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Bauwirtschaft mit Plus in 2010 - schwarze Null für 2011 erwartet

(19.12.2010) "Die Mitgliedsbetriebe der Bundesvereinigung Bauwirtschaft werden in 2010 einen Umsatz in Höhe von 191 Mrd. Euro erwirtschaften, das sind 3 Mrd. und damit 1,6% mehr als im Vorjahr. Für 2011 erwarten wir allerdings nur noch eine schwarze Null beim Umsatz, nämlich 191,5 Mrd. Euro (+0,2%)." So die Einschätzung von Karl-Heinz Schneider, Vorsitzender der Bundesvereinigung Bauwirtschaft, anlässlich der Pressekonferenz zum Jahresende in Berlin.


Dabei ist die konjunkturelle Entwicklung für die rund 300.000 Betriebe des deutschen Bau- und Ausbauhandwerks höchst unterschiedlich verlaufen:

  • Während die Unternehmen des Bauhauptgewerbes einen Umsatzrückgang von rund einem Prozent erwarten,
  • stagniert der Umsatz im Ausbaubereich.
  • Die Entwicklung im Segment Energie-/Gebäudetechnik und Dienstleistungen ist mit einem Plus von fast 5% jedoch äußerst positiv verlaufen.

Schneider begründete diese Entwicklung u.a. mit der Wirkung der Konjunkturpakete: "Unternehmen im Bereich Energie-/Gebäudetechnik und Dienstleistungen sowie Ausbau haben vom Trend zur energieeffizienten Sanierung und den Konjunkturprogrammen profitiert. Die Unternehmen des Bauhauptgewerbes sind stark an die Neubautätigkeit gebunden. Hier blieben die Impulse zu schwach."

Insbesondere der öffentliche Bau war für das Bauhauptgewerbe eine herbe Enttäuschung. Denn hiervon hatte man sich wichtige Impulse für die Umsatzentwicklung erhofft. Der Wohnungsneubau dagegen hat leicht angezogen und die Umsatzentwicklung stimuliert. Darauf setzt die Branche auch für 2011: Denn die Baugenehmigungen, immerhin ein Plus von 8.460 neu genehmigten Wohnungen, schüren die Erwartung, dass die Umsätze im Wohnungsbau wieder anziehen werden. Der Wirtschaftsbau dagegen hat in 2010 erneut nachgegeben. Daher wird für das Bauhauptgewerbe ein Umsatzminus von 1% in diesem wie auch im nächsten Jahr erwartet. Der Umsatz im Bauhauptgewerbe dürfte in diesem Jahr eine Größenordnung von 64,8 Mrd. Euro erreichen. Die Zahl der Beschäftigten bleibt stabil bei 629.000.

Im Bereich Ausbau kann der Umsatz dank der Wirkung der Konjunkturpakete stabilisiert werden. Er wird 54 Mrd. Euro erreichen (+1%). Für 2011 wird mit einem moderaten Wachstum von 1% gerechnet. Die Beschäftigtenzahl kann bei 645.000 stabil gehalten werden.


Eine deutliche Belebung der konjunkturellen Entwicklung hat im Bereich Energie-/ Gebäudetechnik und Dienstleistungen stattgefunden. Gestützt auf die KfW-Förderprogramme zur energetischen Sanierung und das Konjunkturpaket II wird in 2010 mit einem Umsatzzuwachs von fast 5% gerechnet und ein Umsatz von 72,3 Mrd. Euro erreicht. Damit ist die Sparte Energie- und Gebäudetechnik die umsatzstärkste innerhalb der Bundesvereinigung Bauwirtschaft. Für 2011 wird noch einmal eine Steigerung um 2% erwartet.

Demografische Entwicklung treibender als Energiesparen?

In diesem Segment wird, so berichtet insbesondere der Zentralverband Sanität Heizung Klima, ein weiterer Trend wirksam, nämlich der demografischen Entwicklung. Denn der Sanitärbereich liegt noch vor dem Heizungsbereich - trotz öffentlicher Diskussion über Klimaschutz und Sanierung. Hintergrund dafür dürften viele altersgerechte Badsanierungen sein.

Abschließend erklärte Schneider: "Das deutsche Bau- und Ausbauhandwerk blickt je nach Sparte mehr oder weniger optimistisch in die Zukunft. Denn wir sind sicher, dass es insbesondere aufgrund des Energiekonzeptes der Bundesregierung, aber auch aufgrund des demografischen Wandels unserer Gesellschaft Bauaufgaben zuhauf gibt."

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