechnen mit einem Minus von 2–3%." So Robl zu den weiteren Konjunkturaussichten für die Baubranche.

Einziger vergleichbarer Lichtblick ist die Sanierung und Modernisierung von Gebäuden im Bestand, mit einem Anteil von mittlerweile 55% der Wohnungsbauinvestitionen. Der Wohnungsbestand beträgt in Deutschland ca. 38,5 Mio. Wohneinheiten. Gut 85% wurden vor 1990 fertig gestellt, so dass davon ausgegangen werden kann, dass mindestens zwei Drittel, nämlich 26 Mio. Wohneinheiten sanierungsbedürftig sind. Die Modernisierung sämtlicher sanierungsbedürftiger Bestandswohnungen hätte ein Kostenvolumen von mindestens 364 Mrd. Euro.

"Ursache für die Einbrüche im Wohnungsbau sind," so der ZDB - Hauptgeschäftsführer, "die politischen Fehler der Vergangenheit, wie z.B. der eindeutigen Verschlechterung der steuerlichen Rahmenbedingungen; im Mietwohnungsbau haben die Senkung der Anfangssätze der degressiven AfA, die Erhöhung der Grunderwerbssteuer, die Änderung der Besteuerungsfrist bei Immobilien und die teilweise ganz ausgeschlossene Anrechenbarkeit von Verlusten zu einem nahezu völligen Stillstand der Bautätigkeit geführt."

Seit 1999 die Einkommensgrenzen für die Eigenheimzulage erheblich abgesenkt wurden, sind die Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen um rund ein Drittel zurückgegangen. D.h. im Jahr 2001 werden über 45.000 Einfamilienhäuser und rund 40.000 Eigentumswohnungen weniger als noch 1998 genehmigt.

Robl warnte daher davor, erneut an der Eigenheimzulage herumzudoktern. Gerade dieses Förderinstrument habe sich sowohl im Neubau als auch im Bestandsbau bewährt. Die Einkommensgrenzen für die Eigenheimzulage weiter abzusenken, wäre ein Armutszeugnis für diese Bundesregierung. Denn sie versetze gerade Privathaushalte mit mittleren Einkommen in die Lage, Wohneigentum zu bilden.

Robl forderte die Einführung eines ermäßigten Mehrwertsteuersatzes für lohnintensive Dienstleistungen gerade im eigengenutzten Wohnungsbau sowie die steuerliche Absetzbarkeit von Handwerkerrechnungen für Privatpersonen. "Dies würde auf der einen Seite dem Wohnungsbau notwendige Impulse geben und auf der anderen Seite, Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung zurückdrängen. Denn wer seine Handwerkerrechnung steuerlich geltend machen kann, wird ein legal arbeitendes Bauunternehmen beauftragen und nicht irgendeinen Schwarzarbeiter." erklärte Robl.

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